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19.06.18

Innovative Mobilitätskonzepte für den Luftraum von Ingolstadt

Die Region Ingolstadt soll ein Testfeld für „Urban Air Mobility“ werden. Die Stadt Ingolstadt, mehrere Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen, darunter auch die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, haben am 19. Juni im bayerischen Wirtschaftsministerium eine Absichtserklärung unterzeichnet mit dem Ziel, im Rahmen einer EU-Initiative den regionalen Personentransport in der Luft mittels Flugtaxis zu erproben und zu erforschen.


Innovative Mobilitätskonzepte für den Luftraum von Ingolstadt

Studie für ein Flugtaxi von Audi, Italdesign und Airbus. Animation: Italdesign

Mit der Initiative „Urban Air Mobility“ (UAM) will die „Europäische Innovationspartnerschaft der smarten Städte und Gemeinden“ mit Unterstützung der Europäischen Kommission Städte, Bürger, Unternehmen und Interessensvertreter zusammenbringen, um praktische Anwendungsstudien und Initiativen zu starten. Die Initiative wird angeführt von Airbus, mit der Beteiligung von Eurocontrol und der Europäischen Agentur für Flugsicherheit. Im Rahmen der Digitalisierungsstrategie hatte der Stadtrat von Ingolstadt bereits im Februar beschlossen, als Pilotstadt Testfelder für verschiedene Formen der digitalen Mobilität bereitzustellen. Das Projekt heißt „Flugtaxi Ingolstadt Plus“ und zielt darauf ab, Verkehrsprobleme zu lösen und neue Formen urbaner Mobilität zu entwickeln.

Zusammen mit dem Freistaat Bayern, den Landkreisen der Region und Partnern aus Industrie und Forschung wurde eine Beteiligung an der UAM-Initiative vereinbart. Nun wurde in München eine entsprechende Vereinbarung unterschrieben. Die Absichtserklärung unterzeichneten unter anderem der bayerischer Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer, die bayerische Wissenschaftministerin Marion Kiechle, Gerhard Eck, Staatssekretär für Inneres und Integration, Josef Zellmeier, Staatssekretär für Wohnen, Bauen und Verkehr, Ingolstadt Oberbürgermeister Christian Lösel, die Landräte von Pfaffenhofen, Eichstätt und Neuburg-Schrobenhausen, Vertreter von Airbus und Eurocontrol, der Präsident der Technischen Hochschule Ingolstadt, Walter Schober, sowie KU-Präsidentin Gabriele Gien.

„Ingolstadt ist immer bereit, neue und vielversprechende Technologien auszuprobieren, um die Lebensqualität unserer Bürger zu verbessern. Ein Modellversuch für Flugtaxis für Personen-, Kranken- oder Organtransporte passt hervorragend zu uns und schärft unsere Ausrichtung als bundesweites Zentrum für die Erprobung digitaler und autonomer Mobilität“, so Ingolstadts OB Christian Lösel. Mit dem angestrebten Testfeld unterstreiche die Stadt ihren Anspruch als führender Standort für Industrie, Entwicklung und Forschung. Flugtaxis könnten den ÖPNV ergänzen, aber keinesfalls ersetzen. Ingolstadt stelle mit seiner zentralen geografischen Lage in unmittelbarer Nähe zu den Metropolen München und Nürnberg und den Großstädten Augsburg und Regensburg sowie den Flughäfen München und Nürnberg auch aufgrund seines hohen Verkehrsaufkommens und der großen Bevölkerungsdichte ein ideales Testfeld dar. „Die Bevölkerung wird in die Machbarkeitsstudien aktiv einbezogen und die Belange hinsichtlich Lärm und Sicherheit müssen natürlich berücksichtigt werden“, so Lösel.

Hier würden im Falle einer Realisierung des Projekts die beiden beteiligten Hochschulen ansetzen. „Die KU beschäftigt sich bereits jetzt mit gesellschaftlichen, psychologischen und ethischen Fragen von Mobilität. Bei der Erforschung individueller Verkehrsmittel werden wir unsere Expertise einbringen, wenn es um Fragen von Bürgerbeteiligung und Akzeptanz neuer Technologien geht“, so KU-Präsidentin Gabriele Gien. Die Technische Hochschule Ingolstadt (THI) will ihre Expertise auf dem Feld von Digitalisierung und Mobilität in die Forschungsallianz einbringen. „Wir davon überzeugt, dass innovative Mobilitätskonzepte im Luftraum Zukunftspotenzial haben. Wir freuen uns daher, das Vorhaben durch wissenschaftliche Begleitung unterstützen zu können. Dabei wollen wir mit unseren Kompetenzen in den Bereichen Luftfahrtforschung und Mobility Management einen Beitrag zum Gelingen des Projekts sowohl aus technischer als auch wirtschaftlicher Sicht leisten“, so THI-Präsident Walter Schober.

Die KU und die THI kooperieren bereits jetzt beim Projekt „Mensch in Bewegung“, das beide Hochschulen im Rahmen des Bund-Länder-Programms Innovative Hochschule umsetzen. Auch in diesem Projekt werden Herausforderungen im Bereich von Mobilität und Digitalisierung erforscht und gemeinsam mit Partnern aus Gesellschaft und Wirtschaft erörtert.