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16.06.15

Shalompreis-Verleihung an Thérèse Mema: "missio"-Präsident Krämer hält Laudatio

Der Arbeitskreis Shalom für Gerechtigkeit und Frieden verleiht am Samstag, 20. Juni, seinen diesjährigen Preis an die 31-jährige Sozialarbeiterin und Trauma-Therapeutin Thérèse Mema aus dem Kongo. Die Laudatio beim Festakt, der um 20 Uhr im Spiegelsaal der Eichstätter Residenz stattfindet, hält der Präsident des internationalen Hilfswerkes "missio", Prälat Dr. Klaus Krämer. Der AK Shalom stellt mit der Auszeichnung von Thérèse Mema die Situation von Frauen im Kongo in den Mittelpunkt. Sie setzt sich für Menschen ein, die rund um den Abbau von Rohstoffen gefoltert und vergewaltigt werden. Der Shalompreis ist mit mindestens 10.000 Euro dotiert.


Der Arbeitskreis Shalom wird seit über 30 Jahren vom ehrenamtlichen Engagement Eichstätter Studentinnen und Studenten, Mitarbeitern der Universität und Eichstätter Bürgern getragen.

Thérèse Mema engagiert sich im Kongo insbesondere für Vergewaltigungsopfer. Die UN-Sondergesandte gegen sexuelle Gewalt in Konfliktregionen, Margot Wallström, hat das Land vor einigen Jahren als "Vergewaltigungshauptstadt der Welt" kritisiert.

Obwohl der Kongo über zahlreiche wertvolle Rohstoffe wie Gold und Diamanten verfügt, ist das Land bitterarm. Auch das seltene Erz Coltan, das für die Herstellung von Handys benötigt wird, findet sich unter den kongolesischen Bodenschätzen. Rebellen nehmen gezielt Coltan-Anbaugebiete ein, vertreiben, vergewaltigen, berauben und töten die dortige Zivilbevölkerung.

Vor allem für Frauen gilt das Land als der weltweit gefährlichste Ort. Vergewaltigungen und sexuelle Übergriffe sind an der Tagesordnung und eine gezielte Waffe des Bürgerkriegs. Etwa die Hälfte dieser Taten wird von Rebellen begangen. Sie hinterlassen schwer traumatisierte Frauen und Kinder, die neben den schlimmen Erfahrungen unter der Rechtlosigkeit und der fehlenden Hilfe leiden.

Die 33-jährige Preisträgerin Thérèse Mema setzt sich seit dem August 2009 für diese Frauen und Mädchen ein. Sie arbeitet in einem Traumazentrum, in dem vergewaltigte und traumatisierte Frauen Zuflucht und Ansprechpartner finden.

Unter dem Schirm von missio und der katholischen Kirche konnten bislang 16 solcher Trauma-Zentren errichtet werden. Thérèse Mema arbeitet für das katholische Büro „Justice & Peace“ und ist sowohl in Trauma-Arbeit als auch in Psychologie geschult. Sie betreut Frauen, die aufgrund der Vergewaltigungen von ihren Familien verstoßen wurden ebenso wie Frauen, die durch eine Vergewaltigung ungewollt schwanger wurden. Ihr Ziel ist es, die Familien zu versöhnen und Müttern und Kindern einen Weg in ein normales Zusammenleben aufzuzeigen.

Die überzeugte Katholikin und Mutter dreier Kinder leistet neben ihrer Arbeit für Betroffene auch Aufklärungsarbeit, indem sie versucht, den Zusammenhang zwischen den Mobiltelefonen der ersten Welt und dem blutigen Krieg im Kongo darzustellen. Obwohl sie bei ihrer Arbeit auch ihr Leben riskiert, lässt sie sich nicht einschüchtern und engagiert sich weiter, was nun mit dem Preis des AK Shalom honoriert werden soll. Dem Arbeitskreis gehören seit 33 Jahren ausschließlich ehrenamtliche Mitglieder an, vornehmlich Studierende und Bürger aus Eichstätt.

Weitere Informationen zum AK Shalom gibt es unter http://akshalom.landlos.de/.