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Prof. DDr. Janusz Surzykiewicz - Forschung

Vorstellung der Professur

Wie schon im Namen unserer Professur anklingt, zeichnet sie sich in ganz besonderer Weise durch eine enge interdisziplinäre Vernetzung zweier Disziplinen aus, die sich aus grundlegend unterschiedlichen Perspektiven einem gemeinsamen Forschungsgegenstand widmen: dem Menschen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Bestreben, den Menschen besser zu verstehen, seine Potentiale zu fördern und ihm zu helfen, seine Entwicklungsaufgaben und Lebensherausforderung positiv zu bewältigen.

Da der "Mensch der Weg der Kirche" ist (Redemptor hominis), fragt die Pastoraltheologie als Theorie kirchlichen Handelns und christlicher Spiritualität ebenso nach der konkreten Lebens- und Glaubenspraxis der Menschen in der gegenwärtigen Kirche und Gesellschaft, wie nach der Bedeutung praktischen Handelns für die Reflexion des kirchlichen Lehramts. Ihr zentrales Thema ist die Geschichte Gottes mit den Menschen, unsere Geschichte mit ihm sowie die Frage, wie dieses Geheimnis im Hier und Jetzt, im Glauben und Handeln der Christen gelebt und weiterentwickelt werden kann.

Die Psychologie hingegen betrachtet den Menschen in erster Linie aus dem Blickwinkel seines konkreten Verhaltens und Erlebens, seines Handelns und Denkens. In ihrem Bestreben, allgemeinpsychologische wie auch individualpsychologische Prozesse und Mechanismen aufzudecken zielt sie darauf, den Menschen in seinen unterschiedlichsten Lebensabschnitten, Lebenskontexten und Lebenssituationen zu unterstützen, zu fördern und zu stärken.

Dennoch mündet diese Interdisziplinarität unserer Professur nicht in eine vollständige Verbindung von Pastoraltheologie und Psychologie - etwa im Sinne der Pastoralpsychologie - sondern stellt die beiden Disziplinen gleichwertig nebeneinander. Auf diese Weise werden pastoraltheologische Themenbereiche der religiös-kirchlichen Praxis nicht nur aus psychologischer Sicht kritisch reflektiert und umgekehrt human- und sozialwissenschaftliche Theorie und Praxis nicht nur aus theologischer Perspektive auf ihre anthropologischen Prämissen hin befragt. Vielmehr stehen darüber hinaus auch genuin pastoraltheologische und genuin psychologische Betrachtungen im zentralen Blickfeld, die somit eine vertiefte fachwissenschaftliche und facheigene Reflexion der christlichen Praxis aus multiperspektivischer Sicht gewährleisten.

Das Angebot unserer forschungspraktischen Werkstatt fundiert sich dabei nicht nur in hermeneutischen, sondern vor allem auch in empirischen Methoden und erfahrungsbasierten Ansätzen.

Neben theoretischen und methodischen Reflexionen will unsere Professur für Pastoraltheologie und Allgemeine Psychologie Aktivitäten in verschiedensten Bereichen der Seelsorge, Beratung und Supervision, schwerpunktmäßig im Kontext Gemeindearbeit und Religionsunterricht, entwickeln und anregen. Ebenso ist der Professur aber auch die Aufgabe gestellt, auf den spirituellen und wissenschaftlichen Begleitungsbedarf der im kirchlichen Bereich tätigen Menschen zu antworten.

Schwerpunkte

Für die Professur als Repräsentantin Praktischer Theologie und Psychologie gilt die duale Bestimmung der Wissenschaft in Lehre und Forschung. Dementsprechend werden an der Professur parallel zu den Inhalten des allgemeinen Lehrangebots spezifisch-weiterführende Themenfelder im Rahmen unterschiedlichster Forschungsaktivitäten bearbeitet:

  • Gemeinsame Werte als Leitlinien für die Zukunft: Jugend, Familie und Religiosität in Kirche und Gesellschaft
  • Interkulturelle Kompetenzen von Seelsorgern in Gemeinde und Schule
  • Psychopädagogische und pastorale Förderungsangebote im Rahmen der Kranken- und Behindertenpastoral
  • Gemeindepastoraler Handlungsbedarf nach seelsorgerlichen Angeboten in unterschiedlichen pastoralen Kontexten