KU-Tenure-Track

Das KU-Tenure-Track-Modell zielt darauf ab, dem akademischen Nachwuchs eine ausgewogene Balance zwischen Forschung und Lehre sowie – in geringerem Umfang – Aufgaben in der akademischen Selbstverwaltung zu ermöglichen. Dabei wird auf einen möglichst großen Freiraum für frühzeitige, selbstständige Forschung geachtet. Eine stärkere Fokussierung auf den akademischen Nachwuchs in einer frühen Phase nach der Promotion wird künftig ein zentrales Element der Berufungsstrategie der KU sein. Mit der Etablierung der Tenure-Track-Professur erweitert die KU ihre Rekrutierungsmöglichkeiten für die Besetzung von Lebenszeitprofessuren erheblich und bietet dem Nachwuchs zugleich die Möglichkeit, die Qualifikationsphase mit der Aussicht auf eine dauerhafte Anstellung zu verbinden.

KU-Tenure-Track ist in erster Linie ein Entwicklungsprogramm für akademische Nachwuchsführungskräfte. Deshalb sieht das KU-Tenure-Verfahren prinzipiell einen Karriereaufstieg vor. Die KU fokussiert sich primär auf zwei Modelle: W1 mit Verstetigung auf W2 und W2 mit Verstetigungsoption auf W3. In besonderen Fällen, beispielsweise bei der vorgezogenen Nachbesetzung einer strukturrelevanten Professur oder auf Grundlage einer Analyse des potenziellen Bewerberkreises, kann auch die Variante W1 mit Verstetigung auf W3 gewählt werden. Strukturrelevant wäre eine Professur, wenn durch eine längere Vakanz mit einem erheblichen Qualitätsverlust in Forschung und Lehre für die KU zu rechnen wäre. Bei der Analyse des potenziellen Bewerberkreises kann auch durch den Wettbewerb mit anderen Arbeitgebern außerhalb der Wissenschaft geboten sein, ein Angebot mit besonders attraktiven Aufstiegschancen (W1 auf W3) zu machen, um die Wettbewerbsfähigkeit der KU zu sichern.

 

Um exzellente Rahmenbedingungen für Nachwuchsprofessuren zu schaffen, hat die KU ein attraktives Gesamtkonzept für die Implementierung der Tenure-Track-Professur entwickelt. Dazu gehören eine Grundausstattung für die jeweilige Professur, die Möglichkeit das Lehrdeputat flexibel zu gestalten, umfangreiche Instrumente der internen Forschungsförderung, ein Lehrcoaching sowie Angebote zur Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Ablauf Tenure-Track-Prozess

Ablauf Tenure-Track-Prozess

Für Transparente Evaluationskriterien und Entwicklungsbegleitung sorgt der persönliche Entwicklungsplan, der im Rahmen der Berufungsverhandlungen vereinbart wird. Dieser dient als Grundlage und Bezugsrahmen für die Jahresgespräche zwischen Dekanin oder Dekan und Tenure-Track-Professur und bietet die Möglichkeit zum gegenseitigen Feedback.

Satzung und Qualitätssicherungskonzept

Ausstattung

Einen wichtigen Baustein sieht die KU neben den exzellenten Rahmenbedingungen für Forschung und Lehre in einer angemessenen Ausstattung der Nachwuchsprofessuren und in der fachlichen Einbettung in zentrale Themenbereiche. KU-Tenure-Track-Professuren werden immer mit einem attraktiven jährlichen Grundbudget ausgestattet, das ihnen zur freien Verfügung steht. Die weitere Ausstattung wird im Rahmen der Berufungsverhandlungen festgelegt.

Flexibles Lehrdeputat

Um den KU-Tenure-Track-Professuren genügend zeitliche Kapazitäten für ihre Qualifikation für eine entfristete Vollzeitprofessur zu geben, führt die KU ein flexibles Lehrdeputat ein und schafft die Option eines Forschungssemesters für Tenure-Track-Professuren, um beispielsweise Forschungsprojekte vorzubereiten oder abzuschließen. Nach Rücksprache mit der Fakultät kann das Lehrdeputat eines Jahres flexibel gehandhabt und in einem Semester gebündelt erbracht werden. Die Anwendung des flexiblen Lehrdeputats erfolgt in Abstimmung mit den Fachkollegen und dem Dekan und unter Berücksichtigung der Notwendigkeiten in der Lehre.

