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Promotionsprojekte am Lehrstuhl

Julius Dolpp: „Die Provinzialpolitik des Kaisers Claudius – Eine qualitative Analyse der außeritalischen Glieder des Römischen Reiches zur Zeit Kaiser Claudius‘“

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Strukturen und Maßnahmen der Reichsbildung bzw. Herrschaftsfestigung in der Regierungszeit des Kaiser Claudius' (41-54). Die Forschung hat das Urteil der antiken Historiker, dass Claudius ein schwacher und in vielerlei Hinsicht ungeeigneter Kaiser gewesen sei, bereits an vielen Stellen abmildern können. Durch die Gegenüberstellung archäologischer Befunde und schriftlicher Überlieferungen soll nun der Fokus auf die administrativen Maßnahmen des Princeps gerichtet und sein Beitrag zur Reichsfestigung untersucht werden.

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Kristina Hamacher: "Germania capta (?) Eine Untersuchung der flavischen Repräsentations- und Legitimationsstrategien in den Traditionslinien des frühen Principats am Beispiel Germaniens"

In der wissenschaftlichen Betrachtung der Flavier geschieht stets eine Zweiteilung: So werden auf der einen Seite Vespasian und Titus vor allem vor dem Hintergrund ihrer Erfolge in Iudaea durchaus positiv bewertet, während auf der anderen Seite in Domitian, oft ganz nach taciteischer Tradition, ein (tyrannischer) Kaiser gesehen wird, der eine neue Art der Herrschaft zu etablieren suchte. Dabei strapazierte er sein Verhältnis zum Senat zu sehr, indem er sich zu weit vom augusteischen Ideal des primus inter pares entfernte und zu autokratisch darstellte.

Dagegen setzt sich das Promotionsprojekt mit den (gesamt-)flavischen Repräsentations- und Legitimationsstrategien auseinander und stellt diese in einen Traditionszusammenhang zu Mustern des frühen Principats. Als Beispiel dient Germanien – ein geographischer Raum, in dem sich alle drei Flavier sowie nahezu alle männlichen Vertreter der iulisch-claudischen Familie betätigten und zu bewähren suchten. Durch die herausgehobene Rolle, die Domitian der Darstellung seines Germanentriumphes zusprach, werden zudem die Verbindungen zwischen flavischen und iulisch-claudischen Vorgängern an diesem Feld erst erkennbar.

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Natalie Schlirf: "Sub auspiciis principis - Imperiale Außenpolitik Roms in strukturhistorischer Perspektive"

Das Promotionsvorhaben setzt mit dem Beginn des Prinzipats ein und untersucht die römische Außenpolitik im Zeitraum des ersten und zweiten Jahrhunderts nach Christus, die sogenannte "Friedenszeit" die mit den Dakerkriegen Trajans endet. Eben weil die zu untersuchende Phase eine friedliche war, das heißt die Funktionsträger des Reiches nicht jährlich wechselten, kann im Hinblick auf die Außenpolitik in größerem Maße auf kontinuierliches Verhalten und politische Strategien geschlossen beziehungsweise diese zumindest untersucht werden. Mit Trajan und den unter ihm erreichten Grenzen sah und verstand man das Reich endgültig als homogenes Ganzes, demnach kann jetzt untersucht werden, wie diese homogene Masse "Imperium" an den verschiedenen Grenzen des Reiches nach außen agierte. Mittels einer Strukturanalyse und eines abschließenden und erstmaligen Vergleichs der drei wichtigsten außenpolitischen Schauplätze der hohen Kaiserzeit (Germanien, Dakien und der römische Osten) wird versucht die zentrale Frage zu beantworten: Gab es den einheitlichen römischen Imperialismus, gab es die römische Außenpolitik tatsächlich?

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