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Konzepte und Konfigurationen des Unendlichen

Veranstaltungen

Phase I. Unendlichkeitskonstrukte. Eine europäische Kulturkonstante

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Antwort auf/zuklappen Unendlichkeitskonstrukte. Eine europäische Kulturkonstante - Interdisziplinäre Vortragsreihe

Das Unendliche affiziert das Denken, indem es das Denken zugleich verwüstet und ruft: durch ein ‚in seine Schranken verweisen‘ weist es ihm seinen Ort an. Es weckt das Denken.

Emmanuel Lévinas

Der Dualismus von täglich erfahrener Begrenzung und einer unterschiedlich definierten Unendlichkeit hat die europäische Kultur von der Frühzeit an beeinflusst. In Ägypten hat der Pharao  mit dem Bau der Pyramiden die Vergänglichkeit ausgeschaltet, im Zweistromland haben Archive mit Keilschrifttafeln Wissen und Kulturtechniken für die nicht absehbare Zukunft konserviert. In Philosophie und Literatur, aber auch in den nonverbalen Medien haben Menschen immer wieder versucht, die Kürze des Lebens und seine oft schwierigen Bedingungen durch Gegenwelten in vergangenen oder zukünftigen Zeiten  zu kontrastieren, in der christlichen Religion natürlich in Form des Paradieses. So hat sich das Unendliche oder auch das Unbegrenzte in einer Weise im Denken des europäischen Menschen festgesetzt, dass es als eine Grundkonstante angesehen werden kann. Die  Vortragsreihe versucht zum ersten Male diese Konditionierung aus der Sicht unterschiedlicher Fachdisziplinen heraus zu beleuchten.

Interdisziplinäre Vortragsreihe im Wintersemester 2015/16 - René Dausner, Joachim Eck, Annika Schlitte; Christoph Böttigheimer, Gerhard Zimmer

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Antwort auf/zuklappen Unendlichkeitskonstrukte. Eine europäische Kulturkonstante - Symposium

Symposium zur Interdisziplinäre Vortragsreihe im Wintersemester 2015/16 - René Dausner, Joachim Eck, Annika Schlitte, Franziska Huditz

4./5.2.2016

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Antwort auf/zuklappen Unendlichkeitskonstrukte. Eine europäische Kulturkonstante - 2. Symposium

Das Unendliche ist
a. in einfacher Bestimmung das Affirmative als Negation des Endlichen;
b. es ist aber damit in Wechselbestimmung mit dem Endlichen, und ist das abstrakte, einseitige Unendliche;
c. das Sich-aufheben dieses Unendlichen, wie des Endlichen als Ein Proceß, ist das wahrhaft Unendliche.

G.W.F. Hegel, Wissenschaft der Logik, Kap. 6

Unendlichkeit ist ein Begriff, der zu denken gibt. Zunächst verortet im Bereich der Mathematik haben sich Menschen seit der Antike unaufhörlich um ein Verständnis von Unendlichkeit bemüht. Als grundlegend erweisen sich Fragen nach einer adäquaten Denkweise an die Unendlichkeit sowie nach Sprachmöglichkeiten über das Unendliche. Bleibt die Unendlichkeit nicht notwendig jeder begrifflichen Erfassung entzogen? Wie aber ließe sich dann die Unendlichkeit thematisieren? Gibt es andere Zugangsweisen zum Unendlichen als im Modus unentwegter Negation? Lässt sich Unend- lichkeit konstruieren? Ist es überhaupt zu- lässig von der Unendlichkeit im Singular zu sprechen, oder gibt es nicht eine Vielzahl von Unendlichkeiten?

Die notwendig interdisziplinäre Thematisierung der Rede von dem Unendlichen wurde bereits im Wintersemester 2015/16 an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt durch Vorträge und Diskussionen eröffnet. Im Sommersemester 2016 wird diese Reihe fortgesetzt, um den Problem- horizont „Unendlichkeitskonstrukte“ als „eine europäische Kulturkonstante“ weiter auszuleuchten und abzuschreiten. Das Ziel des zweiten Symposiums besteht folglich in der Sondierung gemeinsamer Forschungsinteressen und in der Erhebung von Forschungsdesideraten.

