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19.03.19

So praxisnah wie möglich: Radioausbildung bei der Medienwerkstatt an der KU

Es ist Freitagmorgen. Auf dem Mikrofon der Nachrichtensprecherin leuchtet ein rotes Licht auf. Ein Jingle ertönt. Die junge Frau beginnt zu reden: „Es ist neun Uhr, Sie hören die Nachrichten von Bayern2. Mein Name ist Pia Klaus und das ist die Übersicht…“ Links neben ihr wartet ein junger Mann schon auf seinen Einsatz. Er ist der heutige Moderator der Radiosendung. Was wirkt wie eine alltägliche Radiosendung des Bayerischen Rundfunks, ist eine Übung der Studierenden des Journalistik-Studiengangs der KU im Rahmen der so genannten Medienwerkstatt. Bei dieser geben renommierte Profis aus Print, Online, Hörfunk und Fernsehen ihr Wissen an die Studierenden weiter. Die Medienwerkstatt ist in zwei Teile geteilt: im ersten Teil liegt der Schwerpunkt auf Printmedien, im zweiten Teil geht es um das Praxiswissen für Hörfunk und Fernsehen. Beide Teile dauern jeweils etwa sechs Wochen und finden für die Journalistik-Studierenden in den Semesterferien statt. Aktuell stehen Hörfunk- und Fernsehproduktionen auf dem Programm.


Moderator Amerio Mehle im Gespräch mit Studiogästen des Plattenlabels Blue Oak Records, das Musik-Studierende der KU auf die Beine gestellt haben. (Foto: Imke Leimbach)

Während Moderator Amerio Mele am Mikrofon spricht, überwacht Alina Lackerbauer als Chefin vom Dienst den Sendungsablauf gemeinsam mit Techniker David Lehmeyer. Durch die Glasscheibe verfolgen im Nachbarstudio die anderen Studierenden die Arbeit ihrer Kommilitonen und geben ihnen Feedback. (Foto: Imke Leimbach)

Im Crossmedia-Labor des Studiengangs Journalistik recherchieren die Studierenden für ihre Radiobeiträge und schneiden diese für Magazinsendungen. (Foto: Imke Leimbach)

Im Crossmedia-Labor des Studiengangs Journalistik recherchieren die Studierenden für ihre Radiobeiträge und schneiden diese für Magazinsendungen. (Foto: Imke Leimbach)

Matthias Wiedmann, Dozent für TV und Leiter der Medienwerkstatt Rundfunk, erklärt den Gedanken dahinter: „Die Medienwerkstatt ist die Möglichkeit für Studierende, die Inhalte, die sie im Semester lernen, noch mal zu vertiefen und auf Punkte einzugehen, für die keine Zeit bleibt.“ So würden im Semester die Grundlagen geschaffen. In der Medienwerkstatt gingen externe Dozenten inhaltlich noch einmal weiter in die Tiefe.

In der Radiowoche werden dabei die 35 Studierenden der diesjährigen Medienwerkstatt in vier Gruppen eingeteilt und müssen zusammen jeweils zwei unterschiedliche Radiosendungen planen und mit verschiedenen Beiträgen gestalten. Ein buntes und kreatives Nachrichtenmagazin ist die Vorgabe für die erste Sendung und für die zweite soll ein trockeneres Nachrichtenmagazin geplant werden.

Während der Moderator und der gewählte Chef vom Dienst zusammen mit Techniker David Lehmeyer im kleinen Radiostudio die Sendung produzieren, sitzen die anderen Studierenden sowie zwei Dozenten vom Bayerischen Rundfunk und Techniker Robert Thaller im Radiostudio gegenüber. Sie beobachten den Moderator durch eine Scheibe zwischen den Studios und hören der Radiosendung zu. Danach gibt es ein Feedback von den Kommilitonen und den externen Dozenten zur gesamte Sendung, den einzelnen Beiträge und der Moderation.

