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Forschungsprojekt: Rezeption der Liturgiereform

Kooperation der Lehrstühle für Liturgiewissenschaft in Eichstätt und München

 

Prof. Dr. Jürgen Bärsch
Professur für Liturgiewissenschaft
Theologische Fakultät
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt    
Ostenstraße 26-28
85072 Eichstätt

 

Prof. Dr. Florian Kluger
Professur für Liturgik
Fakultät für Religionspädagogik und Kirchliche Bildungsarbeit
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Ostenstraße 26-28
85072 Eichstätt

 

 

 

Prof. Dr. Winfried Haunerland
Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft
Katholisch-Theologische Fakultät
Ludwig-Maximilians-Universität
Geschwister-Scholl-Platz 1
80539 München

 

 

 

Projektbeschreibung

„Rezeption der Liturgiereform“ - Die Erneuerung des katholischen Gottesdienstes nach dem II. Vatikanischen Konzil im deutschen Sprachgebiet

Am 4. Dezember 1963 verabschiedeten die Väter des Zweiten Vatikanischen Konzils die Liturgiekonstitution Sacrosanctum Concilium, die eine umfassende Erneuerung des Gottesdienstes initiierte und weitreichend in die Kirche hinein wirkte. Was das Konzil beschlossen hatte, musste aber erst seinen Weg in die einzelnen Orts- und Teilkirchen finden und hier realisiert werden. Die Erforschung dieser Rezeptionsprozesse vor allem im deutschen Sprachgebiet ist seit 2005 ein gemeinsames Anliegen der Lehrstühle für Liturgiewissenschaft an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 2006 fand ein Expertengespräch zum Thema statt, 2008 ein Forschungskolloquium mit zahlreichen mitarbeitenden Wissenschaftlern. Dort konnten erste Einzelstudien vorgestellt werden, die um weitere Studien ergänzt wurden. Die Ergebnisse mündeten 2010 in eine umfassende Publikation eines Forschungsbandes zur Rezeption der Liturgiereform vor Ort, vornehmlich auf Ebene der Pfarrei (Teilbereich 1: Liturgiereform vor Ort). Weitere Studien konnten 2013 mit dem Forschungsband zur Rezeption der Liturgiereform in den Bistümern des deutschen Sprachgebietes 2013 vorgelegt werden (Teilbereich 2: Liturgiereform und Bistum). Nachdem mittlerweile erste instruktive Ergebnisse auf der Ebene von Pfarrei und Bistum vorliegen, soll in einer nächsten Phase paradigmatisch nach den Konsequenzen der Liturgiereform in den Ordensgemeinschaften gefragt werden (Teilbereich 3: Liturgiereform und Ordensgemeinschaften).

Hinführende Forschungsfragen und Problemskizzen:

 

Bisherige Forschungsergebnisse:

Teilbereich 1: Liturgiereform vor Ort

Die vom Zweiten Vatikanum angestoßene Liturgiereform hat weitreichende Konsequenzen für das Leben der Kirche, ihrer Diözesen und Pfarreien sowie der einzelnen Gläubigen gehabt. Diese konkrete Rezeption des Konzils in der Verwirklichung der Liturgiereform vor Ort ist allerdings bisher wenig erforscht. Mit dem Blick auf verschiedene Ortskirchen und ihre lokalen Gliederungen wurden in dem Forschungsprojekt exemplarisch sowohl Entwicklungen und konkrete Reformanliegen als auch einzelne Persönlichkeiten und heutige Herausforderungen der liturgischen Erneuerung untersucht. Gerade die Erforschung der Rezeption der Liturgiereform in den Pfarreien liefert wichtige Bausteine zur kirchlichen Zeitgeschichtsforschung. Die Ergebnisse der Untersuchungen wurden in einem Sammelband publiziert:

Liturgiereform vor Ort. Zur Rezeption des Zweiten Vatikanischen Konzils in Bistum und Pfarrei, hg. von Jürgen Bärsch / Winfried Haunerland (Studien zur Pastoralliturgie 25), Regensburg 2010: Pustet. 376 S. 

Detaillinformationen zum Sammelband finden Sie hier.

