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24.06.15

Der Umgang mit Energie als Schlüssel zum Klimawandel

„Das Beständige am Klima ist der Wandel. Aber die derzeitige Erwärmung ist vor allem einer Ursache zuzuschreiben – der verstärkten Emission von Treibhausgasen“, erklärte Prof. Dr. Susanne Jochner (Physische Geographie/Landschaftsökologie und nachhaltige Ökosystementwicklung) bei einem Vortragsabend an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, den sie gemeinsam mit dem Referat für Umweltmanagement veranstaltete.


„Klimawandel und Energie“ – Prof. Dr. Susanne Jochner und Johannes Baumann erläuterten insbesondere den Angehörigen der KU, warum der Klimawandel ein Energiethema ist. (Foto: Frühauf/upd)

Das Thema „Klimawandel“ sei nach wie vor relevant, denn das Jahr 2014 sei  mit einer um 2,1 Grad Celsius höheren Jahresmitteltemperatur in Deutschland das wärmste Jahr seit Beginn der instrumentellen Messungen. „Dies zeigt deutlich, dass der Klimawandel Realität ist“, erläuterte die Wissenschaftlerin. Johannes Baumann erläuterte in seiner Funktion als Umweltbeauftragter der KU, warum es so wichtig ist, den Anstieg der Erderwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts auf zwei Grad Celsius im Vergleich zum Beginn der industriellen Revolution zu begrenzen. Laut einem Bericht der Vereinten Nationen reicht eine Emission von 1.000 Milliarden Tonnen CO2 (ab 2012 gerechnet) aus, um die Zwei-Grad-Marke zu überschreiten. Aktuellen Berechnungen zufolge wäre diese Emissionsmenge bei unvermindertem Energieeinsatz bereits innerhalb der nächsten 30 Jahre erreicht.

Den größten Anteil an Energie verbraucht laut Baumann der Durchschnittsbürger: „Die Mobilität, also beispielsweise das tägliche Autofahren und die jährliche Flugreise, beansprucht circa 37 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs. Neben Mobilität stellen der Wärmebedarf für Gebäude und die Herstellung von Gütern den größten Anteil am Gesamtenergieverbrauch dar. Strom für Geräte wie z.B. Fernseher, Staubsauger oder Beleuchtung benötigen zusammen nur circa 5 Prozent.“ Daher appellierte er, dass nicht nur auf die Standby-Lampe am Bildschirm zu vermeiden ist, sondern auch die individuelle Mobilität zu überdenken wäre.

In diesem Jahr wurde die Katholische Universität erstmals mit dem EMAS-Zertifikat (Eco-Management and Audit Scheme) ausgezeichnet. Damit will sie kontinuierlich zur Verbesserung der Umweltleistung beiträgt. Das Herzstück bildet hierbei ein Umweltprogramm, das auch die Bewusstseinsbildung bei den KU-Angehörigen im Bereich Klimawandel und Energie einschließt. Viele Meilensteine sind schon erreicht: Bereits jetzt setzt die Universität auf 100 Prozent Ökostrom, wodurch jährlich etwa 1.000 Tonnen CO2 eingespart werden. 80 Prozent der Wärme stammt größtenteils aus durch Biomasse (Hackschnitzel) erzeugter Fernwärme, die eine jährliche Einsparung von etwa 700 Tonnen Kohlendioxid erzielt. Während der vergangenen Weihnachtszeit blieben beispielsweise die Türen der Universität geschlossen: „Eine Maßnahme, die eine Einsparung von über 200.000 Kilowattstunden (Wärme und Strom) brachte“, so Baumann. Derzeit werde ferner auch geprüft, ob weitere Photovoltaikanlagen auf Dachflächen möglich seien. Als besondere Herausforderung nannte der Umweltreferent den Individualverkehr. „Wir sind gerade dabei, eine Internet-Plattform ins Leben zu rufen, um Fahrgemeinschaften zu initiieren und zu intensivieren. Mit Unterstützung unserer Studierenden, werden wir hoffentlich auch hier bedeutsame Erfolge erreichen.“