Alexander Schaffer, Leiter der Programmredaktion „Bayern 2“, ist seit 17 Jahren externer Dozent für Hörfunk in der Medienwerkstatt. Für ihn ist dieses Format ein wertvoller Studieninhalt: „Ich finde, die Medienwerkstatt ist eine einmalige Gelegenheit in der Uni, so praxisnah wie möglich Radio zu gestalten. Manchmal ist universitärer Betrieb ein bisschen weit weg von der Realität, und ich denke das ist das, was wir vom Bayerischen Rundfunk ganz gut zeigen können – die Realität und den Alltag.“ Das mache einerseits Spaß, sei aber auch anstrengend. Das bedeute Nachtschichten und sich reinhängen. All das versuche Schaffer in die Medienwerkstatt mitzubringen.

Doch trotz des hohen Drucks sind auch die Journalistik-Studierenden mit der Idee der Medienwerkstatt zufrieden. „Es soll einfach so nah an der Realität sein, wie nur irgendwie möglich. Und so haben wir für einen Radiobeitrag nur einen Tag oder ein paar Stunden Zeit“, erläutert die Studentin Miriam Schäfer. Natürlich sei man irgendwann ausgelaugt, aber wenn man sich dann die fertige Radiosendung anhöre, hätten sich die Mühe und Arbeit gelohnt. Der starke Praxisbezug der Studiengänge ist nicht nur im Journalistikstudium ein Aspekt, auf den die KU Wert legt. Wie die aktuelle Befragung für den bundesweiten Studienqualitätsmonitor zeigt, wissen die Studierenden dies zu schätzen: Im Vergleich zu anderen Universitäten in Deutschland beurteilten die Befragten an der KU den Praxisbezug der Lehrveranstaltungen sowie die Möglichkeit, bereits im Studium praktische Erfahrungen zu sammeln, als überdurchschnittlich gut.

In der Medienwerkstatt wird neben den aufwendigeren eigenen Produktionen wie den Radiosendungen und dem TV-Beitrag auch Wert auf Feinheiten gelegt. So haben in den ersten Wochen externe Dozenten mit den Studierenden unter anderem Interviewtechniken, Texten für Fernsehbeiträge und Schnitttechnik geübt. Dabei ist ein Feedback von Kommilitonen und dem jeweiligen Dozenten immer ein Bestandteil dieser Übungen.

Für Student Simon Müller sind diese Rückmeldungen besonders wichtig: „Ich glaube mit diesem Feedback auf das Produkt, das man erzeugt hat - egal, ob das ein Artikel, ein Hörfunkbeitrag oder ein Fernsehbeitrag ist - lernt man am besten, wie man es besser macht.“ Leiter Matthias Wiedmann berichtet, dass die Medienwerkstatt nicht nur bei den Journalistik-Studierenden gut ankommen, sondern auch die Dozentinnen und Dozenten mit Spaß bei der Sache seien. Um dieses Lehrformat laufend weiterzuentwickeln, werden die Studierenden am Ende der Medienwerkstatt um ihr Feedback gebeten. Aber bis dahin steht in den kommenden Tagen erst einmal noch die Arbeit an TV-Beiträgen an, wenn die Arbeit für das Fernsehen im Mittelpunkt steht.

Imke Leimbach

Über den Studienqualitätsmonitor:

Seit 2007 erstellt das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung gemeinsam mit der AG Hochschulforschung der Universität Konstanz jährlich den Studienqualitätsmonitor. Die repräsentative Befragung gibt aus Perspektive der Studierenden Aufschluss darüber, wie sich die Studienbedingungen und die Studienqualität darstellen. Die aktuelle Auswertung des Studienqualitätsmonitors zeigt, dass die Studierenden im bundesweiten Vergleich deutlich zufriedener als die Kommilitoninnen und Kommilitonen anderer Hochschulen. Sie schätzen unter anderem das Engagement der Lehrenden, den guten Kontakt unter den Studierenden, den Praxisbezug der Lehrveranstaltungen sowie die Vermittlung von ethischem Verantwortungsbewusstsein und Teamfähigkeit.