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Prof. Dr. Bernhard Sill - Lehre

Der Student soll befähigt werden, wissenschaftlich fundierte Einsichten in sittlich verantwortetes Leben und Handeln zu gewinnen und Grundprobleme ethischen Handelns in Unterricht und Gemeindearbeit eigenständig zu erschließen.

Einführung 

  • Einblick in Moraltheologie als Wissenschaft.
  • Geschichte, Aufbau, Ziele, Arbeitsmethoden, Aktualitätswert des Fachs.

Fundamentalmoral

  • Strukturen des Sittlichen: Geschichtlichkeit, Rationalität, Eigenwertigkeit, plurale Gestalt und Transzendenzbezug des Sittlichen.
  • Freiheit und Bindung: Wahlmöglichkeit und Entscheidung; Gesinnung, Motiv, Ziel, Selbstbindung.
  • Gesetz und Norm: Bedeutung, Absolutheitsanspruch und Wandel sittlicher Normen; Unterscheidung von Rechts- und Sittennormen; Fragen der Normfindung und -begründung; Argumentationstypen.
  • Biblische Ethik: Dekalog, Bergpredigt, Liebe als Hauptgebot.
  • Gewissen: Anlage und Entfaltung; Neuere Deutungen des Gewissensphänomens; Sicherheit und Wagnis der Gewissensentscheidung; Gewissensfreiheit; Gewissensbildung.
  • Schuld und Sünde, Umkehr und Vergebung: Aufbau, Gefährdung, Zerstörung und Wiedergewinnung der sittlichen Existenz; Selbstverwirklichung und Selbstvervollkommnung als sittliche Aufgabe; Sünde als Verletzung der Gottes-, Nächsten- und Selbstliebe; Reue, Umkehr und Vergebung; Bußsakrament.
  • Kirchliche Lehrkompetenz: Die Funktion des Lehramtes; originäre und subsidiäre Kompetenz in Fragen der Moral; Kirche als Beziehungsfeld ethischer Reflexion.
  • Verhältnis von Religion und Moral. Das christliche Proprium. Religiöse Moral
  • Verhältnis von Religion und Moral: Gott und Moral im jüdisch-christlichen Kulturkreis; Begründung der Verbindlichkeit des sittlichen Anspruchs ohne Gott; Reduktion der Religion auf Moral? Vom Missbrauch Gottes in der Moral.
  • Das christliche Proprium: Einsicht in die innere Struktur christlicher Existenz, in ihre Grundkräfte und spezifischen Vollzugsformen; spezifische Handlungsprinzipien.
  • Religiöse Moral: Kult der Kirche und Gebet der Christen; Gelübde, Eid; Spezifische religiöse Pflichten (Sonntagsgebot; Gottesverehrung u.a.)

Sexual-, Ehe- und Familienmoral

  • Sexualität: Keuschheit als Integration der Geschlechtlichkeit in die Person; altersgemäße Formen dieser Integration. Sexualerziehung.
  • Ehe: Einsicht in die Voraussetzungen ehe- und familienbezogenen Denkens und Handelns. Institutions-, Prozess- und Sakraments-Charakter der Ehe. Eheliche Partnerschaft. Scheidung und wiederverheiratete Geschiedene.
  • Familie: Verantwortete Elternschaft; Eltern und Kinder; Familie im Wandel. Evangelische Räte als Lebensform; Zölibat.

Leib und Leben. Biomedizin, Bioethik. Umweltethik

  • Leib und Leben: Verantwortlichkeit für Leib und Leben; Christliche Selbstliebe; Selbstverwirklichung und Askese; Christliche Todesbewältigung; Verfügungsrecht über das Leben: Abtreibung, Euthanasie, Sterbehilfe.
  • Biomedizin und Bioethik: Leiblichkeit, Gesundheit, Krankheit; Organtransplantation; künstliche Insemination; Gentherapie und Gentechnik.
  • Umweltethik: Grundfragen des Tier- und Umweltschutzes.
  • Figuren der bioetischen Argumentation (A. Schweitzer, H. Jonas u.a.); Argumentationskonzepte in Moraltheologie und lehramtlichen Dokumenten (z.B. Evangelium vitae).