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Öffentliches Arbeitsgespräch: "Krieg und Frieden im Lied" – Auszug aus dem Pressetext

Bereits seit Beginn des Sommersemesters 2015 erarbeiteten die insgesamt sechs Studierenden im Rahmen des Moduls “Wissenschaftliches Projekt”, einem zentralen Element des Masterstudiengangs Europastudien, wissenschaftliche Vorträge für die interdisziplinär-internationale Tagung “Krieg und Frieden im Lied” (19. bis 20. Juni 2015) im Goethe-Museum der Stadt Düsseldorf.

Ziel des Moduls ist es, den Studierenden erste Erfahrungen in der Projektarbeit in einem wissenschaftlichen Kontext zu ermöglichen. Zuvor entstanden im Rahmen dieses Moduls bereits unter anderem eine interaktive Ausstellung mit dem Titel “Jugendproteste in der jüngeren Europäischen Geschichte” in Kooperation mit dem Europäischen Haus Pappenheim sowie begleitendes Material zur Ausstellung “Napoleon in Bayern”.
Nun beschäftigten sich die Studierenden, unterstützt von Juniorprofessorin Dr. Misia Sophia Doms, Prof. Dr. Richard Nate und Dr. Bea Klüsener, mit der Frage nach der Darstellung von Krieg und Frieden im internationalen Lied. Hierzu arbeiteten die Eichstätter mit Studierenden der Universität Düsseldorf zusammen. Die siebenminütigen studentischen Vorträge analysierten Lieder aus verschiedenen nationalen und historischen Kontexten.

So untersuchten Bianca Goch und Sabrina Nerb Bob Dylan’s “Masters of War”. Nicolas Gaspers und Anna-Lena Heimerdinger referierten zum Bild Preußens in Soldatenliedern des frühen 19. Jahrhunderts sowie heutigen Parodien preußischer Marschlieder. Laura Ebert und Lisa-Marie Dorland beschäftigten sich mit Green Day’s “21 Guns” vor dem Hintergrund des Irakkrieges. Peter Klingel und Vincent Chen untersuchten die musikalische Verarbeitung des 11. Septembers in Alan Jacksons “Where were you” und Toby Keiths “Courtesy of the Red, White and Blue”. Sonja Scherle und Elizaveta Tereshina betrachteten den Zweiten Weltkrieg und untersuchten das russische Lied “Der heilige Krieg”. Pauline Kirchner diskutierte auf einem Poster Nicoles “Ein bisschen Frieden“.

Zusätzlich führten insgesamt zehn akademische Vorträge das Publikum in verschiedene Musikstile, kulturelle und historische Kontexte. So beschäftigte sich beispielsweise der französische Kulturhistoriker Didier Francfort (Nancy) mit der musikalischen Aufarbeitung und Verarbeitung des Ersten Weltkrieges, Sonja Ortner (Innsbruck) thematisierte Lieder der Tiroler Kaiserjäger, und Karin Stoverock (Köln) präsentierte ihre Ergebnisse zur Romantisierung von Krieg in Liedern der Jugendbewegung und der Hitlerjugend. John Partington (Reading) sprach zu Woody Guthrie, Richard Nate (Eichstätt) zu „Krieg und Frieden in englischsprachigen Liedern in den 60er und 70er Jahren“. Frank Erik Pointner (Duisburg-Essen) betrachtete das anglo-amerikanische Protestlied als kulturelles Phänomen, Gerhard Kaiser (Göttingen) besprach „Kriege mit Liedern im US-Pop in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre“. Eine ethnologische Perspektive des Hiroshima-Friedenslieds brachte Christian Tagshold (Düsseldorf) ein. Jost Eickmeyer (Berlin) analysierte die Darstellung von Krieg und Frieden im deutschsprachigen Lied des 16. und 17. Jahrhunderts. Die Düsseldorfer Junior-Professorin Misia Sophia Doms setzte sich mit der österreichischen Darstellung des Kalten Krieges in der Musik nach 1945 auseinander.