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Kolloquium: Der Abschied von den Imperien und imperialen Sehnsüchten

Gemeinsames Kolloquium der Geschichts- und Gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät mit dem ZIMOS

Der Abschied von den Imperien und imperialen Sehnsüchte. Zum 100. Jahrestag der Auflösung der multinationalen Reiche in Mittel- und Osteuropa


Programm

16.00 Uhr
Einführung (Ibrahim Mirzayev, M.A.)
16.10 Uhr:
Warum brach das Zarenreich zusammen? Zur Erosion des imperialen Gedankens im vorrevolutionären und revolutionären Russland (Prof. Dr. Leonid Luks)
16.40 Uhr
Ein deutscher Schriftsteller rechtfertigt das untergehende Reich. Thomas Manns „Betrachtungen eines Unpolitischen“ (Prof. Dr. Ruprecht Wimmer)
17.30 Uhr
Die Dolchstoßlegende – Das Trauma der deutschen Niederlage 1918 als Belastung der Weimarer Demokratie (Prof. Dr. Bernhard Sutor)
18.15 Uhr
„Habsburgs Glück und Ende“ – Karl Kautskys „Imperiumsbilanz“ von 1918 nach 100 Jahren (Dr. Jürgen Zarusky, Institut für Zeitgeschichte, München)
18.45 Uhr
Abschlussdiskussion

Während sich im Westen Europas seit Beginn der Neuzeit zentralisierte Nationalstaaten herausbildeten und konsolidierten, war die Entwicklung des östlichen Teils des Kontinents jahrhundertelang durch multinationale Imperien geprägt: das Russische, das Osmanische und das Habsburger Reich. Der vierte maßgebliche Akteur der Region, das 1871 entstandene Zweite Deutsche Reich, stellte zwar einen verspäteten Nationalstaat dar, zugleich setzte  es aber auch bestimmte imperiale Traditionen fort. 1917/1918 brachen alle diese Imperien infolge der russischen Revolution bzw. des Ersten Weltkrieges zusammen. Zahlreiche Verfechter des imperialen Gedankens versuchten indes an das Erbe der zusammengebrochenen Imperien anzuknüpfen, um sie in der einen oder anderen Form zu restaurieren – in einem Fall sogar mit Erfolg, nämlich in Sowjetrussland. Das geplante Kolloquium wird sich anlässlich des 100. Jahrestages der Auflösung der mittel- und osteuropäischen Reiche mit den Ursachen für deren Auflösung befassen wie auch mit den Kräften, die an die imperialen Überlieferungen anknüpfen wollten, wobei Russland, Deutschland und das Habsburger Reich im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen werden.

Datum: Dienstag, 06.11.18  Uhrzeit: 16:00 -  19:00
Veranstalter: Geschichts- und Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät 
Ort: Kollegiengebäude A, Raum 103