Berufsperspektiven

Die Studienrichtung Erwachsenenbildung ist polyvalent, d.h. sie wird mit Blick auf mehrere Berufsfelder verfolgt. So können die Absolventen dieser Studienrichtung später leitende und disponierende Tätigkeiten genauso gut ausüben wie selbst lehrend tätig sein. Ebenso steht das weite Feld der Personalen Entwicklung offen, sowohl im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung als auch der Personalentwicklung im Unternehmen. Je nach Ihrer persönlichen Schwerpunktsetzung können bereits im Studium Weichen gestellt werden. In jedem Fall können aber didaktisch-methodische Schlüsselqualifikationen erworben werden, die in allen diesen Bereichen gebraucht werden.

Mit dem Studium der Erwachsenen- und Weiterbildung passiert Ihnen das mit Sicherheit nicht. Vielmehr entgehen Sie jeglicher Eintönigkeit unter anderem auch durch den Kontakt mit sehr unterschiedlichen Individuen.

Profession

Erwachsenenbildung - Profession eigener Art

Ebenso wie andere berufliche Tätigkeiten, so muss auch die Tätigkeit der Erwachsenenbildner/innen als ganz eigene Profession aufgefasst werden. Selbst die berufliche Ausbildung zum Lehrer in der Kinder- und Jugendschule kann die Anforderungen, die an Erwachsenen- und Weiterbildner gestellt werden, nicht abdecken. Dies vor allem deshalb, weil die Bedingungskonstellationen von Lernen im Erwachsenenalter anders gelagert sind als im Kindes- und Jugendalter. Im Erwachsenenalter spielt beispielsweise die Lerngeschichte eine ganz bedeutende Rolle, die zu übersehen, den lernenden Erwachsenen Motivation und Erfolg kosten kann. Aber ebenso die Tatsache, dass Erwachsenenbildner nicht nur lehrend, sondern auch disponierend, also eher das Bildungsgeschehen managend tätig sein können, macht eine ganz eigene erwachsenenbildnerische Qualifizierung notwendig.

Berufsstruktur

Berufsstruktur
Mehrgestaltige Berufsstruktur

Anders als im Schulwesen haben wir es im Bereich der Erwachsenenbildung mit einer mehrgestaltigen Berufsstruktur zu tun. In der Erwachsenenbildung kennen wir nicht wie im Schulwesen vornehmlich die Position von Hauptamtlichen, sondern vor allem von Nebenamtlichen. Dabei sind die hauptamtlichen Erwachsenenbildner/innen überwiegend disponierend tätig, also mit Leitungsaufgaben, Bildungsplanung, Verwaltung, Organisation, Öffentlichkeitsarbeit, Werbung und Marketing usw. beschäftigt, die nebenamtlichen Erwachsenenbildner/innen vor allem in der Lehre. Und das aus gutem Grund. Denn nebenamtlich in der Erwachsenenbildung Lehrende garantieren mit ihren großenteils hervorragenden Fachkenntnissen den für die gesamte Erwachsenenbildung konstitutiven Lebens- und Praxisbezug des Lehr-/Lernprozesses. Insoweit erklärt sich auch der deutliche zahlenmäßige Überhang an nebenamtlich Tätigen im gesamten Feld der Erwachsenen- und Weiterbildung.

Einstellungspraxis: Nebenamtliche

Vielen nebenberuflichen Erwachsenenbildnern/innen fehlt eine weiterreichende didaktisch-methodische Qualifizierung, die ihnen eine effektivere Vermittlung von Lerninhalten ermöglicht. Bei Neueinstellungen wird deshalb inzwischen verstärkt darauf geachtet, ob von den Bewerbern ein gewisses "pädagogisches Rüstzeug", etwa durch das Studium der Erwachsenenbildung im Nebenfach oder durch ein Zusatz- und Ergänzungsstudium erworben, mitgebracht wird.

Einstellungspraxis: Hauptamtliche

Die Erfahrung zeigt, dass für die Einstellung hauptamtlich Tätiger mittlerweile mindestens ein Nebenfach- oder ein Zusatz- und Ergänzungsstudium Erwachsenenbildung erwartet werden. Dies deshalb, weil hauptamtlich Tätige bei der Übernahme der Leitung einer gesamten Einrichtung der Erwachsenenbildung über die Lehre hinaus das Management einer Bildungseinrichtung beherrschen müssen.

