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25.02.20

Meinungsbildung durch digitale Medien

Über ein Jahr hinweg wollen Wissenschaftler der KU untersuchen, welchen Einfluss digitalen Medien auf Meinungs­bildungs­prozesse zu Fragen von Migration und Digitalisierung haben. Dazu suchen sie derzeit Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die auf eigens eingerichteten Online-Plattformen zu diesen Themen diskutieren sollen.


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„Migration und Digitalisierung bieten sich als exemplarische Themen an, weil beide ein hohes Konfliktpotential aufweisen. Wir erwarten daher gegensätzliche Meinungen und Versuche, andere Diskussionsteilnehmerinnen und -teilnehmer in ihrer Meinung zu beeinflussen. Uns interessieren die Strategien der Beeinflussung und welche Reaktionen sie auslösen“, erklären Prof. Dr. Klaus-Dieter Altmeppen (Lehrstuhl für Journalistik II) und Dr. Simon Goebel (wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum Flucht und Migration der KU). Eingebettet ist ihr Vorhaben in das Verbundprojekt „Mensch in Bewegung“, das einen Schwerpunkt auch auf den Austausch mit den Menschen in der Region legt.

Konkret wollen Altmeppen und Goebel nicht nur die Online-Diskussionen verfolgen, sondern durch Interviews mit den Teilnehmenden herausfinden, inwiefern Meinungen im Laufe des Diskussionsprozesses beeinflusst, verändert oder bestätigt werden. Alle Daten werden dabei anonymisiert erhoben, Außenstehende haben keinen Zugriff auf die Online-Plattformen. Anschließend sollen die gewonnenen Erkenntnisse wiederum auf öffentlichen Plattformen zur breiten Diskussion gestellt werden.

„Zudem wollen wir bereits im Laufe des Forschungsprozesses durch Veranstaltungen in der Region für das Thema ,digitale Öffentlichkeit‘ Interesse wecken und unsere Erkenntnisse und Fragen mit der Bevölkerung diskutieren. Wir halten die Auseinandersetzung mit digitalen Medien für enorm wichtig“, so Goebel. Einerseits böten sie neue Möglichkeiten der Artikulation, neue Räume des Teilens von Informationen und neue Freiheiten, andererseits seien sie ein Bereich, in dem sich beispielsweise Hass und falsche Tatsachenbehauptungen rasant und weit verbreiten könnten.

Wer volljährig ist und Interesse hat, an dieser Studie teilzunehmen, kann sich per Mail an digitalemedien(at)ku.de mit dem Forscherteam in Verbindung setzen.