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Forschungsprojekte

 

Das Predigtoeuvre des Rebdorfer Augustiner-Chorherren Balthasar Boehm als vorreformatorische Wissenssumme (Simon Falch, M.A., Dissertationsprojekt, abgeschlossen Mai 2015)

Die von 1501-22 entstandenen etwa drei Dutzend frnhd. und ca. 2.700 lat. Predigten Boehms werden im Rahmen der Dissertation als „intellektuelle Rituale" betrachtet, die der Wissensvermittlung innerhalb einer Text- bzw. Erzählgemeinschaft dienen. Die Predigtexempla sind dabei von herausragender Bedeutung, regen sie doch - für Boehm einer erczney entsprechend - den zur göttlichen Gnade führenden Heilungs- und Erkenntnisprozess durch die Induktion seelischer Dispositionen an. Neben der philologisch-materialen Erschließung des opulenten Werks soll die Rekonstruktion der Genese eines Funktionsgedächtnisses im Zentrum der Untersuchung stehen. Dabei gilt es, sowohl die Auswahl und die Organisation des in den Predigten dargestellten Wissens als auch die möglichen Funktionen der Inhalte für die Stabilisierung der Doktrin-Gesellschaft (Kloster Rebdorf) zu berücksichtigen.

Johann Sieder, Das Leben Alexanders des Großen. Edition der frühneuhochdeutschen Übersetzung und der lateinischen Vorlage Guarino Veroneses mit Untersuchungen (Robert Karl, Dissertationsprojekt)

Anhand des synoptischen Vergleichs zwischen der Alexandervita Plutarchs in der frühneuhochdeutschen Übersetzung des Würzburger Kanonikus Johann Sieder (um 1500) und ihrer lateinischen Vorlage von Guarino Veronese, die beide ediert werden, sind die Bedingungen und Verfahrensweisen des Übersetzens im Humanismus zu untersuchen. Dabei wird ausgehend von Niklas von Wyle auf die Entwicklung humanistischen Übersetzens besonderes Augenmerk gelegt.

Recht und Literatur (Prof. Dr. Rudolf Kilian Weigand)

Die Bedeutung des Rechts und der Rechtsbestimmungen in der ritterlich-höfischen Welt des Mittelalters ist schwer zu überschätzen. Nicht ohne Grund waren es zu Beginn des 19. Jahrhunderts Juristen, welche die mittelalterliche deutsche Literatur als Forschungsobjekt entdeckten und pflegten. Recht oder Unrecht bilden immer wieder einen wesentlichen Problembereich höfischer Erzählungen. Vor diesem Hintergrund wurden Untersuchungen zum mittelalterlichen Diebstahlsbegriff (2006), zur Rolle des Rechts in Erzählpassagen des Nibelungenliedes (2006) und zu Rechtsfragen in den Erzählungen Hartmanns (2002) vorgelegt, aber auch Überlegungen zu Kernbegriffen wie Freiheit (2008) oder Gerechtigkeit (2011). Weitere Untersuchungen sind in Vorbereitung.