2. Symposium zur Interdisziplinäre Vortragsreihe im Wintersemester 2015/16 - Christoph Böttigheimer, René Dausner

8.7.2016

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Antwort auf/zuklappen Unendlichkeiten. Zur Textpoetik der (Post-)Moderne - Workshop

Einer gängigen Beobachtung zufolge verlieren in der (literarischen) Moderne nicht nur Geschichtsteleologie und Providenzdenken ihre Überzeugungskraft, sondern beginnt auch die kosmologische Geschlossenheit, die noch im Neoklassizismus, in der Romantik und im Realismus Bestand hat, brüchig zu werden. Beides gemeinsam deutet jedoch weniger darauf hin, dass das Konzept der Unendlichkeit ganz ausgedient hat. Vielmehr wandern die Vorstellungen vom Infiniten lediglich aus den erzählten Geschichten aus, um sodann andernorts und anders wiederzukehren. Zum einen scheinen mithin Ideen und Verfahren des Unendlichen auf die Bauart des Erzählens überzugehen; zum anderen wird der Begriff der Unendlichkeit gleichsam horizontal reinterpretiert, so dass er vertikale Semantiken des Fortschritts und der Entwicklung, der Steigerung, der Totalität und der Transzendenz a priori unterläuft.

Auf diese zweifache Weise entstehen beispielsweise moderne Romane, deren Vertextungsmuster sich rekursiv, seriell, selbstreflexiv und ohne Rücksicht auf ihren ‚Sitz im Leben‘ unentwegt fortzeugen. Analoges lässt sich in diversen Formen (auto-)biographischen Schreibens beobachten: Statt vom Ende her zu erzählen und so eine Kontinuität zu konstruieren, erfährt und erzählt das Ich sich als fragmentarisch und lückenhaft, als vielfältig und widersprüchlich, als sich weder konstant noch sukzessive auf ein telos zubewegend. Entsprechend wirken die Texte oft, als könnten sie an jeder beliebigen Stelle eine Fortsetzung finden und so zu einer Art paradoxem ‚Unendlichkeitskonstrukt‘ werden, das gerade mit der Endlichkeit – des Lebens wie des Textes – operiert. Doch nicht allein in narrativen Texten der Moderne und Postmoderne findet die Auseinandersetzung mit Fragen der Endlichkeit und Unendlichkeit statt. So konfrontiert etwa das Theater in Stücken wie Becketts En attendant Godot und Fin de partie die finitude menschlichen Lebens mit potentiell unendlichen bzw. unendlich wiederhol- und variierbaren Strukturmustern, und in der Lyrik wird die Frage nach dem Unendlichen bereits im 19. Jahrhundert thematisch, wie die beiden Pioniere moderner Lyrik Leopardi und Baudelaire nicht nur in programmatischen Gedichten wie L’infnito und Le voyage demonstrieren.

Ziel des Workshops ist, anhand einer Reihe von Fallstudien die Bandbreite und möglichen Schnittstellen unterschiedlicher Formen und Funktionen, unterschiedlicher Konstrukte und Konstruktionsweisen von Unendlichkeit in der Literatur auszuloten. Nachzuvollziehen wäre derart, wie literarische Texte sich in Form und Poetik auch noch in und seit der Moderne am Phänomen der Unendlichkeit abarbeiten.

Workshop - Kurt Hahn (Würzburg), Barbara Kuhn (Eichstätt), Jobst Welge (Eichstätt)

25.-27.9.2016

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Antwort auf/zuklappen Infinitum. Imagination, Entgrenzung und Exzess - Tagung

Die Neuzeit hat die irdische, endliche Welt grundstürzend aufgewertet. Um so mehr fällt auf, dass Konzepte und Assoziationen des Unendlichen sich weiterhin in den verschiedensten Formen zur Geltung bringen. Künste und Wissenschaften, Philosophien und Religionen, Ideologien und Praktiken gehen dabei die überraschendsten Allianzen ein. Die Tagung will versuchen, in dieser dynamischen Vielfalt Isomorphien und Unterschiede, Konstanten und Verschiebungen abzustecken. Im Mittelpunkt stehen dabei die beiden großen Transformationsepochen der Frühen Neuzeit und des langen 19. Jahrhunderts, sowie als Kontrastfolie die Antike.

