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22.03.17

Neues Werkzeug für Wetterforscher auf dem Eichstätter Campus

Kurz vor dem Welttag der Meteorologie hat die KU auf ihrem Eichstätter Campus eine neue Wetterstation nach Standards des Deutschen Wetterdienstes sowie eine Pollenfalle in Betrieb genommen. Letztere wird Daten auch an die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst liefern, welche mit der Messeinrichtung an der KU nun auf einen vierten Standort in Bayern zurückgreifen kann. Neben Lufttemperatur, Niederschlag, Windrichtung und Windstärke erfasst die neue Wetterstation auch Daten zu Bodentemperatur und –feuchte sowie zu kurz- und langwelliger Strahlung. „Damit bietet sie deutlich mehr Parameter als das Gerät, welches wir bislang nutzten“, erklärt Prof. Dr. Susanne Jochner-Oette (Professorin für Physische Geographie, Landschaftsökologie und nachhaltige Ökosystementwicklung an der KU), die sich in Forschung und Lehre auch mit Fragen von Klima und Wetter beschäftigt.


Prof. Dr. Susanne Jochner-Oette gemeinsam mit der Studierenden des AK Wetterschau an der neuen Station.

Einmal pro Woche wird der neuen Pollenfalle ein Klebestreifen entnommen, um diesen dann unter dem Mikroskop zu Anzahl und Art der Pollen zu untersuchen. (Fotos: Klenk/Jochner)

Gemeinsam mit derzeit 13 Studierenden des Arbeitskreises „Wetterschau“ erfasst und analysiert sie Messwerte zum Wetter in Eichstätt. Diese setzen sie außerdem in Bezug zur Entwicklung der Vegetation im Jahresverlauf – der so genannten Phänologie. So haben Studierende gerade im Eichstätter Hofgarten damit begonnen, die Stadien von Blüten und Blattknospen zu dokumentieren. Mit dem Start der phänologischen Beobachtungen soll nun der Grundstein für ein kontinuierliches Monitoring gelegt werden. „Für uns sind dabei zwei Aspekte besonders interessant: Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Vegetationsentwicklung sowie der Beginn der Pollensaison allergener Pflanzen“, so Jochner-Oette. Bereits in der Vergangenheit haben sie und ihre Studierende Studien zum Stadtklima und den Dienstleistungen der Natur für die Eichstätter angestellt: So wurden anhand der Entwicklungsstadien von Erbsenpflanzen die unterschiedlichen Temperaturen im Stadtgebiet dokumentiert, die Schadstoffbelastung anhand von Flechten auf Bäumen untersucht oder der Einfluss von Bebauung auf die Temperaturentwicklung.

Eine wichtige Ergänzung zu den Daten der Wetterstation und den phänologischen Beobachtungen bildet die auf dem Dach der Eichstätter Uni-Mensa neu installierte Pollenfalle. Diese saugt pro Minute zehn Liter Luft an. Die dabei einströmenden Pollen bleiben auf einem Klebestreifen haften, der einmal pro Woche mikroskopisch untersucht wird, um Anzahl und Art der Pollen zu erfassen. „Zusammen mit den Daten der Wetterstation lassen sich so Vorhersagen zum Verlauf der Pollensaison treffen und deren Verlauf dokumentieren“, erklärt Jochner, zu deren Arbeitsfeld auch die Entwicklung allergener Pflanzen sowie der Pollenflug gehören.

Ausgewählte Messwerte der Station sind auf der Startseite der KU-Homepage zu sehen und werden demnächst auch auf dem Campus über Monitore präsentiert. Eine detaillierte Darstellung aller erfassten Parameter und monatliche Rückblicke auf das lokale Eichstätter Wetter finden sich unter www.ku.de/wetter.