Sie befinden sich hier: KU.de  Forschung  Forschung an der KU  Zentralinstitut für Lateinamerikastudien  Forschung  Teilhabe und Transformation

Teilhabe und Transformation

Das Fortbestehen und die Reproduktion vielfältiger Formen von Gewalt, Ungleichheit sowie von autoritären soziokulturellen Hierarchien verweist auf die nach wie vor großen Konsolidierungsprobleme lateinamerikanischer Demokratien. Diese Dynamiken haben starken Einfluss auf die Bedingungen politischer Aushandlung und Partizipation und wirken dabei nicht nur begrenzend, sondern auch ermöglichend auf Versuche gesellschaftlicher Transformation ein. So sind es gerade diese konfliktiven Zusammenhänge, in denen soziale Bewegungen, staatliche Institutionen und andere nationale sowie inter- und transnationale Akteure aktiv werden, um eigene – alternative, konservierende oder restaurative – Entwürfe von citizenship, Entwicklung, Natur, Ethnie, Geschlecht etc. durchzusetzen. Lateinamerika hat sich dabei trotz oder auch gerade aufgrund der schwierigen Umstände wiederholt als globaler Vorreiter in gesellschaftspolitischer Kreativität und Innovation erwiesen.

Die Aktivitäten innerhalb der Forschungslinie C des ZILAS befassen sich mit diesen Phänomenen und verstehen dabei politische Teilhabe nicht nur im klassisch-institutionalisierten Sinne, sondern berücksichtigen auch informelle und alltägliche Praktiken des Aushandelns. Im Sinne der interdisziplinären Ausrichtung des ZILAS werden auch diverse künstlerische und literarische Ausdrucksformen als Teil des politischen Visibilisierungs- und Partizipationsrepertoires der verschiedenen Akteure fokussiert. Solche Versuche der Transformation finden zudem weder in zeitlicher noch in räumlicher Isolation statt, sondern sind als Produkte historischer und gegenwärtiger glokalisierter Lern- und Austauschprozesse zu verstehen. Die Berücksichtigung alternativer Epistemologien (Dekolonialisierung des Wissens, Southern Theories, alternative Historiographien etc.) und deren Wirkungen spielen für unsere Forschungen daher eine wichtige Rolle.

Beteiligte Disziplinen

Humangeographie:

Claudia Bosch, Gerhard Rainer

Literatur-, Film- und Kulturwissenschaft:

Miriam Lay Brander, Roswitha Kramer

Politikwissenschaft:

Ulrich Morenz, Lisa Krimphove

Geschichte:

Thomas Fischer, Johanna Umbach