Zur Ehe berufen

Projektbild: Zur Ehe berufen
© Kristina Litviak

Das Zentralinstitut für Ehe und Familie in der Gesellschaft (ZFG) der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt untersucht in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Moraltheologie der Universität Regensburg Ehevorbereitungskurse in den Bistümern Regensburg, Passau und Eichstätt. Des weiteren sollen exemplarisch auch Ehevorbereitungsseminare in anderen Ländern in den Blick genommen werden. Das Projekt ist im Oktober 2018 gestartet und wird bis September 2021 laufen.

In seinem Nachsynodalen Schreiben „Amoris Laetitia“ betont Papst Franziskus, dass man in der Ehevorbereitung ansetzen müsse bei der „Vielfalt von Themen, welche junge Leute wirklich interessieren“ (AL 208), es gehe nicht darum, „ihnen den gesamten Katechismus beizubringen“ (AL 207).

Aber welche Themen sind es, die junge Leute „wirklich interessieren“ und die sinnvollerweise Inhalt einer kirchlichen Ehevorbereitung sind?

Diesen Fragen widmet sich das Forschungsprojekt „Zur Ehe berufen“, bei welchem katholische Ehevorbereitungsseminare näher untersucht werden. Während der Lehrstuhl für Moraltheologie (Prof. Dr. Scheule) der Universität Regensburg sich den theologischen Aspekten des Forschungsprojekts widmet, übernimmt das ZFG die empirisch-sozialwissenschaftliche Begleitung der Untersuchung.

Um ein möglichst umfassendes Bild von der Sichtweise von (zukünftigen) Ehepaaren zu bekommen, gibt es im Projekt drei Zeitpunkte der Fragebogenerhebung.

Den ersten Fragebogen erhalten Paare mit der Anmeldung zur kirchlichen Trauung. Hier werden beispielsweise Erwartungen der Teilnehmenden bezüglich eines Ehevorbereitungsseminars abgefragt sowie deren Sozialprofil erfasst.

Der zweite Fragebogen wird direkt nach dem Seminar von den Teilnehmenden beantwortet. In diesem Fragebogen wird neben einer Bewertung des Kurses auch abgefragt, ob auf die Themen und spirituellen Fragen der jungen Paaren eingegangen wurde. Zudem wird in der zweiten Erhebung auch die Sicht der Leitenden erhoben.

Um die Wirkung des Ehevorbereitungsseminars auch über den Zeitraum eines einzelnen Seminartags/-wochenendes hinaus zu erfragen, werden die Teilnehmenden sechs bis acht Wochen nach Seminarende per E-Mail gebeten, einen weiteren Fragebogen online über das Umfragetool Qualtrics zu beantworten.

Neben der Erhebung in den Bistümern Regensburg, Passau und Eichstätt ist außerdem geplant, auf internationaler Ebene leitfadengestützte Interviews mit Leitenden von Ehevorbereitungskursen zu führen, um Anregungen für Seminare im deutschsprachigen Raum zu erhalten.

Im Anschluss an die empirische Analyse der quantitativen und qualitativen Daten werden die Resultate am Regensburger Lehrstuhl für Moraltheologie theologisch analysiert und reflektiert.

Nach der Auswertung werden in einem Workshop die Ergebnisse und deren theologische Analyse mit den Praxis-Expert/-innen und internationalen Gästen diskutiert, eingeordnet und die konkrete Bedeutung für die Ehevorbereitung beleuchtet.

Daraus wird am Ende ein Praxis-Buch mit dem Arbeitstitel: »Zur Ehe berufen« entstehen.