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Termine

Titel: Workshop "Erkenntnisräume des Dolmetschens und Übersetzens. Alltags- und Forschungspraktiken im Rahmen von Flucht und Migration"

Bei der Beratung und Betreuung von Migrant_innen und Geflüchteten, wie auch im Asylverfahren nehmen professionelle Dolmetscher_innen und ehrenamtliche Überstezer_innen eine aktive Rolle ein. Sie haben Einfluss sowohl auf die Gewinnung und Weitergabe von Informationen als auch auf deren Interpretationen (Formulierung der Fragen und Antworten). Sie gestalten entscheidend Prozesse kulturellen Verstehens mit, sie können aber auch Nicht- und Missverstehen erzeugen. Konflikte auslösen. Gleiches gilt für ihre Einbindung in der qualitativen Sozialforschung wie etwa in der ethnographischen oder der soziolinguistischen Feldforschung.

Die besondere Komplexität der Kontaktsituation und kulturellen Übersetzungskonstellationen in der Migrations- und Flüchtlingsforschung erfordert, die Rolle der Forscherin/des Forschers als „Dolmetsch“ sowie ihre/seine wissenschaftliche Übersetzungsarbeit ebenfalls zu reflektieren. Rollenerwartungen und Rollenanforderungen, Normen und Wertvorstellungen sowie Wahrnehmungsweisen und Erwartungshaltungen in der interkulturellen Begegnung prägen den Forschungsprozess. Dies gilt es umso mehr in dem sensiblen Feld zu berücksichtigen, in dem Migrations- und Fluchterfahrung der Immigrant_innen und die Konfrontation der Ansässigen mit Flucht und Migration zu angespannten Situationen führen können. Der Workshop diskutiert Probleme und Potenziale einer Zusammenarbeit mit Dolmetscher_innen und Übersetzer_innen, Migrierten, Geflüchteten und Nicht-Migrierten – methodologisch und erkenntnistheoretisch hinsichtlich Datengewinnung, -aufbereitung und -interpretation.

Im Rahmen des Konzepts einer „Forschungsmanufaktur“ wird die Veranstaltung vom Zentrum Flucht und Migration (ZFM) unterstützt.

Bei Fragen, kontaktieren Sie bitte Frau Dr. Marina Jaciuk, marina.jaciuk(at)ku.de  

Datum: Mittwoch, 26.06.19  - Freitag, 28.06.19
Veranstalter: Zentrum für Flucht und Migration 
Ort: Kapuzinerkloster, KAP 018