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18.02.17

Hochprozentiges aus dem Kapuzinergarten

Die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt produziert seit Neuestem Schnaps. Das Obst, das in einer eigens angefertigten Apparatur destilliert wird, stammt aus dem universitären Kapuzinergarten, der von Studierenden im Rahmen von Biologie-Lehrveranstaltungen gepflegt wird.


Im Rahmen einer Lehrverstaltung des Faches Didaktik der Biologie hat die KU eine Schnapsdestillerie in Betrieb. Studierende erfahren in dem Seminar, wie aus den Zwetschgen des unieigenen Kapuzinergartens ein 40-prozentiger Schnaps entsteht. Im Bild Studierende mit der Biologie-Dozentin Dr. Helga Rolletschek (zweite von links) und dem Eichstätter Metallbauer Max Buchner (rechts), der die Obstdestillerieanlage gebaut hat. Foto: Klenk/upd

Der Zoll hatte der KU zuvor das Brennrecht erteilt. Zu Lehrzwecken darf der Fachbereich Biologie jährlich bis zu 50 Liter Hochprozentiges produzieren. Initiatorin des Projektes ist Dr. Helga Rolletschek. Die Leiterin des Fachbereichs Didaktik der Biologie will angehende Lehrer und Studierende des Masterstudiengangs „Bildung durch nachhaltige Entwicklung“ den Umgang mit natürlichen Rohstoffen ganz praktisch zeigen und ihnen „etwas Sinnvolles und etwas mit Lebensbezug“ vermitteln. "Die Studierenden sollen Kompetenzen entwickeln, die es ihnen ermöglichen, nicht nur etwas theoretisch zu erklären, sondern auch praktisch zu handeln", so Rolletschek. Die Destillieranlage sei so konzipiert worden, dass die Kursteilnehmer jeden einzelnen Schritt der Alkoholherstellung verfolgen und lenken können. Seit zwei Jahren beherbergt der Kapuzinergarten auch mehrere Bienenvölker. Vergangenen Sommer produzierten Studierende bereits zum zweiten Mal eigenen Honig. Der dazugehörige Kurs ist ein Wahlmodul, dass Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht nur aus dem Lehramtsbereich belegen.

Mitte Februar ist die von einem Eichstätter Handwerksbetrieb konstruierte Destillationsanlage erstmals in Betrieb genommen worden. Rund 200 Kilogramm Äpfel und Zwetschgen waren vergangenen Herbst für die Schnapsproduktion geerntet und zum Vorgären angesetzt worden. Dies ergab rund 45 Liter Maische. Unter Leitung von Max Buchner, der die Destillieranlage baute, wurde die Maische zunächst aufgekocht und ein erster Brand durchgeführt, der den Alkohol von den Früchten trennte. Dieser so genannte Raubrand lief dann ein zweites Mal durch die Destille, um schädliche Alkoholsorten auszusondern, die zu Beginn und am Ende dieses Feinbrandes entstehen. Nach zwei Stunden schließlich waren aus 45 Litern Zwetschgenmaische rund zwei Liter an 73-prozentigem Alkohol entstanden, der mit destillierten Wasser von Buchner zu vier Litern Genussalkohol mit einem Gehalt von 40 Prozent Alkohol verdünnt wurde.

Den Obstbrand wird die Universität nicht verkaufen – dafür ist die produzierte Menge zu gering. Vielmehr werden Zwetschgenwasser und Apfelbrand als kleine Gastgeschenke weitergegeben.