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Praktika

Die Bedeutung der Praktika im Verlauf des Studiums

Das Praktikum ist ein integrierter Bestandteil des Studiums der Religionspädagogik und Kirchlichen Bildungsarbeit (FH). Die Praktika sind in jedem der 8 Semester abzuleisten, teils in der Schule, teils im Gemeindebereich. So soll eine Verbindung zwischen "Theorie" und "Praxis" hergestellt werden.

Dabei darf "Theorie" nicht einfach als ein "Wissen" verstanden werden, das wie ein "Rezept" auf die praktische Arbeit übertragen werden kann. Umgekehrt meint "Praxis" mehr als "Rezepte" anwenden, mehr als "Erlebnisse sammeln", mehr als praktisch handeln, Praxis heißt vielmehr reflektierend zu durchschauen, wie theoretische Erkenntnisse und Einsichten das konkrete Handeln erhellen können. Am Beispiel Disziplinschwierigkeiten in der Schule soll das Gesagte verdeutlicht werden. Es kommt darauf an, dass der Praktikant theoretisches Wissen über angemessene Verhaltensweisen, das er an der Hochschule gehört hat, reaktiviert (bewusstes Ignorieren, Verändern des physischen Kontaktes), zugleich aber diese erweiterten Handlungsmöglichkeiten ausprobiert, gleichzeitig auch die Struktur der Schule, die unerfüllten Bedürfnisse der Schüler nach Liebe, Lob, Anerkennung und Verantwortung usw. als Grund für Störungen erkennt und schliesslich seine eigenen Anteile, die sich im angelernten Verhaltensmuster zeigen, kritisch unter die Lupe nimmt. Dieses Reflektieren auf verschiedenen Ebenen ermöglicht erst die bewusste Verbindung von Theorie und Praxis.

Dabei kommt den das jeweilige Praktikum begleitenden Mentorinnen und Mentoren eine wichtige Rolle zu. Sie dienen als "Modell" für das Verhalten der Praktikanten und Praktikantinnen in Schule und Gemeinde. Mentorinnen und Mentoren brauchen z.B. zugleich die Fähigkeit zur Motivation; die Fähigkeit zur "Anstiftung zum Glauben"; die Fähigkeit zum Gespräch; die Fähigkeit zur Interpretation des Lebens auf den Glauben hin.

Der Aufbau des Praktikums während des Studiums

  • Grundstudium GI (1. und 2. Semester)

    • a) Das Praktikum Kirchliche Jugendarbeit
      Das Praktikum Kirchliche Jugendarbeit vermittelt erste oder weiterführende Erfahrungen in unterschiedlichen Einsatzfeldern kirchlicher Jugendarbeit. Die Einsatzfelder erstrecken sich - je nach Vorkenntnissen der Studierenden - von Gruppenleitergrundkursen bis zu jugendgemäßen Exerzitien. Zugleich erlernen die Studierenden den Umgang mit selbst verfaßten Reflexionsberichten, die aus "Erlebnissen" Erfahrungen machen sollen, die durch Berichtsgespräche vertieft werden.
    • b) Im Schulbereich hospitieren die Praktikantinnen und Praktikanten im Religionsunterricht der Grund-, Haupt-, Förder- oder Berufsschule

  • Grundstudium GII (3. und 4. Semester)

    • a) Gemeindebereich
      Die Studierenden sollen nach Abschluss einer Praktikumsvereinbarung unter Anleitung erfahrener Praktiker in verschiedenen Pfarreien professionelle pastorale Arbeit kennen lernen und schrittweise einüben. Durch wöchentliche Hospitation mit gezielten Beobachtungsaufgaben und erste praktische Einsätze soll diese bei verschiedenen Zielgruppen erfolgen. Dabei begegnen die Studierenden auch der pastoralen Arbeit in ihren unterschiedlichen Formen (Diakonia, Martyria, Koinonia, Liturgia) und Möglichkeiten (Beratung, Leitung, Organisation).
      Es steht eine Handreichung zur Verfügung:

      • "Das studienbegleitende Praktikum. Gemeinde-bereich (G II)", hersg. Josef Eckl

    • b) Praxisreflexion
      Die wöchentlich 2-stündige Praxisreflexion in Gruppen hilft, anhand dieses Lerninstruments theoretische Kenntnisse und praktische Erfahrungen in Verbindung zu setzen, realistische Zielvorstellungen (hinsichtlich Kirche, eigener Rolle usw.) von unrealistischen zu unterscheiden, zusammen mit den übrigen Gruppenmitgliedern Alternativen eines seelsorglichen Handelns zu entdecken und durchzuspielen und zudem prägende Eigenheiten aus der eigenen Biografie zu erspüren. Der Einübung eigener Wahrnehmungsfähigkeiten und der mündlichen und schriftlichen Berichterstattung gilt besondere Aufmerksamkeit.
    • c) Schulbereich
      Im Schulbereich unternehmen die Studierenden neben der Hospitation eigene Lehrversuche. Sie vertiefen ihr Wissen in den methodisch-didaktischen Übungen.

