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22.08.18

Prof. Franz Burgey im Alter von 91 Jahren verstorben

Die KU trauert um Prof. Franz Burgey. Er war mehr als 16 Jahre lang Leiter der Münchner Abteilung für Religionspädagogik und kirchliche Bildungsarbeit und wirkte maßgeblich an der Ausbildung von Gemeindereferenten und Religionslehrern und an der Entwicklung und Profilierung dieser kirchlichen Berufe mit. „Durch sein Vorbild und seine Lehre hat Franz Burgey eine ganze Generation von Religionslehrern und Gemeindereferenten inspiriert“, so KU-Vizepräsident Prof. Dr. Markus Eham.


Prof. Franz Burgey

Franz Burgey wurde 1927 in Landshut geboren. Nach dem Krieg studierte er Philosophie und Theologie in Freising und München. 1952 wurde er von Kardinal Faulhaber zum Priester geweiht. Schon wenige Jahre später wurde er zum Direktor eines katholischen Landschulheims berufen. 1965 wurde Franz Burgey Rektor des Erzbischöflichen Seminars für Katechese und Seelsorgehilfe in München. Das Seminar wurde auf seine Initiative und durch sein tatkräftiges Mitwirken zum Fachhochschulstudiengang für Religionspädagogik und kirchliche Bildungsarbeit erhoben. 1972 wurde der Studiengang in die damals neu gegründete Gesamthochschule Eichstätt integriert. Burgey leistete Pionierarbeit beim Aufbau der Münchner Abteilung des Fachbereichs Religionspädagogik. Er prägte entscheidend die Identität der Fakultät mit und wirkte wegweisend an der Etablierung eines neuen Berufszweigs mit – von der Seelsorgehelferin zur Gemeindereferentin und zum Gemeindereferenten. Unaufdringlich und liebenswürdig verstand er es, richtungsweisende Impulse zu setzen.

Was seine fachliche Ausrichtung anbetrifft, so betrachtete sich Franz Burgey als Grenzgänger: „Grenzfragen zwischen Theologie und Philosophie“ lautete die Nomination seiner Professur. Unter seinen Publikationen finden sich nicht nur zahlreiche Predigtsammlungen, sondern auch Bücher mit Titeln wie „Naturwissenschaft und Glaube“ oder „Technik und heiliger Kosmos“. Diese Werke deuten auf sein großes Lebensthema hin, die Spannung zwischen Wissenschaft und Technik einerseits und Theologie und Verkündigung andererseits. Franz Burgey beschäftigten die Folgen der rasanten naturwissenschaftlich-technischen Entwicklung wie Kernspaltung, Genforschung. Bei seiner Verabschiedung verwies er darauf, dass nicht zufällig das Auto der Zivilisation liebstes Kind sei. „Automobil heißt selbstbewegt“, so Franz Burgey. „Genau so erscheint dem heutigen Menschen die ganze Welt: Selbstbewegt – man braucht keinen anderen, keinen ersten Beweger mehr. Wenn diese Alltagserfahrung der Autonomie keine religiöse Deutung und Vermittlung erfährt, so ist kein Gott mehr zu sehen.“ Burgey warb darum, den Grenzfragen zwischen Theologie und Naturwissenschaften noch intensiver nachzuspüren: „Wäre nicht ein Fachhochschulstudiengang wie der unsere, der ausdrücklich Theologie hin zur Praxis vermitteln will und ständig im Bezug zur Praxis steht, der Ort der Wahrnehmung der religiösen Folgen einer wissenschaftlichen Zivilisation und der Ort der Vermittlungsarbeit?“

Bis zum Eintritt in den Ruhestand 1989 blieb Franz Burgey Leiter der Münchner Abteilung für Religionspädagogik und kirchliche Bildungsarbeit. Danach wirkte er bis vor drei Jahren als Seelsorger in den Orten Linden und Lochen im Landkreis Bad Tölz. Am letzten Wochenende ist Franz Burgey im Alter von 91 Jahren verstorben.