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Vorstellung des Youtube-Kanals "Endgegner Mittelalter"

Studierende des Lehrstuhls für Mittelalterliche Geschichte an der KU haben sich mit der Darstellung des Mittelalters in Computerspielen auseinandergesetzt und im Rahmen ihres Seminars dazu einen Youtube-Kanal erstellt.

 

Ziel des Seminars war zum einen die kritische Reflexion medialer Erzeugnisse, in denen das Mittelalter als Zeitalter von Naturnähe und Ehrenmännern romantisiert oder als finstere Zeit dargestellt wird. So sind die Szenarien unzähliger Computerspiele in Kriegen angesiedelt oder der Spieler muss als Held mit Gewalt ein Ziel erreichen. Dabei werden negative Aspekte wie Schmerzen, Tod und Trauer ausgeblendet bzw. verharmlost und Geschlechterverhältnisse stark stereotypisch dargestellt. Zum anderen werden oft neuzeitliche Vorstellungen auf das Mittelalter zurückprojiziert, z.B. in Aufbaustrategiespielen, in denen der Spieler gleich einem Diktator oder absolutistischem Fürsten alle Entscheidungen alleine treffen kann - anstatt seine Herrschaft mit einer Mischung aus personalen Bindungen, Verwaltung und Zwang abzusichern und auszuüben versucht.

Oftmals eignen sich Computerspiele somit eher dazu, Aufschluss über die Geschichtsbilder der Entwickler zu erlangen, als Wissen über das Mittelalter zu vermitteln. Dennoch vermögen Computerspiele durchaus Teilaspekte der mittelalterlichen Geschichte in einer vereinfachten Form prägnant zu veranschaulichen. Indem sie etwa ganze Städte oder Regionen in ihrem mittelalterlichen Erscheinungsbild "wiederauferstehen" lassen, machen gut recherchierte und auf historischen Vorlagen basierende Spielewelten audiovisuelle Dimensionen und die räumliche Komponente mittelalterlicher Geschichte erahnbar, wie es der Geschichtswissenschaft mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln kaum möglich ist. Dazu geben Computerspiele durch die Auswahl interessanter historischer Szenarien einen Anstoß zur weiteren Beschäftigung mit der mittelalterlichen Geschichte.

Datum: Dienstag, 18.06.19  Uhrzeit: 19:00 -  21:00
Ort: Zentralbibliothek, Raum UA 141