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Der Newsletter der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt

07.12.2012

Wegbereiter der KU beim Dies academicus zum Ehrensenator ernannt

Prof. Dr. Bernhard Schleißheimer, letzter Rektor der Pädagogischen Hochschule Eichstätt, ist im Rahmen des Dies academicus an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt zu deren Ehrensenator ernannt worden. Die KU würdigt damit Schleißheimers Verdienste bei der Entstehung der Universität. Er war zum einen beteiligt am 1972 erfolgten Zusammenschluss von Pädagogischer Hochschule und Philosophisch-Theologischer Hochschule zur Kirchlichen Gesamthochschule Eichstätt, deren erster Vizepräsident Schleißheimer zwischen 1977 und 1979 war. Zum anderen erarbeitete er von 1973 bis 1975 als Mitglied eines Strukturbeirates die Grundlagen für die Erhebung der Gesamthochschule zur ersten Katholischen Universität im deutschen Sprachraum. Laudator Prof. Dr. Reto Luzius Fetz würdigte Schleißheimer als einen „Kollegen von seltener Loyalität und Lauterkeit“. Er habe als Professor viele Studentengenerationen im Geiste klassischer Philosophie und christlicher Humanität geprägt.


Fotos: Schulte Strathaus/upd

KU-Präsident Prof. Dr. Richard Schenk, Prof. Dr. Bernhard Schleißheimer, Prof. Dr. Reto Luzius Fetz (v.l.).

Vor dem Festakt zelebrierten der Magnus Cancellarius der KU, Kardinal Dr. Reinhard Marx, und Eichstätts Bischof Dr. Gregor Maria Hanke eine Messe in der Eichstätter Schutzengelkirche. Marx betonte beim Festakt, dass die bayerischen Bischöfe zur KU stünden und deren Engagement ungebrochen sei.

(v.l.) KU-Präsident Prof. Dr. Richard Schenk gemeinsam mit den Preisträgern Dr. Anselm Blumberg und Dr. Susanne Vogl, Ludwig Kärtner (Eichstätter Universitätsgesellschaft), Manfred Schützner (Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte eG), Dr. Monika Bachinger, Kardinal Dr. Reinhard Marx, Bischof Dr. Gregor Maria Hanke, Prof. Dr. Johanna Meixner, Dr. Martina Neumeyer, Stefan Falk, Theophile Foucart und Dr. Günter Schumann (Maximilian-Bickhoff-Universitätsstiftung).

Vor dem Festakt zelebrierten der Magnus Cancellarius der KU, Kardinal Dr. Reinhard Marx, und Eichstätts Bischof Dr. Gregor Maria Hanke eine Messe in der Eichstätter Schutzengelkirche. Marx betonte beim Festakt, dass die bayerischen Bischöfe zur KU stünden und deren Engagement ungebrochen sei. Eine Katholische Universität zeichne aus, dass sie vom Menschen her denke: „Und das können wir nur, wenn wir den Menschen von Gott her denken“, sagte der Kardinal. Zugleich bezeichnete Marx eine Katholische Universität als „wichtigen Beitrag zur Neuevangelisierung“, denn erst das Evangelium gebe dem Denken Licht und Raum.

KU-Präsident Prof. Dr. Richard Schenk nutzte seine Ansprache, um sowohl den Mitarbeitern als auch den zahlreichen Förderern der KU für ihre Unterstützung zu danken. „Keine namhafte Aufgabe an einer Universität wäre zu bewältigen ohne die Mitarbeit vieler. Ich habe in diesem Jahr von Lehrenden und Studierenden, insbesondere von Professoren aller Fakultäten viel Konstruktives erfahren, Neues vom Fach und Anregungen für die Universität insgesamt“, so Schenk. Er schilderte, dass die KU 15 Jahre nach Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils gegründet worden sei und stehe somit im Dienste des vom Konzil geforderten Gebens und Nehmens von Kultur und Glauben. Wesentliches Ziel einer Katholischen Universität sei es daher, in den Dialog mit einem soliden humanwissenschaftlichen Fächerkanon zu treten. „Ein Rückzug auf unmittelbar ,kirchliche’ und rein praktische Disziplinen würde gerade dem konziliaren Selbstverständnis der Kirche wie dem gesellschaftlichen Sinn der Praxis widersprechen“, sagte Schenk. Um das Gespräch mit den für das Menschenbild zuständigen Wissenschaften zu führen, bedürfe es an der Universität eines fächerübergreifenden Dialogs und einer auf Grundfragen konzentrierten Interdisziplinarität.

