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13.11.19

Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät Ingolstadt feiert
30-jähriges Bestehen

Mit 80 Studierenden und acht Lehrstuhl­inhabern startete am 7. November 1989 der Lehrbetrieb an der Wirtschafts­wissen­schaft­lichen Fakultät Ingolstadt (WFI) der KU. Drei Jahrzehnte später feiert die WFI am Mittwoch, 13. November 2019, mit ihrem Dies Oeconomicus ihr 30-jähriges Bestehen. Trotz ihrer noch jungen Historie zählt die WFI im deutschsprachigen Raum zu den renommiertesten Standorten für Forschung und Lehre im Bereich der Wirtschaftswissenschaften, wie zahlreiche Spitzenplatzierungen in Hochschulrankings sowie Umfragen bei Studierenden und Personalverantwortlichen regelmäßig bestätigen. Für die mittlerweile 1000 Studierenden gestalten 22 Lehrstühle ein breites Studienangebot gemeinsam mit internationalen Partneruniversitäten und ausgewählten Partnerunternehmen. Seit Bestehen der WFI sind in den Studienprogrammen verpflichtende Wirtschafts- und Unternehmensethikkurse integriert, so dass die Studierenden ihr soziales und gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein weiterentwickeln können, das für eine nachhaltige Gesellschafts- und Wirtschaftsentwicklung unabdingbar ist.


Gegenwärtig bietet die WFI ihren 1000 Studierenden mit 22 Lehrstühlen mehrere Bachelor- und Masterstudiengänge, die auch gemeinsame Abschlüsse mit internationalen Partneruniversitäten ermöglichen. (Foto: Klenk/upd)

Gründungsdekan Prof. Dr. Eduard Gaugler (vorn im Bild) gemeinsam mit Dozenten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gründungszeit im Jahr 1989 vor dem Hauptgebäude der WFI. (Foto: upd)

Nach einem Pontifikalgottesdienst im Ingolstädter Münster fand am 15. November 1989 der Festakt zur Eröffnung der Wirtschaftswissenschaftli-chen Fakultät mit über 1000 Gästen im Ingolstädter Stadttheater statt. (Foto: upd)

(v.l.) Konrad Regler (Eichstätter Landrat), Peter Schnell (Oberbürgermeister der Stadt Ingolstadt), Prof. Dr. Eduard Gaugler (Gründungsdekan der WFI), Prof. Dr. Franz Knöpfle (Stiftungsvorstand der Stiftung Katholische Universität Eichstätt), Kardinal Friedrich Wetter und Prof. Dr. Nikolaus Lobkowicz (Präsident der KU). (Foto: upd)

Ursprünglich gab es in Ingolstadt ab den 1970er-Jahren Ansätze dafür, mit einer medizinischen Hochschule an die akademische Tradition der Stadt anzuknüpfen, in der von 1472 bis 1800 die erste bayerische Landesuniversität angesiedelt war. Diese Bestrebungen blieben zwar erfolglos, der Wunsch nach einer Hochschuleinrichtung war jedoch unverändert lebendig geblieben. „Er intensivierte sich erneut in den 1980er-Jahren in Verbindung mit Hochschulentwicklungen im benachbarten Eichstätt“, schrieb der 2014 verstorbene Gründungsdekan der WFI, Prof. Dr. Eduard Gaugler, in einem Rückblick auf die Entstehungsgeschichte der Fakultät. Als Professor der Universität Mannheim hatte Gaugler gemeinsam mit den Professoren J. Heinz Müller (Universität Freiburg) und Anton Rauscher (Universität Augsburg) vom damaligen KU-Präsidenten Nikolaus Lobkowicz den Auftrag für ein Gutachten erhalten, das die Idee einer neuen Fakultät am Standort Ingolstadt kritisch prüfen sollte. Die positive Einschätzung der Gutachter war Basis für die weiteren Schritte auf dem Weg zu WFI, für die – wie Gaugler schrieb – das Vertrauen Kardinal Friedrich Wetter und die bayerischen Diözesen wuchs und „durch Ministerpräsident Franz Josef Strauß und Kultusminister Hans Maier tatkräftig gefördert wurde“. Im Jahr 1988 schließlich gründete sich ein Strukturbeirat mit Vertretern der KU und zahlreichen externen Experten, der die inhaltliche Ausrichtung der neuen Fakultät erarbeitete.

Um die neue Fakultät möglichst schnell starten zu lassen, galt es auch, in kurzer Zeit geeignete Professoren zu finden. Einer von ihnen war Prof. Dr. Leo Schuster, der zum Start der Fakultät von der Universität Sankt Gallen an die WFI wechselte und dort den Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Finanzierung und Bankbetriebslehre übernahm. Zugleich war er erster Prodekan der WFI und folgte Gründungsdekan Eduard Gaugler in dessen Amt von 1991 bis 1993. „Dort einen Neubeginn zu wagen, hatte etwas Besonderes. Die ersten Kontakte mit Gründungsdekan Gaugler, Präsident Lobkowicz und dem damaligen Stiftungsdirektor Beyer waren ausgesprochen einladend und vielversprechend“, erinnert sich Schuster. Die Neugründung ging auch mit ganz praktischen Herausforderungen einher: Da das frühere Missionshaus der Steyler Missionare – heute der Hauptbau der WFI – zum Start der jungen Fakultät noch nicht ganz bezugsfertig war, startete der Lehrbetrieb zunächst im Großen Saal des Ingolstädter Landgerichts. „Die Studierenden legten auch ein gewisses Pionierverhalten an den Tag, was sich in aktiver und kooperativer Mitarbeit äußerte“, so Schuster. Die ersten zehn Jahre seien im Rückblick tatsächlich ein gewisses Wagnis gewesen und geprägt von einer erst allmählich wachsenden Anzahl Studierender und dem Aufbau einer Dozentenschaft mit qualifizierten Professoren und Assistenten. Dies sei auch die Hauptaufgabe der ersten Dekane gewesen. „Etliche Kollegen hielten Ingolstadt die Treue, und haben die Fakultät persönlich und fachlich geprägt“, sagt Schuster, der selbst bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2000 an der WFI tätig war. Zudem habe die Fakultät frühzeitig Verbindungen zu ausländischen Universitäten geknüpft, um Studierenden und Dozierenden einen Austausch zu ermöglichen.

Der Dies Oeconomicus an der WFI (Auf der Schanz 49, Ingolstadt) beginnt am 13. November um 16.30 Uhr mit einem Wortgottesdienst im Raum Z01 (Neubau). Anschließend findet ab 17.15 Uhr im Großen Hörsaal der Festakt zum 30-jährigen Bestehen statt. Ansprachen und Grußworte halten Prof. Dr. Peter-Felix Tropschuh (Förderkreis der WFI), KU-Präsidentin Prof. Dr. Gabriele Gien, Albert Wittmann (Bürgermeister von Ingolstadt) sowie Dekan Prof. Dr. mult. Anton Burger. Der Psychologe Dr. Hans-Georg Häusel (Gruppe Nymphenburg Consult AG) stellt seinen Festvortrag unter das Motto „Think Limbic! Die unbewussten Seiten des Unternehmenserfolgs“.