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17.04.18

Religionspädagogen lernen von Schauspieler

Wer regelmäßig vor anderen Menschen spricht, der weiß: Nicht allein auf fachliche Kompetenz und Inhalte kommt es an. Körpersprache, Stimmlage und Betonung entscheiden wesentlich mit über den Erfolg gelungener Kommunikation. Diese Aspekte nahmen Studierende der Religionspädagogik, die derzeit im Praxissemester in einer Pfarrei tätig sind, während ihrer Studienwoche in Eichstätt unter die Lupe. Für die künftigen Gemeindereferentinnen und -referenten wird dies besonders beim Einsatz in Gottesdiensten spürbar. Mit dem Schauspieler Sebastian Dunkelberg aus Hamburg und dem Liturgiewissenschaftler Prof. Dr. Florian Kluger arbeiteten sie intensiv an ihrem Auftreten.


Foto: Birkel

Der Schauspieler Sebastian Dunkelberg hat bereits viele Erfahrungen mit künftigen Seelsorgerinnen und Seelsorgern gesammelt. Seit mehreren Jahren ist er für einige norddeutsche Bistümer in der Ausbildung tätig. Mit den Eichstätter Studierenden hat Dunkelberg zwei Tage lang gearbeitet. Spezielle Übungen halfen den Studierenden, die eigene Präsenz im Raum auszuloten. Anders als bei den Vorlesungen im Studienbetrieb ging es weniger um die Vermittlung von Theorien und Faktenwissen, sondern um Selbsterfahrung und erfahrungsorientiertes Lernen. Alle Studierenden hatten die Gelegenheit, sich auszuprobieren. Gegenseitig gaben sich die Studierenden Feedback. Von Schauspieler Dunkelberg bekamen sie Tipps und Anregungen zum professionellen Auftreten im Gottesdienst und im Berufsalltag. Die Studierenden sollen sich jedoch nicht verbiegen: „Für mich ist es wichtig, dass die Studierenden authentisch rüberkommen. Dann sind sie glaubhaft“, betont Dunkelberg. Trotz intensiver Arbeit war die Workshopatmosphäre von Humor und Leichtigkeit geprägt.

Dass ein Schauspieler in der Ausbildung der Studierenden mitwirkt, ist für Prof. Dr. Florian Kluger ein echter Gewinn und innovativ: „Unsere Studierenden arbeiten später in Berufsfeldern, bei denen das persönliche Auftreten das A und O ist. Es ist für mich deswegen selbstverständlich, dass das theologische Fachwissen durch Persönlichkeitsbildung ergänzt wird“, sagt Kluger. In seinen Lehrveranstaltungen in Liturgik und in der Predigtausbildung legt er auf diesen Aspekt großen Wert. In der Studienwoche hat er aus diesem Grund mit den Studierenden am Vorlesen biblischer Texte gearbeitet. „Nur, wenn die Texte richtig vorgetragen werden, können Sie von den Hörern auch verstanden werden“, erklärt er.

Die Studienwoche im Bachelorstudiengang Religionspädagogik findet im Rahmen des Praxissemesters statt, das die Studierenden im vierten Semester in einer Pfarrei oder einer Seelsorgeeinheit absolvieren. Dort werden die Erfahrungen aus der Praxis zusammen mit Dr. Reinhard Thoma und Dr. Simone Birkel reflektiert. Die beiden organisieren die Praktika und die Praxisreflexion für die Studierenden an der Fakultät für Religionspädagogik und Kirchliche Bildungsarbeit. Das Bachelorstudium Religionspädagogik bereitet in sieben Semestern auf die Berufe Gemeindereferent/in und Religionslehrer/in im Kirchendienst vor. Auch in der Wohlfahrtspflege und anderen Bereichen arbeiten Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs.