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09.01.20

Geschäftsideen für eine bessere Welt: Studierende unterstützen kenianische Sozialunternehmer

Studierende der Wirt­schafts­wissen­schaft­lichen Fakultät Ingolstadt (WFI) der KU kooperieren über zwei Semester hinweg mit fünf Start-Up-Unternehmen aus Kenia, die das Leben in ihrer Heimat verbessern wollen. Die Schwerpunkte liegen dabei im Agrar- sowie dem Gesundheitssektor. Die Studentinnen und Studenten gehören unter anderem dem Masterstudiengang „Entrepreneurship und Social Innovation“ unter Leitung von Prof. Dr. André Habisch (Profes-sur für Christliche Sozialethik und Gesellschaftspolitik) an.


Die Studentinnen und Studenten des Moduls „Social Innovation“ an der WFI kooperieren mit fünf Start-Up-Unternehmen aus Kenia. (Foto: Schulte Strathaus)

Die Studentinnen und Studenten des Moduls „Social Innovation“ an der WFI kooperieren mit fünf Start-Up-Unternehmen aus Kenia. (Foto: Schulte Strathaus)

„Die Bayer-Stiftung, über die der Kontakt zu den Unternehmen zustande gekommen ist, unterstützt solche Social-Impact-Pioniere finanziell, aber auch durch Mentoring, Coaching und Zugang zu einschlägigen Netzwerken, um sie in ihrem Vorhaben mit der nötigen Business-Expertise zu unterstützen. Einen wichtigen Bestandteil dieser Unterstützung bildet die Kooperation mit den KU-Studierenden“, erklärt Habisch. Diese bringen sich mit ihrer Expertise und Kreativität ein und haben im Gegenzug die Möglichkeit, die theoretischen und konzeptionellen Inhalte auch praktisch anzuwenden: „So erleben sie konkret wie es sich anfühlt, als Unternehmerinnen und Unternehmer gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und ‚Fluchtursachen‘ zu bekämpfen“, so Habisch weiter.

Bei einem zweitägigen Auftaktworkshop im Stadion des FC Ingolstadt wurde die Studierenden unter anderem im Austausch mit der Ingolstädter Unternehmensberatung Achzig20 darauf vorbereitet, die Geschäftsmodelle der Social Impact Startups zu hinterfragen und diese durch kreative Lösungen zu verbessern. Zudem lernten sie dabei ihre jeweiligen Projektpartner und deren Konzepte kennen.

So hat die Plattform „M-shamba“ zum Ziel, Kleinbauern dabei zu unterstützen, ihre Produkte nicht nur an Einheimische zu verkaufen, sondern sie zu exportieren. Bislang sind dabei viele Zwischenhändler eingebunden, die den Bauern sehr geringe Preise für ihre Produkte bezahlen, um sie dann mit Aufschlag weiterzuverkaufen. M-Shamba geht über Kooperativen und Nicht-Regierungsorganisationen auf einzelne Bauern zu, um sie zum Teil eines Netzwerkes zu machen, das diesen Zwischenhandel erspart, so dass die Bauern ein höheres Einkommen erzielen können. Dafür ist es erforderlich, den Netzwerkpartnern technische Kompetenzen zu vermitteln, damit sie ihr Angebot in der Plattform melden können. Zudem wollen die Studierenden in der kommenden Zeit näher untersuchen, welche Bedürfnisse die Farmer selbst haben im Hinblick auf die Perspektive, ihre Produkte zu exportieren.

Neben „M-shamba“ beschäftigen sich zwei weitere Startup-Unternehmen aus Kenia mit dem Agrarbereich, die ebenfalls über Online-Plattformen Lebensmittelverschwendung vermeiden bzw. Investoren finden wollen, die Bauern eine breitere Geschäftsgrundlage ermöglichen. Hinzu kommen zwei Unternehmen, die im Gesundheitssektor aktiv sind und Menschen ohne Zugang zur staatlichen Krankenversicherung dennoch die Finanzierung von medizinischer Versorgung ermöglichen wollen bzw. eine günstige Versorgung mit Damenbinden in Slums gewährleisten möchten.