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Transkulturalität und Wissensdynamiken

Die Gesellschaften Lateinamerikas sind seit der europäischen Inbesitznahme dieser globalen Region entscheidend von Prozessen der Transkulturation gekennzeichnet, die zunehmend und spürbar auch zu einem Signum unserer Gegenwart werden. Zu diesen Prozessen zählt wesentlich, aber keineswegs nur die Christianisierung. Das Zusammentreffen indigener, europäischer und afrika­nischer Kulturen in Lateinamerika ereignet sich in einer Vielzahl von Formen und Domänen. Auch verschiedene Traditionen eines einzigen dieser drei Kontinente begegnen sich auf lateinamerikanischem Boden. Transkultu­ration erzeugt in aller Regel keine stabilen Zustände. Vielmehr bleiben Spannungen zwischen den Ausgangskulturen in den neu entstandenen Gesellschaften bestehen, sie sind auszuhalten und zu bearbeiten.

Aus allen drei kontinentalen Perspektiven ist seit Beginn der Inbesitznahme versucht worden, die Wahrnehmung der Kontraste und Spannungen in die eigenen Wissenssysteme zu überführen. Ziel ist dabei oft, die eigene Identität zu stabilisieren, obwohl die Wahrnehmung der Differenzen die eigenen epistemischen Ordnungen sprengen. Anders gesagt, die Ordnungen in einer Weise zu dynamisieren, die es erlaubt, ihren Anspruch auf Universalität aufrecht zu erhalten. Die Ordnungen zu erweitern, zu bereichern und zu verschieben in einem Spannungsfeld zwischen empirischer Neugier und dem Axiom von der unverrückbaren eigenen Überlegenheit. Produktion, Zirkulation und der Transfer von Wissen innerhalb und mit Lateinamerika umfasst sowohl historische wie zeitgenössische Situationen. Zu erheben sind Akteure, Institutionen und Medien des Wissens sowie der Zusammenhang von Wissen als Ressource, staatlicher Macht und (post-)kolonialen settings.

Beteiligte Disziplinen

Linguistik: 

Sebastian Kürschner, Lucas Löff Machado, Roland Schmidt-Riese

Literatur-, Film- und Kulturwissenschaft:

Miriam Lay Brander, Sergej Gordon, Roswitha Kramer

Ge­schich­te, insbesondere Wissenschaftsgeschichte:

Thomas Fischer, Christiane Hoth, Johanna Umbach

Soziale Arbeit:

Monika Pfaller-Rott

Wirtschaftswissenschaften:

Claudia Velázquez-Schobert