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20.02.19

Förderverein prämiert herausragende Auenforschung

Im Rahmen seiner Jahres­hauptversammlung hat der Förder­verein Auen­zentrum Neuburg e.V. eine Nach­wuchs­wissenschaftlerin und einen Nachwuchs­wissen­schaftler ausgezeichnet, deren Arbeiten vom Aueninstitut der KU betreut worden sind. Die Bachelorarbeit „Methodische Untersuchungen zu abflussbedingten Veränderungen an der Gewässersohle im Ottheinrichbach“ von Tim Borgs und die Masterarbeit „Auswirkungen des Hochwassers 2013 auf die Entwicklung der Auenvegetation entlang eines neu angelegten Umgehungsgewässers" wurden als herausragende wissenschaftliche Arbeiten im Donauauwald zwischen Neuburg und Ingolstadt gewürdigt.


Von Links: Albert Wünsch (Kassier), Karlheinz Schaile (Schriftführer), Roland Weigert (Vorsitzender), Tim Borks, Siegfried Geißler (Geschäftsführer) Dr. Rupert Ebner (stellvertretender Vorsitzender), Julia Stäps, Landrat Peter von der Grün und Dr. Barbara Stammel (stellvertretende Leiterin des Aueninstituts)

Von Links: Albert Wünsch (Kassier), Karlheinz Schaile (Schriftführer), Roland Weigert (Vorsitzender), Tim Borgs, Siegfried Geißler (Geschäftsführer) Dr. Rupert Ebner (stellvertretender Vorsitzender), Julia Stäps, Landrat Peter von der Grün und Dr. Barbara Stammel (stellvertretende Leiterin des Aueninstituts)

Um Veränderungen in einem Flussbett auch ohne eine ferngesteuerte Drohne dreidimensional zu erfassen, hat sich der Geographiestudent Tim Borgs für seine Bachelorarbeit am Neuburger Aueninstitut der KU eine pragmatische technische Lösung einfallen lassen: Er entwickelte eine Seilkonstruktion, an der sich eine aus Edelstahl gefertigte Gondel samt Kamera von Ufer zu Ufer ziehen lässt. Eine Spezialsoftware erstellt anschließend aus den Einzelaufnahmen ein 3-D-Modell, um beispielsweise die Bewegung von Kies am Grund des Ottheinrichbachs im renaturierten Auwald zwischen Neuburg und Ingolstadt zu erfassen. Das Monitoring solcher Veränderungen – das zu den Aufgaben des Aueninstituts gehört – ist unter anderem relevant, da bestimmte Fischarten Kies benötigen, um darin abzulaichen.

Julia Stäps untersuchte anhand von tausenden von Datensätzen die räumliche und zeitliche Veränderung der Vegetation in Abhängigkeit von besonderen hydrologischen Ereignissen, wie dem Hochwasser von 2013, und wertete dabei eine sehr große Datenmenge sehr akribisch und detailliert auf wissenschaftlich hohem Niveau aus. Dabei konnten Gewinner und Verlierer von Hochwasserereignissen ausgemacht werden (Röhrichte und Hochstaudenflure werden gefördert, Neophyten - also Pflanzen aus fremden Regionen -  und Hartholzauen nehmen ab). Wie sich im Jahr nach dem Hochwasser zeigte, erholen sich manche Bestände jedoch erstaunlich schnell.