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07.08.19

Fortschritte einer Bildung für nachhaltige Entwicklung messbar machen

Die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt verstehen und verantwortungsvolle Entscheidungen treffen – das ist das Ziel von „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE). Um zu erfassen, wie weit die Verankerung von BNE im Bereich der allgemeinbildenden Schulen bereits vorangeschritten ist, entwickelt derzeit die Professur für Geographiedidaktik (Prof. Dr. Ingrid Hemmer) der KU gemeinsam mit weiteren Wissenschaftlern einen Katalog an Indikatoren. Das Projekt mit dem Titel „Entwicklung von Indikatoren zur Erfassung von BNE im schulischen Bildungsbereich“ wird vom Bundesforschungsministerium bis 2021 mit insgesamt 500.000 Euro gefördert. Neben Professorin Hemmer als Koordinatorin des Projektverbundes sind außerdem Prof. Dr. Péter Bagoly-Simó von der Humboldt-Universität zu Berlin (Geographiedidaktik), Dr. Mark Ullrich (Goethe-Universität Frankfurt; Pädagogische Psychologie) sowie Prof. Dr. Armin Lude (Pädagogische Hochschule Ludwigsburg; Biologiedidaktik) beteiligt.


Prof. Dr. Ingrid Hemmer (rechts) und ihr Projektmitarbeiter Steven Mainka (rechts) befragten die Leiterin der Umweltschule Walting, Rosa Liss, zu Konzept und Rahmenbedingungen ihrer Einrichtung hinsichtlich einer Bildung für nachhaltige Entwicklung. (Foto: Lindau/upd)

Prof. Dr. Ingrid Hemmer (rechts) und ihr Projektmitarbeiter Steven Mainka (rechts) befragten die Leiterin der Umweltschule Walting, Rosa Liss, zu Konzept und Rahmenbedingungen ihrer Einrichtung hinsichtlich einer Bildung für nachhaltige Entwicklung. (Foto: Lindau/upd)

 „BNE gehört zu den Unterzielen der Sustainable Development Goals, die von den Vereinten Nationen verabschiedet worden sind. Damit die notwendige Transformation hin zu einer nachhaltigeren Gesellschaft gelingt, ist die Unterstützung durch Bildung unabdingbar“, erläutert Hemmer. Trotz vielen Initiativen sei jedoch bislang eine strukturelle Implementierung von BNE insbesondere im formalen Bildungssystem noch nicht hinreichend gelungen. „Dabei haben gerade allgemeinbildende Schulen eine besondere Schlüsselfunktion, um die folgenden Generationen in ihrer Urteils- und Handlungsfähigkeit zu stärken“, so Hemmer. Vor zwei Jahren wurde daher auf nationaler Ebene ein Aktionsplan zur Umsetzung von BNE verabschiedet, der für den schulischen Bereich unter anderem die Entwicklung von Indikatoren vorsieht, an denen sich die Implementierung dieses Themenkomplexes im Bildungssystem ablesen lässt.

Hier setzt das Verbundprojekt an: Es ermittelt zum einen Indikatoren, die Einfluss auf die Verankerung von Innovationen in schulische Bildung haben: finanzielle und Ressourcen, politisch-rechtliche Rahmenbedingungen sowie Lehr- und Bildungspläne. Diese Faktoren haben wiederum Einfluss auf die Bereiche Lehrerbildung und die Schule als Lernort, für die ebenfalls Indikatoren entwickelt werden. Speziell dem Teilbereich „Lernort Schule“ widmet sich Professorin Hemmer im Rahmen des Projektverbundes unter anderem in Form von Experteninterviews – etwa mit der Leiterin der Grundschule Walting. Diese trägt seit mehreren Jahren den Titel „Umweltschule in Europa-Internationale Nachhaltigkeitsschule“, der gemeinsam vom bayerischen Kultusministerium, dem bayerischen Umweltministerium und der Deutschen Gesellschaft für Umwelterziehung jährlich neu verliehen wird. Gewürdigt werden damit Schulen, die sich in einer intensiven Weise um eine nachhaltige Entwicklung und die Durchsetzung von mehr Umweltverträglichkeit bemühen.

Weitere Informationen zum Projekt gibt es auf der Homepage der Professur für Geographiedidaktik