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08.04.19

Die Auswirkung des Klimawandels auf die Pollenbelastung – Forschungsprojekt untersucht Pollenflug in Ingolstadt und Umgebung

Messungen für das Forschungsprojekt „Klimabedingten Änderungen der Pollenbelastung“ unter Leitung von Prof. Jochner-Oette, Professur für Physische Geographie/Landschaftsökologie und nachhaltige Ökosystementwicklung, haben gestartet.


Pollenfalle auf dem Dach der Realschule Kösching.

Wetterstationen ergänzen das Messnetz und liefern meteorologische Daten.

Neben dem KU-Campus Eichstätt finden ab sofort auch Pollenmessungen in Ingolstadt (WFI) und in Kösching (Realschule) statt. Neben Pollenfallen hat die Doktorandin Johanna Jetschni nun kürzlich auch Wetterstationen installiert, um den Einfluss der Meteorologie auf den Pollenflug erfassen zu können.

Ziel ist es, detaillierte Kenntnisse zur räumlichen Variabilität der Phänologie, Pollensaison und Pollenintensität zu gewinnen. Da urbane Gebiete mit ihrer städtischen Wärmeinsel, trockeneren Bedingungen und stärkere Luftverschmutzung als Proxy für künftige Bedingungen dienen, sind Urbanisierungsgradienten (Space-for-Time-Ansatz) geeignet, um mit vorhandenen Informationen die Auswirkungen des Klimawandels auf allergene Pflanzen abzuschätzen. Hochaufgelöste Messungen entlang des Gradienten von Ingolstadts Innenstadt bis Kösching sollen Daten für das Forschungsprojekt liefern.

Als Teilprojekt von BAYSICS (Bayerisches Synthese-Informations-Citizen Science Portal für Klimaforschung und Wissenschaftskommunikation), das zum Bayerischen Netzwerk für Klimaforschung (bayklif) zählt, steht neben der Errichtung des Messnetzes die Konzeption einer App im Vordergrund, mit der im Rahmen des Citizen-Science-Ansatzes Allergiesymptome eingegeben oder allergene Pflanzen gemeldet werden können.

Ein weiteres Teilprojekt von BAYSICS (TP1) stattet mehrere Bäume in Bayern als sog. "Talking Trees" (Twitternde Bäume) mit mehreren Messsensoren aus - einer der "Talking Trees" ist im Hofgarten in Eichstätt geplant. Die Messsensoren erfassen Daten zum (Gesundheits-)Zustand des jeweiligen Baumes, darunter ein Saftfluss- und Zuwachsmesser, ein Blatttemperatursensor sowie Sensoren zur Messung von Bodentemperatur und Bodenfeuchte. Die Messdaten werden dabei dann über einen Logger erfasst und durch eine spezielle Software in kurze Textbotschaften „übersetzt“, die über das Internet per Open Access abrufbar sind, wodurch man einen Eindruck davon gewinnen kann, welche Umweltfaktoren das Leben des Baumes gerade beeinflussen.