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Prof. Dr. Dr. Klaus Rosen

Professor für Alte Geschichte an der KU Eichstätt-Ingolstadt von 1978 bis 1982:

 

"Nachdem die Philosophische-Theologische Hochschule Eichstätt und die Pädagogische Hochschule Eichstätt 1972 zur Kirchlichen Gesamthochschule Eichstätt vereinigt wurden, in der die Geisteswissenschaften einen Schwerpunkt haben sollten, galt es in der Folgezeit, im Fachbereich Philosophie II zu den bestehenden Didaktikprofessuren Lehrstühle in den wichtigsten geisteswissenschaftlichen Fächern zu schaffen. Im Fachbereich Geschichte waren das drei Professuren für Alte, Mittelalterliche und Neue Geschichte zu der seit 1972 bestehenden Professur für Didaktik der Geschichte, die Prof. Dr. Kurt Fina innehatte.

Nachdem 1977 für Mittlere Geschichte Dr. Harald Dickerhof und für Neue und Neueste Geschichte Dr. Heinz Hürten berufen worden waren, erging am 7. August 1978 an mich vom Vorsitzenden des Stiftungsrates, SE Alois Brems, Bischof von Eichstätt, der Ruf auf den „Lehrstuhl für Alte Geschichte unter Berücksichtigung der lateinischen Antike und Spätantike“. So hatte auch der Ausschreibungstext für den Lehrstuhl (H4) gelautet, auf den ich mich von einer H3-Professur in Freiburg i.Br. beworben hatte. Zum 14. September 1978 erhielt ich die Ernennung zum Ordentlichen Professor, womit das Recht auf Emeritierung verbunden war. Aus der Gründung der Katholischen Universität Eichstätt im Jahr 1980 ergab sich für meinen Lehrstuhl keine Änderung. Zum 1. September 1982 nahm ich den Ruf auf den Lehrstuhl für Alte Geschichte an der Universität Bonn an.

Ich tat es mit einer gewissen Wehmut. Denn die vier Jahre in Eichstätt hatten mir in jeder Beziehung sehr gut gefallen. Da war zunächst die einmalige Gelegenheit, am Aufbau einer neugegründeten Universität mitzuarbeiten. An welcher anderen deutschen Hochschule hatte man damals die Möglichkeit, für sein Fach nach Herzenslust Bücher anzuschaffen und dennoch gelegentlich vom Bibliotheksdirektor zu hören, dass man den Etat keineswegs ausgeschöpft hatte? Wo gab es sonst so kleine Studentengruppen, mit denen  man intensiv arbeiten konnte wie in meinem ersten Proseminar, das von sieben liebenswürdigen Studentinnen besucht wurde? In welchem Institut herrschte ein solch harmonisches Verhältnis, das die Interdisziplinarität im informellen freundschaftlichen Austausch der Kollegen förderte, ohne dass der malträtierte Begriff je fiel? Welcher Universitätspräsident hatte für alle Anliegen ein so offenes Ohr wie der Alttestamentler Professor Mosis, der mich gerne, wäre ich länger geblieben, als Vizepräsident gehabt hätte? So brachte ich es nur zum Prodekan.

Kleine Unannehmlichkeiten nahm ich dafür gelassen in Kauf, etwa die bunte Raumverteilung in verschiedenen Wohnungen mit barocker Vergangenheit und schlecht schließenden Türen. Oder die allzu kostengünstig arbeitende Mensa, um die ich dank der vorzüglichen Kantine des Gymnasiums einen Bogen machen konnte.

Kostenlos war ein Genuss, der mich Tag für Tag erfreute, und das in allen vier Jahreszeiten: Es war der Charme, den viele innerstädtische Viertel dem Fußgänger boten, sooft er die überlastete Durchgangsstraße verließ.

Doch der Mensch sucht immer wieder einmal eine neue Herausforderung. Und die hieß für mich nach vier Jahren Bonn."