Sie befinden sich hier: KU.de  Fakultäten  Sprach- und Literaturwissenschaftliche Fakultät  Forschung  Wissenschaftliches Projekt  Europatag 2009 "Biologie, Anthropologie und Kulturkritik in der europäischen Moderne"

2009: Europatag "Biologie, Anthropologie und Kulturkritik in der europäischen Moderne"

Die Masterstudentinnen Anja Eckelt (li.) und Jasmin Dennig - Foto: Hirschbeck

Im Jahr 2009 wurde im Zuge des Wissenschaftlichen Projekts des Masterstudiengangs Europastudien der "Eichstätter Europatag 2009 - Biologie, Anthropologie und Kulturkritik in der europäischen Moderne" organisiert und durchgeführt. Im Rahmen des in das Studium integrierten Wissenschaftlichen Projekts ist es das Ziel, den Studierenden nicht nur theoretische Kenntnisse zu vermitteln, sondern sie auch für das Berufsleben vorzubereiten. In diesem Jahr hat das Praxismodul Projektmanagement zum Thema. Die Studentinnen Jasmin Dennig und Anja Eckelt hatten, unter Leitung der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Sonja Becker, nicht nur die Verantwortung für die Unterbringung, die Verpflegung und das Tourismusprogramm der Referenten, sondern organisierten auch Marketing, Pressearbeit und Moderation der Veranstaltung.

Das erste Treffen

Bei dem ersten Treffen im April galt es zunächst, das Grundgerüst des Projektes aufzustellen. Was muss getan werden und bis wann muss die Aufgabe erledigt sein? Es kündigten sich zehn Referenten aus Armenien, Schweden, den USA, Russland und Deutschland an, für die wir Zimmer im Kolping-Hotel reservierten. Es war wichtig, regelmäßig Kontakt zu den Vortragenden zu halten, um sie über die aktuellen Geschehnisse zu informieren.

Marketing

Doch natürlich gehören zu einer Tagung nicht nur Vortragende, sondern vor allem auch interessierte Zuhörer. Der nächste Schritt musste also eine Marketingcampagne sein. Konkret einigten wir uns auf Plakate, Flyer und Online-Werbung, die ein möglichst großes Publikum ansprechen sollten. Außerdem entschieden wir, einen Essaywettbewerb zu veranstalten, um eine größere Zielgruppe für die Thematik zu begeistern. Da kein Projektteilnehmer Erfahrung mit Grafikprogrammen hatte, vereinbarten wir zuerst eine Schulung im Grafikprogramm CorelDraw. Nach zwei Tagen mit je drei Stunden Schulung hatten wir die Grundfunktionen des Programms verinnerlicht und machten uns da die Plakatgestaltung. Die Frage, wie wir mit einem Plakat Aufmerksamkeit erregen, es jedoch trotzdem klassisch und zum Thema passend gestalten sollten, bereitete uns stundenlang Kopfzerbrechen. Doch schließlich kam uns die rettende Idee: Wir beschlossen, passend zum Tagungsthema, eine Europakarte als Hintergrundbild zu wählen. Nachdem der erste Schritt getan war, ging das Design des Plakats viel leichter von der Hand. Das Plakat für den Essaywettbewerb war nach dieser Erfahrung den Umständen entsprechend schnell - in nur 2h - gestaltet. Die Flyer stellten uns vor eine neue Herausforderung, da diese in einem anderen Format gestaltet werden mussten und selbstverständlich wesentlich mehr Informationen enthalten sollten. Doch schließlich wurden auch diese fertig. Nachdem der erste Schritt getan war, wurden die Plakate zunächst online an Universitäten in ganz Deutschland verschickt, die themenrelevate Studiengänge anbieten. Doch auch in Eichstätt und Ingolstadt wollten wir die Studenten über die Tagung informieren. Dies bedeutete aber zunächst eine Kostenkalkulation - wie viele Plakate konnten mit dem vorhandenen Budget gedruckt werden? Welches Format wäre das beste? Sollte mehr Geld in die Flyer oder die Plakate investiert werden? Wir entschieden uns, einige Plakate im A2-Format zu drucken, die meisten aber im A3-Format, da wir dadurch Kosten sparten, und trotzdem aber durch mehr Plakate mehr Aufmerksamkeit erhofften. Außerdem kontaktierten wir die Pressestelle der Universität, sowie örtliche Zeitungen wie den Donaukurier, um an dieser Stelle für den Europatag zu werben. Um den Essaywettbewerb publik zu machen, schrieben wir einen Artikel für die Studentenzeitung kuAktuell und ließen einen Artikel im Donaukurier veröffentlichen.

