Sie befinden sich hier: KU.de  Fakultäten  Mathematisch-Geographische Fakultät  Geographie  Physische Geographie/ Landschaftsökologie

10.08.15

Hitzerekord des Sommers 2003 geschlagen


Vereinzelt traten in Eichstätt auch Sommergewitter auf, die dafür sorgten, dass zahlreiche Blitze zu sehen waren (Foto: Pirmin Maier).

Eichstätt (WS) Perfektes Ferienwetter: Der Juli 2015 zeigte sich von seiner besten Seite und die Eichstätter Studenten fieberten im wahrsten Sinne des Wortes den Semesterferien entgegen. Kein Wunder – bei den überdurchschnittlich hohen Temperaturen, die das langjährige Monatsmittel weitaus übertrafen.

Ein stabiles Hochdruckgebiet und sehr heiße Luft aus Nordafrika sorgte dafür, dass schon Anfang Juli in weiten Teilen Deutschlands extrem hohe Temperaturen gemessen wurden. Der DWD spricht von der „heftigsten Hitzewelle“ seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, denn an mehreren Stationen wurden Hitzerekorde aufgestellt und angekratzt. In Kitzingen am Main stieg das Thermometer bis auf einen neuen bundesweiten Rekord von 40,3 °C. Im Hitzesommer 2003 hingegen wurden nur Maximalwerte von 40,2 °C erreicht.

Auch in der Seminargärtnerei in Eichstätt kletterte das Thermometer auf bis zu 37,4 °C (22. Juli). Der ehemalige Temperaturrekord von 36,1 °C wurde an insgesamt drei Tagen geschlagen. Die Monatsmitteltemperatur betrug 21,6 °C und übersteigt das langjährige Monatsmittel (17,3 °C, gemessen in Eichstätt-Landershofen) um 4,3 °C.

Auswirkungen der Hitzewelle waren nicht nur für älteren und kranken Personen spürbar: Die Tiefstwerte in der Nacht fielen häufig nicht unter 20 °C, wodurch an einen erholsamen Schlaf nicht zu denken war. In Eichstätt hingegen, wurde im gesamten Juli keine einzige Tropennacht (Tmin > 20 °C) festgestellt. Der Tiefstwert des Monats wurde frühmorgens am 10. Juli mit 7,6 °C gemessen.

Der Juli 2015 war zudem von extremer Trockenheit gekennzeichnet. In der Seminargärtnerei fiel der Niederschlag mit 40,8 mm sehr gering aus; knapp 2/3 des Monatsniederschlages wurden zudem an zwei Tagen (05. und 07. Juli) registriert. Diese Trockenheit hatte erhebliches Niedrigwasser an vielen bayerischen Flüssen, Abnahme der Bodenfeuchte, Probleme in der Landwirtschaft sowie kleinere Waldbrände zur Folge. Beispielsweise verringerte sich der Altmühl-Abfluss am Pegel Eichstätt zwischen dem 01.07. und dem 31.07. von ca. 4,1 m³ auf ca. 2,9 m³ und der Wasserstand im flussaufwärts gelegenen Altmühl-See verringerte sich von ca. 200 cm auf ca. 175 cm.

AK Wetterschau (wetterschau@ku.de)