Interne Forschungsförderung und Förderberatung

Die KU unterstützt ihre Wissenschaftler/-innen durch das Zentrum für Forschungsförderung (ZFF) bei der Anbahnung, Einwerbung und Durchführung von Kleinforschungs- sowie drittmittelgeförderten Forschungsprojekten. Über die interne Forschungsförderung proFOR+ hält die KU vielseitige Fördermöglichkeiten bereit, beispielsweise für die Ausarbeitung von Drittmittelanträgen, die Veranstaltung von wissenschaftlichen Tagungen oder den Erwerb von Spezialkenntnissen. Mit diesen attraktiven Angeboten fördert die KU insbesondere auch ihre Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler bei der eigenen Profilierung im Bereich der Forschung.

Lehrcoaching

Die KU unterstützt ihre Wissenschaftler/-innen beim Erwerb und Ausbau didaktischer Fertigkeiten durch verschiedene Angebote insbesondere vonseiten der Hochschuldidaktik. Darüber hinaus bietet die KU für Erstberufene je nach Bedarf ein individuelles Lehrcoaching an, das durch die Personalentwicklung in Kooperation mit der Hochschuldidaktik vermittelt wird. Die jeweilige Professur erhält so die Möglichkeit, zusammen mit einem Coach ein individualisiertes Programm zur Verbesserung der didaktischen Fähigkeiten zu entwickeln.

Digitalisierung

Digitalisierung als Querschnittsthema an der KU – Rahmenkonzept zur Verankerung des Themas Digitalisierung durch die Beteiligung am Bund-Länder-Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses (Zweite Bewilligungsrunde) verbunden mit der Einwerbung von zusätzlichen W1-Professuren mit Tenure Track.

Für eine am Menschen orientierte digitale Gesellschaft

Um die gegenwärtigen, durch die fortschreitende Digitalisierung bedingten Wandel in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Forschung und Lehre stärker aufgreifen und analysieren zu können, wird es künftig eine Aufgabe der KU sein, sich stärker als bisher mit den Chancen und Risiken der Digitalisierung zu beschäftigen. Dabei gilt es, hier einerseits eine breitere fachwissenschaftliche Anschluss- und Diskursfähigkeit herzustellen, andererseits das bestehende Lehr- und Studienangebot so auszurichten, dass es diesen sich verändernden Parametern stärker Rechnung trägt. Aufgabe der KU wird es sein, eigene Expertisen und Kompetenzen auf diesem Gebiet zu entwickeln und aufzubauen, diese als interdisziplinäre Querschnittsthemen sinnvoll in das bestehende Fächerportfolio einzubinden und dadurch die Anschlussfähigkeit ihres akademischen Lehr- und Forschungsprofils an wichtige gesellschaftliche und wissenschaftliche Leitdiskurse sicherzustellen.

Gerade eine Universität mit einem ausgeprägten sozial-, wirtschafts-, und geisteswissenschaftlichen Profil und einem am christlichen Menschenbild orientierten ethischen Leitbild steht in der Verantwortung, den technischen Fortschritt mit dem gesellschaftlichen Wandel in Bezug zu setzen, mögliche Spannungsfelder aufzuzeigen, potenzielle Risiken und Herausforderungen zu benennen und aus wissenschaftlicher Perspektive einen Beitrag für eine am Menschen orientierte digitale Gesellschaft zu erarbeiten.

