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28.10.19

„Bauhaus für alle!“: KU und Willibald-Gymnasium konzipieren gemeinsam Kunstausstellung

Was hat die Kunst- und Ideenschule Bauhaus heute noch mit uns zu tun? Mit dieser Frage beschäftigen sich Schülerinnen und Schüler in einem derzeit laufenden Kooperationsprojekt der KU und des Eichstätter Willibald-Gymnasiums. Das Ergebnis wird im Dezember die von Schülern erstellte Ausstellung „Bauhaus für alle!“ sein, die sich mit den Bauhaus-Prinzipien auseinandersetzt.


Das Organisationsteam von „Bauhaus für alle!“ freut sich auf die Vernissage am 5. Dezember: Zusammen mit ihrer Lehrerin Agnes Birkner und Unterstützung der KU stellen die Zwölftklässler des Willibald-Gymnasiums die Ausstellung auf die Beine. (Foto: Poese/upd)

Kunstvermittlung will gelernt sein: Ein Coaching für ihre Aufgabe, Gäste durch die Ausstellung „Bauhaus für alle!“ zu führen, erhielten die Zwölft-klässler des Willibald-Gymnasiums von Jochen Meister (Leiter der Kunstvermittlung der Pinakotheken München). (Foto: Poese/upd)

Die zum deutschlandweiten Festjahr „100 Jahre Bauhaus“ passende Ausstellung wird von der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Anna Beke im Rahmen des Projekts „Mensch in Bewegung“ als Service-Learning-Aktion konzipiert und begleitet. Bei dieser Unterrichtsmethode, auch „Lernen durch Engagement“ genannt, erwerben die Schüler sich durch aktiven Einsatz neues Wissen. In diesem Fall wirken Zwölftklässler des Willibald-Gymnasiums an der Organisation der Ausstellung mit: von der Konzeption über die Öffentlichkeitsarbeit, das Büffet, die musikalische Umrahmung bis hin zur inhaltlichen Vorbereitung und Moderation von Führungen. Hilfe bei der Umsetzung erhalten sie von den Leonie Stief und Klara Leidl, die an der KU Kunstpädagogik studieren. Finanzielle Unterstützung für die Ausstellung kommt vom Bayerischen Sozialministerium und vom Förderkreis des Willibald-Gymnasiums. Als Kooperationspartner für die Ausstellung konnten die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, das Bayerische Junior Ballett München und die Bauhaus Universität Weimar gewonnen werden. Das Vorhaben ist Teil des Projekts „Mensch in Bewegung“, das im Rahmen der Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“ gefördert wird.

Die vorgesehenen Exponate entstammen dem Unterricht mit den 5. bis 12. Klassen des aktuellen und vergangenen Schuljahres und wurden von der Kunstpädagogin Agnes Birkner begleitet. Sie behandeln Grundprinzipien des Bauhaus. Thema der Werke sind beispielsweise der Umgang mit Farben nach dem Bauhaus-Lehrer und Kunsttheoretiker Johannes Itten oder Besonderheiten der Architektur. „Wir sind immer noch von Bauhaus geprägt“, erläutert Agnes Birkner die Relevanz und Aktualität des Themas. „Es wirkt immer noch modern.“ Genau diesen Bezug zur Gegenwart sollen die Schülerinnen und Schüler herstellen, wenn sie die Exponate der Ausstellung ihren Gästen erläutern. Die beteiligten jungen Leute zu ermutigen, selbst als Kultur- und Kunstvermittler an die Öffentlichkeit zu treten, sei ein Kerngedanke des Projekts, sagt die wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Kunstpädagogik Anna Beke. „Empowerment ist an dieser Stelle das Stichwort für uns.“

Anregungen für diese Aufgabe erhielten die am Projekt beteiligten Klassen von Jochen Meister, dem Leiter der Kunstvermittlung der Pinakotheken München. Er war einen Vormittag lang im Willibald-Gymnasium zu Gast und erläuterte den Schülern neben Hintergründen der Bauhaus-Schule auch Grundprinzipien des „Brückenbaus zu einem Kunstwerk“, wie Meister es ausdrückte. „Es geht darum, Wertschätzung für ein Werk zu ermöglichen“, erklärte er am Beispiel eines Gemäldes aus einer fünften Klasse, das sich mit Johannes Ittens Farbenlehre auseinandersetzt. Durch Fakten und Hintergründe könne man den Betrachtern ermöglichen, mehr in dem Werk zu sehen: dass es eben nicht ausschließlich Schülerarbeiten seien, sondern dass sie an etwas anknüpften.

Der Ausstellungstitel „Bauhaus für alle!“ bezieht sich dabei nicht nur auf die vielen am Projekt beteiligten Jahrgangsstufen. Ziel sei es zudem, die Ausstellung für ganz unterschiedliche Zielgruppen zu erschließen, erläutern Agnes Birkner und Anna Beke. Auch der geschichtliche Hintergrund schwingt im Titel mit. Die beteiligten Schüler beschäftigen sich auch damit, wie es dazu kommen konnte, dass eine solch einzigartige Kunst- und Ideenschule aufgebaut und nach kürzester Zeit von den Nationalsozialisten vernichtet, jedoch nicht ausgelöscht werden konnte, wie Beke sagt. „Die Kerngedanken des Bauhaus – wie kulturelle und künstlerische Vielfalt und Freiheit, Toleranz für anderes Gedankengut – sind dabei heute so aktuell und zugleich gefährdet wie vielleicht lange nicht mehr.“

Die Vernissage der Ausstellung „Bauhaus für alle!“ beginnt am Donnerstag, 5. Dezember, um 18 Uhr in der Galerie der Universität (Marktplatz 18, Eichstätt). Gäste können ein freiwilliges Eintrittsgeld spenden. Die Einnahmen kommen als Sachspende an das Kinderdorf Marienstein der kulturellen Bildung von Kindern und Jugendlichen zugute.

Bildinformation „Bauhaus1“: Das Organisationsteam von „Bauhaus für alle!“ freut sich auf die Vernissage am 5. Dezember: Zusammen mit ihrer Lehrerin Agnes Birkner und Unterstützung der KU stellen die Zwölftklässler des Willibald-Gymnasiums die Ausstellung auf die Beine. (Foto: Poese/upd)

Bildinformation „Bauhaus2“: Kunstvermittlung will gelernt sein: Ein Coaching für ihre Aufgabe, Gäste durch die Ausstellung „Bauhaus für alle!“ zu führen, erhielten die Zwölftklässler des Willibald-Gymnasiums von Jochen Meister (Leiter der Kunstvermittlung der Pinakotheken München). (Foto: Poese/upd)