Malogranatum - Granatapfel

Das Projekt wird gefördert durch DFG GE 902/4-2 (bis Ende 2016).

Das lateinische Malogranatum, ein noch vor der Mitte des 14. Jahrhunderts im Zisterzienserkloster König­saal bei Prag verfasster Dialog über den Inhalt der christlichen Botschaft zwischen einem geist­lichem 'Vater' und seinem 'Sohn', umfasst in der Prager Handschrift (1385) 332 Folioblätter (ca. 350.000 Wörter).

Die Einteilung des Traktats in drei Bücher orientiert sich an der in der mystischen Tradition verbreiteten Dreistatuslehre (De triplici statu), welche in der Klassifizierung des nach Vollkommenheit strebenden Christ-Gläubigen zwischen dem status der Anfänger (incipientium), der Fortschreitenden (proficientium) und der Vollkommenen (perfectorum) differenziert. Das Werk wurde nicht nur im binnenklösterlichen Entstehungsraum, sondern nach 1350 vor allem von den kirchlichen Reformgruppen der städtischen Laienbewegung rezipiert. Im weiteren Verlauf der sich schließlich in ganz Europa ausbreitenden spirituellen Erneuerungsbewegung kam es zu Übersetzungen des Malo­granatum ins Niederländische und Deutsche, die durch insgesmt acht Handschriften mit unter­schied­lichem Textbestand bezeugt werden.

Der Abschlussbericht wurde im Juli 2017 erstellt. Die Textdokumentation ist seit 2018 unter KU.edoc publiziert.

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