  • Hauptstudium I (5. und 6. Semester)

    • Informationen zur Vorbereitung auf die Praktischen Studiensemester können Sie hier herunterladen.
    • a) Einführung in das Jahrespraktikum
      In einer in das 4. Semester vorgezogenen zweistündigen Einführung werden die künftigen Jahrespraktikanten/-innen auf ihren Einsatz im Jahrespraktikum vorbereitet. Neben praktischen Hinweisen über Form und Ablauf dieses Praktikums erhalten die Studierenden Anleitung, sich mit ihrer eigenen Berufsmotivation, mit ihrer künftigen Rolle und mit ihren Erwartungen zu konfrontieren. Zugleich lernen die Teilnehmer anhand detailierter Ausbildungsordnungen für Schule und Gemeinden ihren Ausbildungsweg in verschiedenen Schritten zu planen. Die Teilnehmer erfahren vom Wert regelmäßiger Anleiter-Gespräche und Reflexionen über das eigene berufliche Handeln und üben die Anwendung gezielter Beobachtung in Schule und Gemeinde ein.
    • b) Das 40wöchige Jahrespraktikum
      Die "Richtlinien für die praktischen Studiensemester der Fakultät für Religionspädagogik/ Kirchliche Bildungsarbeit an der Kath. Universität Eichstätt (FH)" umschreiben das Ausbildungsziel der praktischen Studiensemester folgendermaßen: "Die Ausbildung in den praktischen Studiensemestern hat das Ziel, die Studierenden exemplarisch mit der beruflichen Tätigkeit in Religionsunterricht und kirchlicher Gemeindearbeit vertraut zu machen. Dabei soll der/die Praktikant/-in einen Überblick über spezifische Probleme des Religionsunterrichts in unterschiedlichen Schularten und Schulstunden sowie über die Struktur, Arbeitsweise und die pastoralen Schwerpunkte einer konkreten kirchlichen Gemeinde erhalten. Er/sie soll befähigt werden, bisheriges Wissen und Können in beiden Praxisfeldern anzuwenden und berufsethische Einstellungen in das berufliche Handeln einzubeziehen. Er/sie soll während der beiden praktischen Studiensemester Einsicht in die Möglichkeit und Grenzen des eigenen beruflichen Handelns gewinnen."
      Neben dem fachlichen Lernen geht es beim Lernen in Schule und Gemeinde auch um ein "persönliches Lernen". Immer ist der Lehrer, die Lehrerin, der Seelsorger oder die Seelsorgerin selbst das wichtigste Instrumentarium. Deshalb kommt der "Selbsterfahrung", dem Kennenlernen der eigenen Stärken und Grenzen ein wichtiger Stellenwert zu. Diesem Zweck dienen auch die 3 Reflexionsberichte, die während des Praktikums anzufertigen sind.
      Es stehen folgende Handbücher für Studierende im Jahrespraktikum und für die begleitenden MentorInnen zur Verfügung:

      • Eckl, J.: Ein praktisches Handbuch für's Praktikum. Ein Handbuch für PraktikantInnen, Eichstätt 1999
      • Eckl, J.: Leitfaden für's Praktikum. Ein Handbuch für Mentorinnen und Mentoren im Gemeindebereich, Eichstätt 1999
      • Eckl, J.: Wegweiser durch das Jahrespraktikum. Ein Handbuch für Mentorinnen und Mentoren im Schulbereich, Eichstätt 1999
      • Alle angegebenen Handbücher können nur über die Katholische Universität Eichstätt bezogen werden und sind zum internen Gebrauch bestimmt.

    • c) Die 3 praxisbegleitenden Studienwochen
      Während des Praktikums begleiten 3 praxisbegleitende Studienwochen, die sich am geltenden "Studienplan" der Fakultät orientieren, den Lernweg. Der ständige Kontakt zu den Studierenden während des Praktikums wird durch Besuche des Praxisbegleiters an der Ausbildungsstelle und durch Lehrbriefe aufrecht erhalten.
    • d) "Lehrprobe" und "Gemeindepraktische Prüfung"
      Gegen Ende des Praktikums legen die Studierenden je eine Prüfung im Schul- und Gemeindebereich ab. Sie bieten die Möglichkeit, den Lernerfolg während des Praxisjahres unter Beweis zu stellen. Die dabei erzielten Noten erfahren auch Aufnahme in das Abschlusszeugnis. Die praktische Durchführung regeln die einzelnen Bestimmungen.

  • Das Praktikum im Hauptstudium II (7. und 8. Semester)

    • a) Das Kategoriale Seelsorgepraktikum
      Nach dem Jahrespraktikum sollen die Studierenden Einblick in Sonderbereiche der Seelsorge gewinnen und Offenheit dafür entwickeln. Mögliche Einsatzfelder sind die Seelsorge in Betrieben, in Justizvollzugsanstalten, in der Kur- und Flughafenseelsorge usw. Von Seiten der Hochschule wird ein Krankenhauspraktikum angeboten, das von einem in diesem Sonderbereich erfahrenen Seelsorger begleitet wird (Reflexion und pastorale Supervision). Dieses Praktikum erfordert einen mindestens 3-wöchigen Einsatz, ein ausführlicher Reflexionsbericht darüber ist anzufertigen.
    • b) Das Schulpraktikum
      Die Studierenden leisten in verschiedenen Schultypen ein wöchentliches Praktikum mit begleitenden methodisch-didaktischen Übungen ab. Am Ende dieses studienbegleitenden Schulpraktikums ist eine Prüfungslehrprobe abzulegen.