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12.03.19

Früherer Leiter des Universitätsrechenzentrums erhält Bundesverdienstkreuz

Dr. Wolfgang A. Slaby, der von 1985 bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2013 das Rechenzentrum der KU leitete, ist am Dienstag vom bayerischen Wissenschafts­minister Bernd Sibler das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen worden. Slaby habe sich, so Sibler in seiner Laudatio, in einem außergewöhnlichen Maße um das Allgemeinwohl verdient gemacht: "Er hat die Datenverarbeitung und Informationstechnik in Bayern und ganz Deutschland weit vorangebracht."


Foto: Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Die ausführliche Laudatio von Minister Sibler im Wortlaut:

Dr. Wolfgang A. Slaby war nach dem Studium der Mathematik und mathematischen Logik zunächst am Rechenzentrum der Universität Münster tätig. 1985 wechselte er dann an die neu gegründete Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt und übernahm dort den Aufbau und die Leitung des Rechenzentrums. Er konnte in dieser geisteswissenschaftlich geprägten Umgebung die Benutzer gut in interdisziplinären Forschungsprojekten beraten und unterstützen, u. a. im Umgang mit Datenbanken. Beispielhaft zu nennen ist der Aufbau der weltweit größten „Epigraphik-Datenbank Clauss-Slaby“, die er zusammen mit Prof. Manfred Clauss entwickelte.

Dr. Slaby hat sich auf den unterschiedlichsten Gebieten der Datenverarbeitung sowie durch seine Mitarbeit in verschiedenen Kommissionen und Gremien bei der Planung der Kommunikationsnetze und der IT-Strategie in Bayern wie in der ganzen Bundesrepublik Deutschland große Verdienste erworben. So z. B. als langjähriges Mitglied der Kommission für „EDV-Planung der bayerischen Bibliotheken“, dem heutigen „IT-Beirat für das Bibliothekswesen Bayern“, dessen Empfehlungen für die landesweite Umsetzung entsprechender IT-Vorhaben handlungsleitend sind. Er hat mit außerordentlichem Sachverstand und großem Engagement maßgeblich zur Schaffung dieser Informationsinfrastruktur mit bestmöglichem Serviceangebot für Wissenschaftler und Studierende beigetragen.

Auch sein herausragendes, unermüdliches und langjähriges Engagement für Blinde bzw. Menschen mit schwerer Sehbehinderung ist zu nennen. Anfang 1970 gelang ihm, das erste Übersetzungsprogramm von Texten in Blindenkurzschrift aus dem Jahre 1968 kontinuierlich zu verbessern, indem er den ursprünglichen Ansatz der Kürzungsregeln durch ein formal logisches Regelwerk ersetzte. Mit Hilfe dieses Programms war es nunmehr möglich, Blinden aktuelle Artikel verfügbar zu machen, die sie selbstständig ohne weitere fremde Unterstützung lesen konnten.