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Zeithistorische Streitfragen

Wir eröffnen eine neue Rubrik auf unserer Homepage, die sich mit einer Auswahl von aktuellen Streitfragen im Bereich der Zeitgeschichte befaßt. Mit Hilfe dieser Rubrik wollen wir unseren Autoren die Möglichkeit bieten, in die aktuell geführten Debatten zeitnah einzugreifen.

Freitag, 11. März 2016

Wie definiert man einen „Schurkenstaat“?

Zum Artikel von Hans Ulrich Gumbrecht „Präsident im Schatten“ (F.A.Z. vom 19.Januar):[mehr]




Dienstag, 07. Oktober 2014

Ohnmacht des Westens? Anmerkungen zu einer strittigen These

Bernd Ulrich vertrat vor kurzem in der „ Zeit“ folgende These: „So schwach wie heute war (der Westen) noch nie. Was überraschend ist, wenn man bedenkt, dass der vermeintliche Höhepunkt westlicher Macht gerade mal ein Vierteljahrhundert zurückliegt“.[1] Diese Aussage provoziert zum Widerspruch. Der Autor lässt nämlich die Tatsache außer Acht, dass die westlichen Demokratien im Verlaufe des letzten Jahrhunderts bereits eine Periode erlebt hatten, in der ihre Lage noch prekärer war als heute. Es handelte sich dabei bekanntlich um die europäische Krise der 1930er Jahre, die mit einer beispiellosen Identitätskrise des Westens verbunden war.[mehr]




Dienstag, 23. Juli 2013

Das „Totalitäre“ als Faszinosum

Anmerkungen zum inflationären Gebrauch des Totalitarismus-Begriffs in der Diskussion um die NSA-Affäre[mehr]




Dienstag, 23. April 2013

Gewagte Parallelen

Der junge nordkoreanische Diktator hält zur Zeit die Welt durch seine atomaren Drohungen in Atem. Dies ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass das nordkoreanische Regime sich aufgrund seines totalitären Charakters jeglicher gesellschaftlichen Kontrolle entzogen hat und gerade deshalb zu riskanten Schritten neigt, die sowohl das Schicksal der eigenen Nation als auch dasjenige der Nachbarn aufs Spiel setzen. Die vergleichende Diktaturenforschung kennt eine Reihe anderer Regime, die demjenigen Pjöngjangs ähneln. Aber solche Parallelen interessieren den SZ-Autor Christoph Neidhart nicht.[mehr]




Dienstag, 29. März 2011

Feindbilder in unterschiedlichen Konstellationen

Wolfgang Benz, der langjährige Direktor des Zentrums für Antisemitismusforschung an der TU Berlin und einer der besten Kenner des Nationalsozialismus, sieht in der heutigen westlichen Islamophobie durchaus Ähnlichkeiten zum Antisemitismus des 19. Jahrhunderts (vgl. dazu u.a. seinen Artikel „Der Feind in der Wiege“ in der Süddeutschen Zeitung vom 4. Januar 2010 oder sein Zeit-Interview vom 18.November 2010 )[mehr]




Dienstag, 15. März 2011

Verzerrte Wahrnehmungen

Der beeindruckende Bericht des ehemaligen französischen Widerstandskämpfers Stéphane Hessel über seinen Leidensweg in den Konzentrationslagern Buchenwald und Dora wie auch über die Schrecknisse des KZ-Alltags im Allgemeinen („Wie ich Buchenwald und andere Lager überlebte“, in: F.A.Z. vom 21. Januar 2011) enthält ein überraschendes Fazit, das sehr befremdlich klingt. [mehr]




Donnerstag, 30. September 2010

Bartoszewski auf dem Irrweg?

Das Bild eines bockbeinigen, nationalistischen Eisenfressers, das der SZ-Korrespondent Thomas Urban von W?adys?aw Bartoszewski, dem Beauftragten des polnischen Ministerpräsidenten Tusk für Internationale Fragen, zeichnet, irritiert schon seit geraumer Zeit.[mehr]




Samstag, 29. Mai 2010

Was ist totalitär?

In seinem Beitrag „60 Jahre und kein bisschen heilig“ (Die Zeit, Nr. 20, 7. Mai 2009) wendet sich Horst Dreier gegen die Verklärung des Grundgesetzes und warnt die Bundesrepublik davor, den Weg der USA zu beschreiten, in denen „der Streit um die Auslegung der allgemein vergötterten Constitution mit einer Vehemenz ausgetragen [wird], wie sie in Europa und Deutschland glücklicherweise noch nicht (ganz) durchschlägt“. Dreier hält die emotionsgeladene Einstellung der Amerikaner zur Verfassung für totalitär und schreibt: „Die Identifizierung von Recht und Moral ist ein unverwechselbares Signum totalitärer Staaten“. Durch diesen Vergleich lässt Dreier außer Acht, dass zum Wesen der totalitären Staaten nicht nur die moralisierende Attitüde, sondern auch, und vor allem, die vollkommene Aufhebung der Gewaltenteilung gehört.[mehr]




Freitag, 19. Juni 2009

Politischer Realismus und Werturteile: Politisch-ethische Anmerkungen zu einer Kontroverse über Putins Russland

Zur Kritik an der Auffassung von Andreas Umland, der die These vertrat, die Periode Putin stelle für Russland eine vertane Chance dar, da in ihr die positiven Elemente von Demokratie und Pluralismus aus der Jelzin-Ära weitgehend beseitigt worden seien. [mehr]




