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Forschungsschwerpunkte

Prof. Dr. Bardo Gauly

1. Augusteische Dichtung und ihre Rezeption

Im Zentrum steht Ovid, in dessen Werken sich die Traditionen der hellenistischen, neoterischen und augusteischen Dichtung bündeln und der zugleich zum Wegweiser für die Dichter der Silbernen Latinität wird. Die Arbeiten stellen poetologische Fragen (nach dem poetischen Ich oder dem Konzept von Fiktionalität) und untersuchen die Rezeption in nachantiken formalen und ideologischen Kontexten.

2. Transformation griechischer Naturphilosophie in Rom

Die römische Naturphilosophie beschränkt sich nicht darauf, griechische Erkenntnisse und griechische Theorien zu Natur und Kosmos in die lateinische Sprache zu transponieren, sondern konfrontiert sie mit spezifisch römischen Diskursen. Das prekäre Verhältnis von griechischer Theorie und traditionell römischer Konzeption sozialer Normen ist Gegenstand der Forschung, in deren Mittelpunkt Seneca steht. Dazu kommt die Untersuchung des genuin römischen Konzepts von Naturgeschichte.

3. Literatur der Spätantike

Lange Zeit ist die lateinische Literatur der Spätantike nur als ein Rezeptionsphänomen wahrgenommen worden, so dass sich das Forschungsinteresse vor allem auf die Auseinandersetzung der Texte mit den klassischen Vorläufern konzentrierte. In Zusammenhang mit einem größeren Editionsprojekt (s.u.) wird die Frage nach dem Neuen und Eigenen der christlichen und paganen Literatur gestellt. Im Zentrum der eigenen Forschung stehen zum einen Untersuchungen zum Liebesdiskurs und zur Allegorie in spätantiker Dichtung sowie zum spätantiken Kommentar.

 4. Religiöse und kulturelle Transformation in der spätantiken Hagiographie

Ziele der Untersuchung sind die Entstehung der Hagiographie als einer christlichen Belletristik, ihre religiöse Funktion der Vermittlung zwischen Geschichte und Transzendenz, ihre kulturelle Funktion als Vermittlung zwischen der griechischen und lateinischen Literatur,  zwischen dem Osten und dem Westen des Reiches und ihre Rezeption der biblischen Literatur in einer neuentstehenden christlichen Literatur. Das Projekt schließt eine zweisprachige Edition hagiographischer Schriften ein und leistet einen Beitrag zur Forschung der Gruppe „Medien und Praktiken religiöser Transformationsprozesse“, die Teil des “Zentrums für Religion, Kirche und Gesellschaft im Wandel” ist.