Sie befinden sich hier: KU.de  Fakultäten  Sprach- und Literaturwissenschaftliche Fakultät  Forschung  Wissenschaftliches Projekt  Kulturelle Identität(en) im modernen europäischen Film

2010: Studentischer Workshop "Kulturelle Identität(en) im modernen europäischen Film"

Am 9. Juli 2010 fand an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt eine Veranstaltung der besonderen Art statt:

Vier Master-Studentinnen des Europastudiengangs präsentierten im Rahmen des Moduls Wissenschaftliches Projekt ihre Forschungsergebnisse zu dem Thema "Kulturelle Identität(en) im modernen europäischen Film". Unter der Anleitung ihrer Dozentin Sonja Becker setzten sie sich mit der Frage auseinander, welche Auswirkungen die durch Migration und regionale Unterschiede entstehende Vielfalt kultureller Identitäten auf moderne europäische Gesellschaften hat. Die Referentinnen beschäftigten sich mit den be- bzw. entstehenden Identitätskonflikten in multikulturellen Gesellschaften am Beispiel Italiens, Deutschlands und Frankreichs.

Luchino Viscontis Rocco und seine Brüder, analysiert von Giuditta Saudelli, konfrontierte das Publikum mit Italiens Nord-Süd-Konflikt. Es wurde deutlich, wie stark die regionalen Unterschiede die Ausbildung einer kulturellen Identität beeinflussen. Katharina Schneider zeigte die Aspekte kultureller Differenzen am Beispiel von Doris Dörries Film Happy Birthday, Türke! auf. Es wurde die Identitätsverwirrung herausgearbeitet, die durch Migration entstehen kann. Am Beispiel des Films Good Bye, Lenin! untersuchte Tetiana Umin die Beziehungen zwischen kultureller Identität und dem kollektiven Gedächtnis. Janina Pankow setzte sich mit der Frage auseinander, inwieweit Selbst- und Fremdwahrnehmung einer regionalen Kultur differieren können, bzw. in welchem Zusammenhang Stereotypen und kulturelle, speziell regionale Identität stehen.

Eingeleitet und ergänzt wurden die studentischen Vorträge durch den Gastreferenten Dr. Emil Popov von der RWTH Aachen, der die Frage nach der europäischen Identität aus einem politikwissenschaftlichen Blickwinkel beleuchtete und den Verknüpfungen zwischen kultureller und politischer Identität aufzeigte.

In der Begrüßung hatten der Dekan der Sprach- und Literaturwissenschaftlichen Fakultät, Prof. Dr. Thomas Pittrof, sowie der Mentor des Europastudiengangs, Prof. Dr. Richard Nate, zuvor die Eigenverantwortlichkeit und die Kreativität der Europastudierenden gelobt. Der Workshop konnte dem Publikum sicherlich als gelungenes Beispiel dafür dienen, wie theoretisches Wissen in wissenschaftliche Praxis umgesetzt werden kann.

 

Janina Pankow, Tetiana Umin (MA Europastudien, 2. Semester)