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06.06.19

Religionspädagogik-Professorin der ersten Stunde verstorben

Die Theologin Helga Modesto, die in der Anfangszeit der Gesamthochschule Eichstätt im Fachbereich Religionspädagogik wirkte, ist im Alter von 91 Jahren verstorben. Modesto war von 1972 bis 1977 Professorin für Fundamentaltheologie und Moraltheologie am Fachhochschulstudiengang für Religionspädagogik und kirchliche Bildungsarbeit in München und Eichstätt. Sie zählte zu den ersten Frauen, die im Fach Theologie promoviert haben. In Deutschland konnten Frauen erst ab 1954 einen Doktortitel in Theologie erwerben.


Helga Modesto wurde 1928 geboren und wuchs in Oberösterreich auf. Nach dem Abitur in Linz studierte sie zunächst Philosophie in Salzburg und promovierte dort 1953. Nach einer Tätigkeit in der kirchlichen Sozialarbeit bei der National Catholic Welfare Conference sowie als Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Caritas nahm sie ein zweites Studium im Fach Theologie auf und beendete dies ebenfalls mit der Promotion bei dem in München lehrenden Moraltheologen Richard Egenter. Anschließend wurde Modesto Mitarbeiterin im Institut für Christliche Weltanschauung und Religionsphilosophie bei Prof. Dr. Karl Rahner.

Nach einer weiteren beruflichen Station in der Pressestelle des Ordinariats in München wechselte Helga Modesto schließlich 1966 als Dozentin ins Erzbischöfliche Seminar für Katechese und Seelsorgehilfe in München, welches 1972 in die Gesamthochschule Eichstätt integriert wurde. An der Vorläuferinstitution der 1980 gegründeten Katholischen Universität war Modesto bis 1977 als Professorin tätig, ehe sie sich als freiberufliche Theologin der so genannten Themenzentrierten Interaktion, einem Konzept zur Arbeit in Gruppen, widmete. Fast dreißig Jahre lang war sie als Gruppenleiterin und Lehrerin weltweit tätig. Zuletzt lebte Helga Modesto in einem Pflegeheim in München, wo sie am 14. Mai verstarb.