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Call for Papers

 

Im Zuge des 'material turns' in den Geisteswissenschaften wurden Objekte in das Zentrum des Forschungsinteresses gerückt und die herausragende Bedeutung der Sachkultur für die europäische Kulturgeschichte herausgearbeitet. Schließlich manifestieren sich in der materiellen Beschaffenheit der Dinge auch immer Vorstellungswelten und Wissenshorizonte einer spezifischen Zeit. Wie Wissen und Wissenschaft in Objekten und Dingen wirkt, zählte dabei von Anfang an zu den zentralen Fragestellungen. Denn gerade in den Wissenschaften kam den Objekten eine tragende Rolle bei der Erforschung und Systematisierung der Welt zu, sei es als Gegenstand des Nachdenkens und Sammelns, als Hilfsmittel zur Erfassung der Wirklichkeit oder zur Veranschaulichung.

Bisher noch unzureichend erforscht sind die Wechselbeziehungen zwischen wissenschaftlichen Objekten und der sprachlich-kommunikativen Dimension von Wissenschaft. Wie werden Objekte benannt und wie verändern sich die Bezeichnungen im Laufe der Zeit? Welche Sprachlichkeit ist Objekten inhärent und wie wird diese durch die Materialität beeinflusst? Wie wird über wissenschaftliche Objekte gesprochen und wie verändern Objekte das Sprechen über Wissenschaft? Welche neuen Textsorten entstehen durch Objekte (z.B. wissenschaftliche Geräte und
Vorrichtungen, Modelle, materielle Unterrichtsmaterialien, Symbole und Insignien von Wissenschaft und Gelehrsamkeit, spezielle Bauten und Räumen usw.)?
Ziel der Tagung ist es, sich diesen und weiteren Fragen aus historischer, kulturwissenschaftlicher, wissenschaftssoziologischer, diskursanalytischer und sprachwissenschaftlicher Perspektive heraus anzunehmen und sie in einer interdisziplinären Zugangsweise fruchtbar zu machen.
Forscher(innen) aller Fachrichtungen und Qualifikationsstufen sind eingeladen, ein Abstract zu den genannten Schwerpunkten einzureichen. Diachrone Studien zu Entwicklungstendenzen innerhalb dieser Schwerpunkte wie auch synchrone Untersuchungen sind erwünscht. Die hier präsentierten Fragestellungen schließen
Vorträge zu anderen Forschungsinteressen nicht aus, solange sie sich auf historische Gelehrten- und Wissenschaftssprachen beziehen.
Abstracts von max. 300 Wörtern (ohne Literaturangaben) sind bis spätestens 31.
Januar 2019 via Mail einzureichen an bettina.lindner(at)ku.de