Die Vorsitzende des Studentischen Konvents, Anke Kuhlmann, dankte der Hochschulleitung dafür, dass sie die Studierenden zu Beginn des Semesters zu einem offenen Austausch eingeladen habe, zumal ein solches Aufeinanderzugehen gewünscht und sinnvoll sei, jedoch nicht immer klappe. Sie plädierte für eine Abschaffung der Studienbeiträge und sah den Staat in der Pflicht, in Bildung zu investieren als Grundlage für sozialen Aufstieg. Nicht umsonst beinhalteten beispielsweise Entwicklungshilfeprojekt stets eine Bildungskomponente.

Als Festredner kritisierte Anton F. Börner, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), eine Gleichförmigkeit der Universitätsausbildung und fehlende Werteorientierung von Absolventen mit Prädikatsexamen. Universitäten sollten ihren Absolventen Leitplanken mitgeben, Orientierung vermitteln und sie zu mündigen Individuen ausbilden, die einen Standpunkt hätten. Unternehmen und Gesellschaft bräuchten Menschen, die fähig zur Sozialpartnerschaft seien, die sich einlassen könnten auf andere Kulturen und Gesellschaftsformen, auf andere Religionen und die alle Menschen als würdevollen Partner anerkennten.

Der Dies academicus der Katholischen Universität war nicht nur Anlass für die Verleihung der Ehrensenatorwürde an Prof. Dr. Bernhard Schleißheimer, sondern auch, um herausragende Absolventen für ihre Leistungen auszuzeichnen. Die Eichstätter Universitätsgesellschaft würdigte mit ihren Preisen die Soziologin Susanne Vogl und den Theologen Anselm Blumberg für deren Dissertationen. Vogl verglich für ihre Doktorarbeit die methodischen Erkenntnismöglichkeiten von persönlichen und telefonischen Leitfadeninterviews mit Kindern; Blumberg untersuchte die Firmung in der Gemeinde des Kirchenvaters Ambrosius, der im ausgehenden 4. Jahrhundert Bischof von Mailand war. Die Maximilian-Bickhoff-Universitätsstiftung zeichnete mit Stefan Falk den besten Absolventen für das Lehramt an Gymnasien aus. Einen Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes DAAD erhielt der Franzose Theophile Foucart, Student des deutsch-französischen Studiengangs Politikwissenschaft, für seine Bachelorarbeit zum Thema „Der neoliberalistische Wandel in Hollywood – Analyse des Kinos als identitätsstiftendes Medium“. Die Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte eG verlieh ihren Preis an die Geschäftsstellenleiterin der Initiative Regionalmanagement, Dr. Monika Bachinger, für ihre Dissertation zu „Stakeholder Value in Regionalentwicklungsprozessen“.  Der Preis der Sparkasse Eichstätt für herausragende Abschlussarbeiten mit einem genderspezifischen Schwerpunkt ging in diesem Jahr an Karin Janker für ihre Abschlussarbeit im Masterstudiengang „Historische Kunst- und Literaturdiskurse“ zum Thema „Medusa-Effekt. Todbringende Frauenbilder in Literatur und Film“. Stellvertretend für die Preisträgerin nahm Dr. Martina Neumeyer, Koordinatorin des Studiengangs, den Preis von der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten der KU, Prof. Dr. Johanna Meixner, entgegen.