 

 

Teilbereich 2: Liturgiereform und Bistum

Vor fünzig Jahren verabschiedeten die Väter des Zweiten Vatikanischen Konzils die Liturgiekonstitution, die eine umfassende Erneuerung des Gottesdienstes initiierte und weitreichend in die Kirche hinein wirkte. Was das Konzil beschlossen hatte, musste aber erst seinen Weg in das Leben der Ortskirchen finden und hier realisiert werden. In dem Forschungsprojekt wurden die Rezeptionsprozesse der Liturgiereform in einzelnen Diözesen und Regionen untersucht. Hierbei wurden Voraussetzungen, Persönlichkeiten und Herangehensweisen bei den Bemühungen um die Erneuerung des gottesdienstlichen Lebens beleuchtet. Das Forschungsprojekt bündelt bisherige Ergebnisse und liefert detaillierte und systematische Darstellung für Diözesen in Deutschland, im deutschsprachigen Ausland, in östlichen und westlichen Nachbarländern wie überkontinental für Chile. Die Ergebnisse der Untersuchungen wurden in einem Sammelband publiziert:

Liturgiereform und Bistum. Gottesdienstliche Erneuerung nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, hg. v. Jürgen Bärsch / Winfried Haunerland unter Mitarb. v. Florian Kluger (Studien zur Pastoralliturgie 36), Regensburg 2013: Pustet. 580 S.

Detaillinformationen zu dem Buch finden Sie hier.

Eine Bündelung zum Forschungsstand finden sie hier: Winfried Haunerland, Ortskirchliche Wege liturgischer Erneuerung. Eine Zwischenbilanz, in: Liturgiereform und Bistum 2013, 531-561.

 

Neue Fragestellungen
Teilbereich 3:
Liturgiereform und Ordensgemeinschaften

In den vergangenen Jahren konnten zahlreiche Einzeluntersuchungen zur Rezeption der Liturgiekonstitution und der Liturgie­reform des Zweiten Vatikanischen Konzils in den Ortskirchen des deutschen Sprachgebietes erarbeitet und veröffentlicht werden. Neben der territorialen Gliederung der Kirche in Bistum und Pfarrei, das heißt den „örtlichen Gemeinden der Gläubigen“ (LG 28), haben jedoch die Ordensgemeinschaften als personale Untergliederungen eine eigene Rezeptions­geschichte, die bisher noch nie näher untersucht wurde. In einem neuen Forschungsprojekt sollen paradigmatische Sondierungen in diesem Bereich vorgenommen und gebündelt werden, um so die Parallelitäten und Unter­schiede zu den Bistümern und der Ordensgemeinschaften untereinander beschreiben zu können. In einem ersten Schritt geht es vor allem um die männlichen Ordensgemeinschaften, bei denen tendentiell ein engerer pastoraler Kontext zu vermuten ist. Welche Veränderungen der Gottesdienst in den weiblichen Ordensgemeinschaften erfahren hat, soll in einer weiteren Projektphase untersucht werden. Erste Kooperationsgespräche mit Ansprechpartnern in den Orden und mit mitarbeitenden Wissenschaftlern wurden geführt.

Ergänzend hierzu soll die bibliografische Erfassung und inhaltliche Beschreibung von Ordensritualien im deutschen Sprachraum vorangetrieben werden. Während für die gedruckten Ritualien der Bistümer und aus privater Feder die verdienstvolle Bibliographie von Manfred Probst zur Verfügung steht (Bibliographie der katholischen Ritualiendrucke des deutschen Sprachbereichs. Diözesane und private Ausgaben [LQF 74] Münster 1993), sind Forscher, die an den Ordensritualien interessiert sind, auf Zufallsfunde angewiesen. Inzwischen konnte eine beachtliche Anzahl von Ordensritualien identifiziert werden, die nach entsprechender Bearbeitung erschlossen und nach weiteren Forschungen um weitere Exemplare ergänzt werden sollen. Damit soll ein wertvolles Instrumentarium für weitere Forschungen zur Verfügung gestellt werden.

Jürgen Bärsch, Zu einer Bibliographie der gedruckten Ordensritualien im deutschen Sprachgebiet, in: Kirchliches Buch- und Bibliothekswesen, Jahrbuch 2005/06, hg. v. d. Arbeitsgem. Kath.-Theol. Bibliotheken u.d. Verband kirchl.-wiss. Bibliotheken in der AG der Archive u. Bibl. i.d. ev. Kirche, Rottenburg 2007, 219-221.

Hinweise zu ausgewählten Publikationen der Forschergruppe

 

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