Freitag, 29. Mai 2009

Moskau und die Öffnung der Berliner Mauer

In seinem Kommentar zur Rede Wladimir Putins auf der Danziger Gedenkfeier zum 70. Jahrestag des Ausbruchs des Zweiten Weltkrieges geht Thomas Urban auch auf die These Putins ein, daß "die Öffnung der Berliner Mauer zu den Verdiensten der Sowjetunion", zähle. Urban hält diese Äußerung für derart unerhört, daß er sogar darauf verzichtet, sie ernsthaft zu kommentieren (Thomas Urban,"Putin und wie er die Welt sieht", Süddeutsche Zeitung vom 2.September 2009).In Wirklichkeit unterliegt es aber für die Mehrheit der Historiker keinem Zweifel, daß sich das Schicksal der Revolutionen von 1989 an der westlichen Peripherie des Ostblocks in erster Linie in Moskau entschied.[mehr]




Freitag, 24. April 2009

Die Effizienz der Autokratien ist oft trügerisch

Sind autegime effizienter als Demokratien? Diese Frage wird von Rudolf Maresch in seinem Beitrag „Die Entwestlichung der Welt ist längst im vollen Gang“ im „Eurasischen Magazin“ (3, 2009) eindeutig bejaht. Er hält es für einen Vorteil, dass Autokratien ohne Rücksicht auf die „Macht der Medienöffentlichkeit“ solch ehrgeizige Großprojekte realisieren können – wie z.B. den Drei-Schluchten-Damm in China „mit all [ihren] ökologischen Kosten oder Zwangsumsiedlungen“. Man könnte, unabhängig von Maresch, viele andere Beispiele für die „Effizienz“ der Autokratien anführen, die sich allerdings beim näheren Hinsehen oft als trügerisch erweisen.[mehr]




Donnerstag, 17. Januar 2008

Is Putins Russia really fascist? A response to Alexander Motyl

In his articles “Is Putin’s Russia fascist?” published on the site of The National Interest Online on December 3, 2007 (http://www.nationalinterest.org/) and “Surviving Russia’s drift to fascism” published in the Kyiv Post, January 17, 2008 (http://www.kyivpost.com/opinion/oped/28182/), Professor Alexander Motyl of Rutgers University seems to argue that Putin’s Russia can be classified as a fascist state. Many observers of Russia will be sympathetic to Prof. Motyl’s concern about the decline of democracy in Russia, and unsympathetic to the Kremlin`s policies of the last years. Nevertheless, Motyl`s comment on “Russia`s drift to fascism” appears unhelpful, if not misleading. Motyl obfuscates the issue of Russian fascism in so far as, indeed, there are representatives of fascism in Russia today. Yet, Putin is not among them.[mehr]




Mittwoch, 28. November 2007

Verworrenes Geschichtsdenken - lassen sich Demokratien mit totalitären Diktaturen vergleichen?

Die amerikanische Kulturkritikerin Naomi Wolf gab vor kurzem der Süddeutschen Zeitung ein Interview, in dem sie die heutige amerikanische Situation unentwegt mit der Lage Deutschlands in den 1930er Jahren verglich („Ich vergleiche Bush nicht mit Hitler, ich ziehe nur Parallelen“, SZ vom 9.11.2007). Dabei geht es bei diesem Vergleich nicht um die krisengeschüttelte Weimarer Demokratie der Jahre 1930-1933, sondern um die 1933 errichtete Hitler-Diktatur.[mehr]




Mittwoch, 06. Juni 2007

"Lehrmeisterin des Lebens"? - Anmerkungen zur Auswertung von Geschichtserfahrungen

In seinem Artikel „Wildes Geschichtsdenken. Das Irak-Kriegsdesaster der Intellektuellen“ (Süddeutsche Zeitung vom 19. Februar 2007) vertritt Gustav Seibt die These, man könne aus der Geschichte nichts mehr lernen, „denn die neuzeitlich bewegte Geschichte mit ihrer unentwegten Veränderung aller Grundbedingungen des Daseins verhindert die Wiederkehr ähnlicher Konstellationen und Situationen“. Diese Aussage ist erstens ausgesprochen unhistorisch, denn umwälzende Veränderungen gehören zum Wesen aller großen Epochen; was für die Neuzeit gilt, gilt auch für das Mittelalter und die Antike. Zweitens stellt der kulturpessimistische Satz, man könne aus der Geschichte nichts mehr lernen, die Staatsräson der Bundesrepublik weitgehend in Frage[mehr]




Samstag, 26. Mai 2007

"West-östlicher Brückenschlag?" Die mangelnde Berücksichtigung der Arbeiten osteuropäischer Historiker und ihre Folgen

Dieser Text basiert teilweise auf einem unveröffentlichten Leserbrief unter dem Titel „Ad fontes!“ an die Süddeutsche Zeitung (SZ). Am 24.05. teilte die SZ dem Autor mit, dass „es uns nicht möglich [war], […] Ihren Text abzudrucken. Aber unabhängig von einer Veröffentlichung lesen die Autoren oder die Ressortleiter alle Briefe und schätzen sie als Quelle nützlicher Anregungen. Wir sind Ihnen deshalb für Ihren Leserbrief dankbar.“ Es ist schön, dass die Autoren und Ressortleiter bereit sind „nützliche Anregungen“ aus dem Leserbrief, dessen Anlass Christian Jostmanns Artikel „Aufstand des Gewissens“ in der SZ vom 16.4.2007 war, zu ziehen, aber es ist gleichzeitig sehr bedauerlich, dass die Öffentlichkeit über den Umstand der Nichtbeachtung von Forschungsergebnissen osteuropäischer Historiker nicht informiert wurde und eine fragwürdige Sensation als solche im Gedächtnis der Leser bleibt.[mehr]