Sponsoring

Für den Essaywettbewerb und das Plakat mussten jedoch zunächst Sponsoren gefunden werden, die den Preis von 200€ für den besten Essay stemmen würden. So machten wir uns auf den Weg in die Stadt, um nach willigen Spendern zu suchen. Doch wie fragt man einen Geschäftsmann, ob er nicht bereit wäre, ein bisschen Geld zu sponsern? Nach und nach entwickelten wir eine Strategie und lernten, unser Projekt immer besser zu verkaufen, so dass es am Ende kein Problem war, das Schneider's, die Metzgerei Schneider, die Gabrieli-Apotheke, die Trompete und die Konditorei Stadtcafé als Sponsoren zu engagieren. Im Gegenzug für ihren Beitrag sollten die Geldgeber auf dem Plakat und den Flyern zum Essaywettbewerb erscheinen, die nun auch endlich in den Druck gehen konnten.
Homepage

Um online über den Europatag 2009 informieren zu können, mussten wir nicht nur für die Universitätshomepage als Autoren zugelassen werden. Auch eine kurze Schulung war von Nöten, um uns die wichtigsten Kenntnisse über das Homepage-System Kontentor zu vermitteln. Einmal eingearbeitet, wurde uns die Verantwortung für die Gestaltung der Homepage zum Europatag, sowie der über das wissenschaftliche Projekt übertragen.

Betreuung der Tagungsteilnehmer

Kaum war diese Arbeit erledigt, erreichten uns schon die ersten Emails der Tagungsteilnehmer, die sich nach dem genauen Programm erkundigten und vor allem wissen wollten, wie man denn am besten in das schöne Städtchen Eichstätt reisen sollte. Deshalb war die nächste Aufgabe, auf Deutsch und Englisch ein Begrüßungsrundschreiben, einen Anreiseplan von Nürnberg und München und ein Programm zu erstellen und zu verschicken. Des Weiteren baten wir die Referenten, uns einen Abstract ihres Vortrages sowie eine Biographie und eine Bibliographie zukommen zu lassen, die in einem Booklet veröffentlich werden sollten.

Abstract-Booklet

In dem Booklet wurden, in deutscher und englischer Version, relevante Informationen zu den Referenten sowie deren Abstracts veröffentlicht. Wir selbst standen hier vor der Herausforderung, eine wissenschaftliche Zusammenfassung eines Themas ins Englische zu übersetzen, was so einige Zeit in Anspruch nahm. Nach der Übersetzung und dem Korrekturlesen musste das Booklet für den Druck in die richtige Reihenfolge gebracht werden. Da wir zu diesem Zeitpunkt aber schon eine gute Bekanntschaft mit dem Angestellten der Unidruckerei geschlossen hatten, erklärte dieser uns geduldig, was zu tun war.

Tagungsvorbereitungen

Ein weiteres Mal noch waren wir dringend auf die Hilfe des Angestellten der Unidruckerei angewiesen: Wie erstellt und druckt man Namensschilder auf vorgefertigte Karten? Die Anweisungen waren auch dieses Mal korrekt, doch nicht immer geht etwas schnell, wenn man genau weiß, wie man es machen muss. Wir verbrachten wesentlich mehr Zeit mit der Gestaltung und Formatierung der Namensschilder als eingeplant und kamen deshalb in den Tagen vor dem Eichstätter Europatag in Zeitdruck. Es war noch so viel zu tun! Wir mussten noch Konferenzmappen erstellen, die Moderation schreiben und eine Stadtführung vorbereiten. Für die Konferenzmappen brauchten wir noch Informationen über Eichstätt aus dem Tourismusbüro, sowie einiges aus dem Materiallager der Universität. Als die Mappen endlich gefaltet und gefüllt waren, konnten wir uns endlich an die endgültigen Vorbereitungen für die Tagung machen…

Jasmin Dennig (li.) und Anja Eckelt bei der Planung - Foto: Hirschbeck

Vorbereitung der Moderation

Mit dem Näherrücken der Tagung stieg allmählich auch unsere Spannung. Etwa zwei Wochen vor der Tagung mussten wir anfangen, uns auf die Gestaltung der Moderation vorzubereiten. Anhand der uns zur Verfügung stehenden Informationen bestand unsere Aufgabe nun darin, Ankündigungen für die verschiedenen Vortragenden zu verfassen. Dabei sollte ein möglichst aussagekräftiger Einblick zur Person und zum Werk des jeweiligen Referenten vermittelt werden. Unser besonderes Augenmerk im Rahmen der Moderationsvorbereitung galt den Diskussionsleitungen, die jeweils im Anschluss an die Vorträge stattfinden sollten. Dieser Aspekt stellte eine Herausforderung für uns dar, da wir nicht im Voraus wussten, wie die einzelnen Diskussionen verlaufen würden. Um in der Lage zu sein, die Diskussionen gut leiten, mussten wir uns daher im Vorfeld genauer mit den Inhalten der verschiedenen Vorträge auseinandersetzen. Am Abend vor der Konferenz führten wir eine letzte, Generalprobe' durch, um uns mit dem Saal vertraut zu machen und unsere Moderationen vor einem kleinen ,Testpublikum' zu üben, was sich im Nachhinein als durchaus hilfreich für die eigentliche Tagung herausstellte.