Tagung - Michael Neumann

5.-7.4.2017

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Phase II. Konzepte und Konfigurationen des Unendlichen

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Antwort auf/zuklappen Paradiese. Bilderwelten des Unendlichen - Tagung

Workshop

Paradiese. Bilderwelten des Unendlichen

Programm:   Im April 2018 wird ein Workshop der Vielfalt der Paradiesentwürfe nachgehen, welche die Geschichte der europäischen Imagination kontinuierlich begleitet. Paradiese, Gärten Eden, Inseln der Seligen, Arkadiens, Goldene Zeitalter, Schlaraffenländer suchen als kontrafaktische Projektionen des Unendlichen die bedrängende Erfahrung der menschlichen Endlichkeit in einer ewig währenden Präsenz aufzuheben. Wunschbilder träumen von unbegrenzter Bedürfniserfüllung, vom Einssein mit sich selbst, von freiem Liebesgenuss, von nicht enden wollendem Glück und ewigem Frieden. Dabei unterliegen sie alle einem grundlegenden Paradox: Im Überschreiten endlicher Lebensgrenzen zielen sie auf ein Unendliches, dessen Präsenz aber doch ganz mit den verführerischsten Farben des Endlichen ausgemalt wird. Auch diese Widersprüchlichkeit wird in manchen Paradiesdarstellungen schon mitreflektiert. Solche Widersprüchlichkeit verdichtet sich dann im 19.Jahrhundert zum Widerspruch. Als himmlische wie irdische Transzendenzen an Glaubwürdigkeit verloren, setzten schwarze Romantik und Symbolismus den lichten Imaginationen düstere paradis artificiels entgegen. Aber es war doch weiter von „Paradiesen“ die Rede und das Thema ist, wenngleich manchmal nur in metaphorischen Superlativen, auch in Moderne und Postmoderne nicht abhandengekommen.

PROGRAMM

Donnerstag, 12.4.18:

14.15   Begrüßung

15.00   Andreas Schüle (Leipzig):

            Paradies oder Gegenwelt? Überlegungen zum Garten Eden (Gen 2-3) und dem

            messianischen Friedensreich (Jesaja 11,1-10; 65,17-25)

16.00   Jutta Dresken-Weiland (Regensburg):

            Das Paradies in Texten und Bildern der frühchristlichen Zeit

17.00   − Kaffeepause

17.20   Pia Rudolph (München):

            Paradiesvorstellungen im Spätmittelalter in Bild und Text

18.20   Michael Neumann (Eichstätt):

            Paradiese auf Erden. Vom Erleben englischer Landschaftsparks im 18. Jahrhundert

Freitag, 13.4.18:

9.15     Richard Nate (Eichstätt):

            „Echoing Greens“. Romantische Paradiesvorstellungen in der englischen Literatur

10.15   Bettina Full (Bochum):

            Arzneien für das Ich. Zur Psychokritik der Moderne in Baudelaires Paradis artificiels

11.15   − Kaffeepause

11.45   Katharina List (Eichstätt):

            Schweigende Gärten. Gabriele d’Annunzios Poema paradisiaco                

 (23.2.2018)

Antwort auf/zuklappen Entzeitlichung - Tagung

Tagung

Entzeitlichung

Alle Lebewesen sind auf die Zeit zwischen Geburt und Tod beschränkt. Der Mensch aber muss sich dieser Vorgabe der Natur bewusst stellen. Die Erfahrung seiner Endlichkeit darf als eines der produktivsten Motive seiner Identitätsbildung angenommen werden. Höchst vielfältig sind die kulturellen Weisen der Vermeidung und vor allem der Überwindung von Endlichkeit. Inwiefern korrespondieren sie mit ‚Unendlichkeit‘ als ihrem verdeckten Hintergrundphänomen?

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 (19.06.2019)

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