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27.11.17

Matthäus-Schwarz-Förderpreis für studentische Spitzenleistungen

Zum zweiten Mal in Folge hat die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der KU am Freitag gemeinsam mit Warth & Klein Grant Thornton, eine der führenden Wirtschaftsprüfungsgesellschaften Deutschlands, den Matthäus-Schwarz-Förderpreis verliehen. Während des Festaktes in Ingolstadt wurden zwei Bachelorarbeiten, zwei Masterarbeiten und eine Dissertation ausgezeichnet, die allesamt durch wissenschaftliche Tiefe und besondere Expertise überzeugen konnten. Benannt ist der Preis nach Matthäus Schwarz (1497-1574), der Hauptbuchhalter der Fugger war. Er gilt als Mitbegründer der doppelten Buchführung, der Grundlage für das heutige betriebliche Rechnungswesen.


vordere Reihe von links: die Preisträger Tobias Steindl, Anna Lyashenko, Sandra-Melanie Müller, Maike Jungblut und Leo Zipfel; hintere Reihe von links: die Professoren Reinald Koch und Max Göttsche, OB Dr. Christian Lösel, Dr. Stefan Kusterer (Warth & Klein Grant Thornton) sowie Dr. Christina Grosser (Munich Re). (Foto: Klenk/upd)

Den Förderpreis für die besten Bachelorarbeiten erhielten Sandra-Melanie Müller und Leo Zipfel. Müller befasste sich in ihrer Abschlussarbeit mit sogenannten Patentboxen – so wird im Steuerrecht die Möglichkeit bezeichnet, Erträge aus Immaterialgüterrechten gesondert auszuweisen und niedriger zu besteuern als andere Erträge. Zipfel führte Expertengespräche zu der Frage, wie sich die Digitalisierung auf den Berufsstand der Wirtschaftsprüfer auswirkt.

Für ihre Masterarbeiten wurden Maike Jungblut und Anna Lyashenko ausgezeichnet. Jungblut hatte in ihrer Masterarbeit die Effektivität eines „Country-by-Country Reportings“ zur Bekämpfung von Steuervermeidung untersucht. Diese Berichte verpflichten Unternehmen dazu, die Verteilung ihrer Vermögenswerte, Einkünfte und Steuerzahlungen pro Land transparent zu machen – gerade vor dem Hintergrund der erst kürzlich veröffentlichten Paradise Papers eine höchst aktuelle und interessante Thesis.

Lyashenko ging in ihrer Arbeit der Frage nach, inwieweit unternehmerische Nachhaltigkeit den Firmenwert beeinflusst und ob dieser Einfluss von einem Managereffekt getrieben wird. Ebenfalls mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigte sich Tobias Steindl, der den Förderpreis für seine herausragende Dissertation erhielt. Der Magister hatte sich in seiner Schrift mit der Reaktion von Anlegern auf die freiwillige Veröffentlichung von Nachhaltigkeitsinformationen beschäftigt.

Betreuer der Abschlussarbeiten waren Prof. Dr. Max Göttsche (Lehrstuhl für Controlling und Wirtschaftsprüfung) und Prof. Dr. Reinald Koch (Lehrstuhl für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre). Beide betonten noch einmal die überdurchschnittlich guten Leistungen der Preisträger und sind sich einig: „Die ausgezeichneten Arbeiten sind nicht nur äußerst überzeugend und informativ verfasst, sondern stechen durch besonders kompetente und in die Tiefe gehende Untersuchungsmethoden und ihren Nutzen für Wissenschaft wie auch Praxis hervor.“

Die Preisgelder mit einer Summe von insgesamt 14.000 Euro wurden von Warth & Klein Grant Thornton gestiftet. Das Unternehmen unterstützt die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der KU bereits seit Jahren erfolgreich bei der Nachwuchsarbeit und schafft so ein Bindeglied zwischen Theorie und Praxis.Dr. Stefan Kusterer, Senior Partner von Warth & Klein Grant Thornton und Leiter des Standorts München, schätzt diese Zusammenarbeit sehr: „Als Unternehmen in der Region ist es uns ein Anliegen, den Nachwuchs in unserem Umfeld zu fördern und mit jungen Talenten ins Gespräch zu kommen. Mit der WFI haben wir zudem einen Partner, der bekannt für seine sehr gute Ausbildung im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich ist.”

Auch in diesem Jahr übernahm Ingolstadts Oberbürgermeister Dr. Christian Lösel die Schirmherrschaft über den Förderpreis und beschrieb die  besonderen Entwicklungsmöglichkeiten der Stadt  bis 2025.