Für die hauptamtliche Leitung von Fachbereichen in Volkshochschulen, Akademien, Bildungswerken usw. bringen Absolventen eines Nebenfach- oder eines Zusatz- und Ergänzungsstudiums Erwachsenenbildung ebenfalls exzellente Voraussetzung mit. Dies gilt für Linguisten ebenso wie für Natur- und bzw. Ingenieurwissenschaftler oder Betriebs- oder Volkswirte, für Geisteswissenschaftler usw..

 

Aufgabenschwerpunkte Hauptamtlicher


Aufgabenschwerpunkte eines hauptberuflichen Erwachsenenbildners sind v.a.:

  • Leitung von Einrichtungen, Abteilungen/Fachbereichen oder Projekten
  • Planung von Bildungsprogrammen und -angeboten
  • Organisation des Bildungsangebotes
  • Öffentlichkeitsarbeit, Werbung und Marketing
  • bildungspolitische Aktivitäten auf Länder- und Bundesebene
  • Einstellung, Beratung und Fortbildung von Nebenamtlichen
  • Beratung und Fortbildung von lehrend Tätigen
  • gelegentliche Lehrtätigkeit, Moderation
  • Qualitätssicherung
  • Bildungscontrolling
  • Bildungsbedarfsanalyse
  • Teamprozessbegleitung

Berufsaussichten

Erwachsenenbildung: ein Studienfach mit attraktiven Berufsaussichten

Die Berufsaussichten im Bereich der Weiterbildung lassen sich derzeit für die Zukunft als sehr gut prognostizieren und zwar nicht zuletzt aufgrund des erheblichen Weiterbildungsengagements der Wirtschaft. Wegen des immer rascher voranschreitenden Technologiewandels und den damit verbundenen Veränderungen der Arbeitsorganisation weg von arbeitsteiligen hin zu ganzheitlicheren Arbeitsweisen, steht die Wirtschaft vor der permanenten Herausforderung, ihre Unternehmen durch fachliche, personale und soziale Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden am globalen Markt konkurrenzfähig zu halten. Ein exportorientiertes Land wie das der Bundesrepublik Deutschland muss nicht nur gefragte Produkte herstellen, sondern auch über das dafür erforderliche Know-How verfügen. Qualifizierte Mitarbeiter sind deshalb allerorts zu einem wichtigen Standortfaktor geworden. So sind quantitativ gesehen die Weiterbildungsaktivitäten und die damit zusammenhängenden Investitionen der Wirtschaft mindestens genauso umfangreich wie die Bildungsinitiativen aller anderen Träger (Kirchen, Gewerkschaften, Parteien, Verbände usw.) zusammen.
 

Sehr gute Chancen in der freien Wirtschaft


Die besten Chancen für Erwachsenen- und Weiterbildner bestehen demnach derzeit aufgrund der angespannten Lage öffentlicher Kassen weniger im öffentlichen Bereich als vielmehr in der freien Wirtschaft.

Bekanntermaßen verdoppelt sich das verfügbare Wissen in immer kürzeren Abständen - man spricht von rund 5 Jahren. Deshalb werden insbesondere innerhalb der Personalentwicklung und deren betrieblicher Weiterbildung immer mehr Experten für den Transfer des theoretischen Wissens in die Praxis benötigt.

Andragogische Berufsfelder
Mögliche berufliche Positionen


In erwachsenenbildnerisch tätigen Einrichtungen gibt es die unterschiedlichsten Berufsfelder. Gemeinsam ist ihnen, dass die Tätigkeitsprofile allesamt von einem relativ hohen Autonomiegrad geprägt sind.

Vielfalt an Institutionalformen


Im Unterschied zum Schulwesen ist in der Erwachsenenbildung eine Vielfalt von Institutionalformen anzutreffen. In bildungspolitischer Hinsicht ist die Vielförmigkeit der erwachsenenbildnerischen Institutionen auf das demokratieadäquate pluralistische Organisationsprinzip des quartären Bildungsbereichs zurückzuführen. Danach können neben dem Staat bzw. den Gemeinden als Träger erwachsenenbildnerischer Einrichtungen gleichrangig auch nicht-staatliche Träger wie Kirchen und deren Verbände, Gewerkschaften, Wirtschaftsunternehmen und -verbände, Kammern, Parteien usw. auftreten.