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23.06.15

"Ihre Handys haben etwas mit unserer Hölle zu tun": Shalompreis für Therese Mema

Die Sozialarbeiterin und Traumatherapeutin Therese Mema Mapenzi aus dem Kongo ist am Wochenende mit dem Shalompreis des Arbeitskreises Shalom für Gerechtigkeit und Frieden an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt ausgezeichnet worden. Der Preis wird seit 1982 jedes Jahr an eine herausragende Persönlichkeit, die sich für Frieden und Menschenrechte einsetzt, vergeben. In den letzten Jahren kamen je Preisträger zumeist mehr als 20.000 Euro zusammen.


Therese Mema Mapenzi, links neben ihr Laudator Prälat Dr. Klaus Krämer (Präsident von missio / Aachen), rechts neben ihr Schirmherr OB Andreas Steppberger, ganz rechts Prof. Dr. Markus Eham (Vizepräsident der KU Eichstätt), daneben für das Bistum Eichstätt Bischofsvikar Georg Härteis (Foto: Kusche)

Die Preisträgerin schilderte ihr Land in ihrer Dankesrede zunächst als ein schönes und fruchtbares Land, reich an Bodenschätzen und fragte, wie es sein könne, dass dort Menschen hungerten, Gewalt und Krieg seit zwanzig Jahren Alltag seinen. Im Osten des Kongo gibt es reiche Vorkommen unter anderem an Coltan. Das für Tantal nötige Roherz ist für die Halbleiterfertigung nötig und befindet sich in Handys, Smartphones, Tablets, Fotoapparaten, chirurgischen Geräten usw. „Ihre Handys“, so die Preisträgerin, „haben etwas mit unserer Hölle zu tun“. 

Laudator Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident von missio Aachen, erklärte in seiner Rede die Zusammenhänge zwischen den wertvollen Rohstoffen, die im Kongo zu Tage gefördert werden, dem illegalen Verkauf und dem Leid der Menschen. Rebellen, aber auch Soldaten der Regierungstruppen eroberten bewusst Gebiete, in denen wertvolle Roherze tief unter der Erde lagern. Die Kämpfer entführen häufig Männer, Frauen und auch schon Kinder aus ihren Dörfern. Sie müssen Sklavenarbeit leisten und werden sexuell missbraucht, körperliche und seelische Verstümmelung sind die Folgen. In den ‚Centre d’Ecoute’ (Zentren des Zuhörens)  könnten die an Körper und Seele verletzten Menschen reden. Das Projekt „Justice et Paix“ wird von missio Aachen finanziell unterstützt. 

Die vierfache Mutter, die am Tag der Preisverleihung noch für ein Stipendium ihres Fernstudiums der Universität Coventry eine externe Prüfung in Istanbul ablegen musste, sagte am Ende ihrer Preisrede, dass Frieden in Afrika auch Frieden für Europa bedeutete. Die Menschen würden nicht ohne Grund aus ihrer Heimat fliehen. Es sei eine internationale Konferenz nötig, um über friedensbildende Maßnahmen im Kongo zu sprechen. Es drohe erneut ein Genozid wie in Burundi und Ruanda vor zwanzig Jahren.

Laudator Krämer bezeichnete Thérèse Mema als eine der mutigsten Frauen Afrikas. Er hatte ein besonderes Geschenk mitgebracht: ein aus Granaten hergestelltes Kreuz aus Liberia, das 2008 von Papst Benedikt  XVI in Rom geweiht wurde. Eine Kindersoldatin, die Opfer und Täterin war, brachte es zum Papst. Das Kreuz, das von Aachen nach Eichstätt kam, wird nun im Kongo stehen.

Für die Stadt Eichstätt dankte der Schirmherr Oberbürgermeister Andreas Steppberger der Preisträgerin für ihre mutige Arbeit und erinnerte daran, dass wir alle elektronische Geräte benutzten, aber häufig nicht danach fragten, woher die Rohstoffe kämen.

KU-Vizepräsident Prof. Dr. Markus Eham würdigte die Arbeit der Preisträgerin, sie enthalte „die biblischen Dimension des Heilbringens“. Zugleich betonte er die Bedeutung des AK Shalom für die Stadt und die Universität. Bischofsvikar Georg Härteis sprach im Namen des Bischofs und des gesamten Bistums den ein Grußwort, in dem er den Mut und die Hoffnung von Thérèse Mema würdigte. Das Referat Weltkirche ist einer der Spender des AK Shaloms.

Spenden für den Shalompreis 2015 können noch bis Ende September überwiesen werden. Alle Spenden fließen zu hundert Prozent in das Projekt von Thérèse Mema. Die Arbeit im AK Shalom, die derzeit von neun Studierenden und Bürgerinnen getragen wird, ist ehrenamtlich. Spenden an:

KHG Eichstätt
Stichwort ‚Shalomaktion 2015’,
IBAN: DE 34 721 608 180 109 620 320
VoBa Bayern Mitte e G