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13.02.20

Kirschner und Pittrof leiten neues „KU Zentrum Religion, Kirche, Gesellschaft im Wandel“

Bei der konstituierenden Vollversammlung des neuen „KU Zentrums Religion, Kirche, Gesellschaft im Wandel“ (ZRKG) haben dessen Mitglieder einstimmig Prof. Dr. Martin Kirschner zum Direktor und Prof. Dr. Thomas Pittrof zu seinem Stellvertreter gewählt. Kirschner ist Inhaber des Lehrstuhls für Theologie in den Transformationsprozessen der Gegenwart, Pittrof hat an der KU den Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturwissenschaft inne.


Prof. Dr. Martin Kirschner (links) und Prof. Dr. Thomas Pittrof.

Prof. Dr. Martin Kirschner (links) und Prof. Dr. Thomas Pittrof.

Das Leitungsteam des „KU Zentrums Religion, Kirche, Gesellschaft im Wandel“ gemeinsam mit Mitgliedern und Mitarbeitern der neuen Forschungseinrichtung. (Fotos: Schulte Strathaus/upd)

Das Leitungsteam des „KU Zentrums Religion, Kirche, Gesellschaft im Wandel“ gemeinsam mit Mitgliedern und Mitarbeitern der neuen Forschungseinrichtung. (Fotos: Schulte Strathaus/upd)

„Das Zentrum macht es sich als zentrale Forschungseinrichtung der KU zur Aufgabe, diejenigen Fächer und Disziplinen zusammenzuführen, die sich mit dem thematischen Feld von Religion, Kirche und Gesellschaft befassen. Wir wollen die vorhandene Expertise bündeln und unter der Perspektive des Wandels bzw. der Transformation auf gemeinsame Forschungsfragen und -ziele hin ausrichten“, erklärt Professor Kirschner. Zum Start gehören dem ZRKG 27 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus sieben Fakultäten der KU an. Das Themenspektrum der Beteiligten reicht von Theologie, Klassischer Archäologie, Philosophie und Sozialpädagogik bis hin zu Soziologie, Politologie sowie Kunstgeschichte und Literaturwissenschaften. Nachwuchskräfte aus unterschiedlichen Disziplinen können ebenfalls als Mitglieder im ZRKG mitarbeiten. „Modernisierungsprozesse führen nicht zu einem Verschwinden der Religion, sondern zu einem tiefgreifenden Wandel ihrer Glaubens-, Ausdrucks- und Sozialformen. Dabei erweist sich Religion als ein ebenso einflussreicher wie ambivalenter Faktor der gesellschaftlich-kulturellen Entwicklung wie der internationalen Politik“, so Kirschner. Fragen nach der Bedeutung von Religion für Individuen und Gesellschaften sowie nach Gründen und Bedingungen ihrer Institutionalisierung seien heute keineswegs obsolet geworden, sondern müssten vielmehr in neuer Dringlichkeit gestellt werden – und zwar unter globalen Vorzeichen.

Die am ZRKG beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern konzentrieren sich auf drei Forschungsfelder. Im Bereich „Medien und Praktiken in religiösen Transformationsprozessen“ wollen sich die Forschenden insbesondere mit der historischen Dimension von Christentum und Judentum beschäftigen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Kommunikation im Kontext religiöser Transformationsprozesse und deren Rahmenbedingungen – von der mündlichen Überlieferung bis hin zu modernen Kommunikationsmedien und deren soziale Kontexte.

Im Forschungsfeld „Persönlichkeitsbildung heute: Herausforderungen, Formen, Grundlagen“ wird ergründet, wie Menschen in allen Lebensphasen ihre Persönlichkeit entwickeln, Herausforderungen der Gegenwart annehmen und sich an der Gestaltung der Welt beteiligen können: Worin bestehen die Grundlagen von persönlichen Bildungsprozessen? Wie lässt sich das christliche Menschenbild mit seinen ethischen Implikationen und Konsequenzen für Bildungsprozesse fruchtbar machen? Wie gestalten sich die Lebensbedingungen in modernen Gesellschaften und wie lassen sie sich in Dialog mit kulturellen und religiösen Traditionen bringen?

Grundlegenden Fragen von „Religiosität in Transformationsprozessen der Gegenwart“ widmet sich das dritte Forschungsfeld des ZRKG. Darin soll dem tiefgreifenden Wandel im Bereich der Religiosität und der kirchlichen Sozialformen sowie im Verständnis des Glaubens nachgegangen werden. Einerseits ist ein individueller und pluraler Umgang mit Religion festzustellen, bei dem Menschen sich aus heterogenen religiösen Angeboten das für sie Passende zusammenstellen. Andererseits wächst die Bedeutung fundamentalistischer Bewegungen, die unter selektivem Rückgriff auf einzelne Traditionen eine festgefügte, andere(s) ausschließende Identität zu etablieren suchen. „Um diese Transformationen von Religiosität in der Gegenwart zu verstehen und zu deuten, bedarf es der sozial-, politik-, kultur-, religions- und literaturwissenschaftlichen Perspektive ebenso sehr wie der theologischen“, betont ZRKG-Direktor Kirschner.

Ausführliche Informationen zur Programmatik und zu Mitgliedern des „KU Zentrums Religion, Kirche, Gesellschaft im Wandel“ finden sich auf dessen Homepage unter www.ku.de/zrkg.