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19.09.17

KU und Bundesentwicklungsministerium wollen zu Bildung in Afrika kooperieren

Die KU und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) wollen künftig stärker kooperieren, wenn es um die Förderung von Bildung und Ausbildung sowie den Aufbau von Informations- und Kommunikationstechnologien in Afrika geht. Eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichneten Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller und KU-Präsidentin Prof. Dr. Gabriele Gien am Dienstag in Eichstätt. Die Initiative dafür ging auf Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger (Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt) zurück.


(v.l.) KU-Präsidentin Prof. Dr. Gabriele Gien, Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller und Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger (Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt) bei der Unterzeichnung der Absichtserklärung. (Foto: Klenk/upd)

Ziele einer künftigen Zusammenarbeit sind u.a. die Begleitung und Evaluierung von Bildungsinstitutionen und -projekten, die Entwicklung von Perspektiven für die berufliche Bildung in Afrika speziell im Hinblick auf den digitalen Wandel sowie die Gestaltung von Aus- und Fortbildung von Lehrern am Beispiel von Uganda.

„Die Zukunft Afrikas, aber auch unsere Zukunft in Europa hängen davon ab, ob es gelingt, die großen Entwicklungsherausforderungen zu meistern. Gemeinsam können wir das zum Nutzen beider Kontinente schaffen. Dafür brauchen wir eine neue Dimension der Zusammenarbeit, so wie wir sie im Marshallplan mit Afrika vorgeschlagen haben. Mit dazu gehört eine enge Partnerschaft zwischen Politik und Hochschulen – in der Forschung, aber auch in der praktischen Arbeit vor Ort“, sagte Minister Müller. Die KU sei eine international tätige und angesehene wissenschaftliche Institution, die über ein weltweites Netzwerk verfüge. „Gute Bildung für Afrikas Jugend ist die Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung. Wir wollen den Dreiklang Bildung, Ausbildung und Arbeit zum Schwerpunkt unserer Zusammenarbeit ausbauen und dabei die Chancen der Digitalisierung nutzen. Die Kirchen und kirchlichen Organisationen leisten einen wichtigen Beitrag für Entwicklung und Bildung und sind hier schon heute Vorreiter und Vorbilder“, erklärte Müller weiter, der selbst unter anderem Pädagogik in Eichstätt studiert hat.

KU-Präsidentin Gien ergänzte: „Unser Anliegen ist es, die Expertise der Universität in die Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen einzubringen. Dabei wollen wir mit engagierter Wissenschaft nicht nur regional und national, sondern auch auf internationaler Ebene wirken.“

Anlässlich der Unterzeichnung skizzierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der KU dem Minister beispielhafte Projektideen und bereits laufende Aktivitäten. So verfügt die Universität über Expertise im Sektor der interkulturellen Sozialarbeit, aber auch der Erforschung von Fluchtursachen oder von Fragen finanzieller Teilhabe wollen Wissenschaftler der KU nachgehen.

Zudem unterhält die KU seit geraumer Zeit bereits Kontakte nach Afrika speziell im Bereich der Ausbildung von Lehrkräften in Deutschland und Uganda. Seit 2012 absolvieren jährlich Studierende der KU ein mehrwöchiges Praktikum an Schulen in der Hauptstadt Kampala. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus unterschiedlichsten Fachrichtungen werden in Uganda mit einem völlig anderen Gesellschafts- und Schulsystem konfrontiert. In Anknüpfung daran soll auch die Lehrerbildung in Afrika weiter ausgebaut werden, wo nur ein sehr geringer Teil der Lehrkräfte überhaupt eine universitäre Ausbildung besitzt. Ziel dabei ist unter anderem auch die gezielte Weiterentwicklung der Ausbildung für Lehrkräfte an der Makerere-Universität in Kampala.

In einem weiteren Projekt möchten Wissenschaftler der KU eine Bildungssoftware mit dem Titel „Learning, Instruction & Fun for Education" (LIFE) entwickeln und den Einsatz der App in Uganda bzw. im gesamten Subsahara-Raum evaluieren. Die Wissenschaftler erhoffen sich davon eine flächendeckende, multilinguale und audiovisuelle Ergänzung des Präsenzunterrichts, welcher gerade in dünn besiedelten Gebieten teuer ist. Zudem sind häufig in den Ländern Afrikas Schulbücher nicht in der Muttersprache der Kinder vorhanden, sodass in einer digitalen Bildungsapp Potentiale gesehen werden, die Probleme der Wissensvermittlung in Afrika zu lösen.