Vor diesem Hintergrund gilt es, die gegenwärtigen und künftigen Auswirkungen von Digitalisierungsprozessen auf die Natur/Umwelt, den Menschen, die Arbeitswelt und das Zusammenleben in der Gesellschaft etc. zu untersuchen und zu reflektieren. Unter Abwägung von Chancen und Risiken liegt eine zentrale Aufgabe aber auch darin, Herangehensweisen zur gewinnbringenden Nutzung digitaler Technologien zu erarbeiten, Inklusion und Partizipation an den Möglichkeiten neuer digitaler Technologien sicherzustellen und einen Beitrag dazu zu leisten, das gesellschaftliche Zusammenleben unter den Rahmenbedingungen der Digitalisierung konstruktiv, fair und sozial ausgewogen zu gestalten. Dazu gehört auch, möglichst vielen Studierenden der KU ein grundlegendes Verständnis von den Funktionsweisen, Nutzungs- und Wirkungszusammenhängen neuer digitaler Technologien zu vermitteln. Dieser Anspruch soll nicht nur einen reflektierten Umgang mit diesen ermöglichen, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit von KU-Absolventen/innen beim Einstieg in das Berufsleben innerhalb wie außerhalb von Forschung und Wissenschaft erhöhen.

Ziel ist es, das Thema Digitalisierung als Querschnittsthema in möglichst vielen Fächern an der KU besser zu verankern, dabei jedoch die Autonomie, Relevanz und Methodensouveränität einzelner, unterschiedlicher Fachkulturen zu berücksichtigen, diese aber auch gegenüber den Möglichkeiten der Digitalisierung zu öffnen und hierüber enger miteinander zu verknüpfen.

Forschung und Lehre an der Schnittstelle zur Digitalisierung

Die Professuren, die im Rahmen des Tenure-Track-Programms für einen Zeitraum von ca. 6 Jahren zusätzlich eingeworben werden sollen, können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, digitale Fragestellungen breiter an der KU zu verankern und die Forschung, Lehre und die Vermittlung von Wissen zu diesem Thema an der KU zu bereichern. Mit dem gezielten Aufbau von wissenschaftlicher Expertise an der Schnittstelle zwischen digitaler Technik und Gesellschaft kann die KU zu einem attraktiven Kooperationspartner insbesondere auch auf internationaler Ebene avancieren: Der KU kann hierdurch eine neue Rolle als Mediator zwischen technischem Fortschritt und Gesellschaft erwachsen, indem sie dafür Sorge trägt, dass technologische Entwicklung kein reiner Selbstzweck bleibt, sondern sich stets am Menschen und seinen Bedürfnissen orientiert.

Die digital ausgerichteten Nachwuchsprofessuren sollten sich gegenseitig fachlich komplementär ergänzen und in einer Art fakultäts- und fachübergreifendem Digitalisierungscluster miteinander verbunden sein, um sich gegenseitig wissenschaftlich zu befruchten. Durch die Einbettung in den Kontext der KU-Fakultäten und den Austausch mit etablierten Wissenschaft-lern/innen an der KU einerseits und eine gezielte Förderung des Dialogs zwischen diesen neuen Professuren andererseits sollen neue sozial-, wirtschafts- und geisteswissenschaftliche Zugänge zum Thema Digitalisierung eröffnet werden. Die Bearbeitung gemeinsam daraus zu entwickelnder Fragestellungen wird die Forschung und Lehre an der KU insgesamt voranbringen und differenziertere Aussagen zur aktuellen gesellschaftspolitischen Herausforderungen und Entwicklungen ermöglichen. Dieser Diskurs soll dann wiederum in die künftig geplanten zentralen Forschungscluster bzw. Zentren der KU mit einfließen und deren Arbeit bereichern.

TT-Realtionen

Kontakt

Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Zentrum für Forschungsförderung
Ostenstr. 22 (Gebäude ehemalige Orangerie)
85072 Eichstätt
Mail: tenure-track(at)ku.de
Tel: +49 8421 93-21751

Ansprechpartnerinnen

Magdalena Schönweitz
Dr. Magdalena Schönweitz
Referentin für Forschung und Tenure-Track Beauftragte
Anja Donaubauer
Anja Donaubauer
Projektkoordinatorin Tenure-Track-Programm
Gebäude Ehemalige Orangerie  |  Raum: eO-114