 

Moderation und Durchführung der Tagung

Am ersten Konferenztag galt es schließlich, das Erprobte nun vor einer deutlich größeren Zuhörer- und -seherschaft unter Beweis zu stellen. Nach Überwindung der anfänglichen Spannung und Nervosität konnten wir uns in unserer Rolle als Moderatorinnen und Diskussionsleiterinnen schnell zurechtfinden. Der zweite Tag der Konferenz bot eine weitere Herausforderung - die Konferenzsprache war Englisch. Dies bedeutete für uns, dass wir entsprechend unsere Moderation anpassen mussten. Insgesamt verlief die Moderation durchaus erfolgreich, was wir nicht zuletzt der regen Beteiligung des Publikums zu verdanken hatten. Besonders positiv fiel uns dabei auf, dass auch von Seiten der Studierenden im Publikum viele interessante Diskussionsbeiträge zu den verschiedenen Vorträgen geäußert wurden. Auf diese Weise kamen zahlreiche anregende Dialoge zustande. Darüber hinaus hatte die ausgeprägte Publikumsresonanz zur Folge, dass wir als Moderatorinnen und Diskussionsleiterinnen zu keinem Zeitpunkt der Tagung Schwierigkeiten hatten, eine Diskussion anzuregen. Denn dies geschah praktisch von selbst. Im Gegenteil mussten wir sogar bei mancher Gelegenheit die Fragensteller zur Fortführung des Gespräches auf die anschließende Kaffeepause verweisen. Damit sollte eine Verzögerung des relativ straffen Zeitplans vermieden werden. Nicht zuletzt ist den Vortragenden ein Dank auszusprechen, die dem Publikum ein breites, vielfältiges Themenspektrum boten. Ohne ihre interessanten und anregenden Beiträge wären die engagierten Anschlussdiskussionen wohl kaum zustande gekommen. Im Folgenden ein Überblick über die Vorträge in chronologischer Reihenfolge:

 

26.06.2009: 1. Tag der Konferenz

  • Gottfried Küenzlen: "Der ,Neue Mensch' in der säkularen Kultur der Moderne"
  • Anja Laukötter: "Zur epistemologischen Krise in den Völkerkundemuseen und ihren Wissenschaften zu Beginn des 20. Jahrhunderts"
  • Stefan Schieren: "Britischer Imperialismus, Burenkrieg, ,Efficiency' und Staatsreform"
  • Alexandra Gerstner: "Sozialistische Eugenik im 20. Jahrhundert"

27.06.2009: 2. Tag der Konferenz

  • Kirby Farrell: "Art as Eugenics and Terror Management†
  • Bo Isenberg / Niclas Hagen: "The Manifestation of Modernity in Genetic Science†
  • Vera Shamina: "Eugenics in Russia and Its Reflection in Literature†
  • Stefan Lampadius: "The World State as a Superhuman Organism from H.G. Wells to Aldous Huxley†
Der Vortrag von Kirby Farrell aus Amherst (USA) - Foto: Becker

Stadtführung

Im Anschluss an den ersten Konferenztag boten wir für alle interessierten Tagungsteilnehmer eine Stadtführung durch Eichstätt an, welche ebenfalls in englischer Sprache stattfand. Zur Vorbereitung erwiesen sich dabei die Stadtführer des Tourismusbüros als besonders hilfreich. Besichtigt wurde eine Auswahl der wichtigsten lokalen Sehenswürdigkeiten. Darunter befand sich selbstverständlich der Eichstätter Dom sowie das Kapuzinerkloster einschließlich der Nachbildung des heiligen Grabes von Jerusalem, die Schutzengelkirche, der Residenzplatz und das Mortuarium. Allzu viel Zeit für die Stadtführung blieb allerdings nicht, denn als nächstes stand um 19:00 das Abendessen auf dem Plan.

Conference Dinner

Nach diesem recht ausgefüllten Tagesprogramm freuten sich die Teilnehmer besonders auf den letzten Programmpunkt des Abends - das Konferenzdinner. Es fand im Gasthaus ,Café Paradeis' statt, wo die Ankommenden bereits ein reichhaltiges Büffet erwartete. In gelöster Atmosphäre fand man ausreichend Gelegenheit, die Themen des Tages im lockeren Gespräch weiter zu vertiefen und auch über den fachlichen Disput hinaus interessante Gespräche mit den Kongressteilnehmern zu führen. Erst zu später Stunde löste sich die heitere Gesellschaft schließlich auf, denn am nächsten Tag sollte der zweite Teil der Konferenz schon um 9:30 beginnen.

Nach der Tagung

Auch nach der Tagung standen für uns noch zu erledigende Aufgaben an. So mussten zum Zwecke der Nachberichterstattung erneut verschiedene Pressestellen kontaktiert werden. Außerdem mussten wir die Homepage auf den aktuellsten Stand bringen. Zum Einen durch die Ergänzung sämtlicher relevanten Informationen rund um den Europatag, zum Anderen durch die genauere Beschreibung des Wissenschaftlichen Projekts, im Rahmen dessen die Projektarbeit stattfand.

Pressestimme und Nachbericht

Anita Hirschbeck war für den Donaukurier vor Ort, um uns bei unserem wissenschaftlichen Projekt zu begleiten: Hier der Link zum Zeitungsartikel. Außerdem veröffentlichten wir einen Nachbericht in den Presseinformationen der Uni und einen Essay im KU-Magazin Agora: "Träume vom 'Neuen Menschen'" (Anja Eckelt)