Religiöse Elementarbildung im Kontext von Trauer und Tod

Wie reagieren Kinder, wenn sie einen geliebten Menschen verlieren? Was hilft, wenn sie sich nicht von ihnen verabschieden können? Gerade in Krisenzeiten
wie Pandemie oder Krieg ist es eine wichtige Aufgabe, Trauerprozesse gut zu begleiten. Nicht selten stehen Erwachsene, die selbst Krisenerfahrungen
ausgesetzt sind, dieser Herausforderung hilflos gegenüber und sie sind froh über Unterstützung. In diesen und anderen Kontexten aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen kann sich religiöse Bildung bewähren. Krisen wie Pandemie, Klimakatastrophe oder kriegerische Auseinandersetzungen werfen eine Reihe von großen Fragen auf, mit denen sich Studierende der Religionspädagogik auseinandersetzen. Großen Raum nehmen dabei die Bereiche Verlusterfahrung, Trauer und Sterben ein, also Themen, die auch für die Studierenden nicht immer einfach zu bewältigen sind. Was hilft angehenden Religionspädagog:innen, mit diesem Thema kompetent und angstfrei umgehen zu können? Welche Methoden gibt es, die Trauer von Kindern gut begleiten zu können? Wie erklärt man Kindern den Tod? Im Rahmen des Seminars „Religiöse Elementarbildung im Kontext von Trauer und Tod“ unter der Leitung von Prof.in Dr.in Simone Birkel diskutierten sie diese Fragestellungen und entwickelten im Sinne des Service Learning arbeitsteilig Praxismaterial, das verschiedene Aspekte der Thematik aufgreift. Hilfreiche praktische Impulse haben sie dabei auch von Dr. Cordula Klenk erhalten, die bei den Maltesern arbeitet und dort auch jahrelang eine Trauergruppe geleitet hat. Als gemeinsames Produkt haben die Studierenden eine Trauertasche mit individuell gestalteten Materialien entwickelt, in der wichtige Elemente für den späteren Berufsalltag in der Begleitung mit trauernden Kindern enthalten sind. Neben einer Handreichung für Eltern ist eine Liedauswahl sowie eine Sichtung und Bewertung von Kinderbüchern zum Thema Trauer und Tod enthalten. Außerdem haben die Studierenden in einer Trauertasche Materialien zusammengestellt (s. Abbildung), die für den späteren Berufsalltag im Falle der Trauerbegleitung hilfreich ist. Die eigenständige Auswahl und Bearbeitung der Themen haben alle beteiligten Studierenden als motivierend empfunden, da durch den Gestaltungsfreiraum eigene Kreativität entwickelt und im eigenen Tempo arbeiten konnte. Viele neue Erkenntnisse wie z.B. das Todesverständnis von Kindern oder die Vielfalt und Individualität der Trauerarbeit wurden dabei gewonnen. Eine Studentin resümiert im Feedback: „Tod und Trauer betrifft jede Altersgruppe. Durch das Seminar konnte ich neue Perspektiven für den konkreten Umgang mit diesem schwierigen Thema bei Kindern
entwickeln“.

Eine Zusammenstellung der Materialien und die Beschreibung des Inhalts der Trauertasche sind in einem von Dominik Graf zusammengestellten Sway-Dokuments hier abrufbar.