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Gabriel de Gabrieli

Werdegang

Gabriel de Gabrieli
Fürstbischöflich Eichstättischer Hofbaudirektor (1671-1747)

Gabriel de Gabrieli wurde am 18. Dezember 1671 in Roveredo, dem Hauptdorf des italienisch-sprachigen Misoxtals im Schweizer Kanton Graubünden geboren. Er gehört zur Gruppe der sogenannten "Graubündner Baumeister und Stuckateure", die seit dem 16. Jahrhundert fast ausnahmslos aus dem Misox hervorgingen und sich bis ins späte 18. Jahrhundert vornehmlich in die deutschsprachigen Gebiete Europas verbreiteten. Gabrieli absolvierte von 1685 (1686?)-1689 wohl bei seinem Vater, dem Maurermeister Giovanni Gabrieli, die Maurerlehre und wurde etwa 3-4 Jahre später Meister. 1695 hielt er sich vier Monate in Rom auf, weitere Reisen führten ihn nach Venedig und vermutlich nach Frankreich. 1694-1705 stand Gabrieli in den Diensten des Fürsten Johann Adam Andreas von Liechtenstein zu Wien, zunächst als Maurermeister und später als fürstlicher Baumeister. Bereits parallel zu seinem Wiener Schaffen war Gabrieli 1694-1703 für Markgraf Georg Friedrich von Ansbach tätig. Hier entstanden seine ersten selbständigen Bauten. Im Jahre 1704 übersiedelte Gabrieli als Hofbaumeister nach Ansbach und widmete sich zahlreichen profanen wie sakralen Bauaufgaben. Zu den bedeutendsten Werken des 1709 zum Baudirektor und Hofkammerrat ernannten Architekten gehören der etwa 1706-09 errichtete Arkadenhof und der wohl 1713-16 dem Altbau vorgelagerte Südostflügel des Ansbacher Schlosses.

Bereits 1702 hatte Gabrieli sein Interesse an der Stelle des fürstbischöflich Eichstättischen Hofbaumeisters Jakob Engel angemeldet. Da sich im Ansbachischen die finanziellen Verhältnisse zunehmend verschlechterten und zudem der Markgraf nur wenig Interesse an neuen Bauunternehmungen zeigte, wandte sich Gabrieli im Jahre 1714 erneut nach Eichstätt, dessen Baubestand infolge des 30jährigen Krieges noch weite Lücken aufwies. Er wurde noch im gleichen Jahr zum Direktor des fürstbischöflich Eichstättischen Hofbauamtes ernannt und durch Fürstbischof Johann Anton Knebel von Katzenellenbogen mit dem Bau der Westfassade des Eichstätter Domes betraut.

1715/16 wechselte Gabriel de Gabrieli endgültig nach Eichstätt über und entfaltete als Hofbaudirektor und Hofkammerrat bis zu seinem Tode am 21. Mai 1747 eine umfangreiche Tätigkeit in Stadt, Hochstift und darüber hinaus. Er setzte hier die seit dem frühen 17. Jahrhundert andauernde Tradition der Graubündner Bauhandwerker in überragender Weise fort. Wie kein weiterer Architekt prägte er das barocke Stadtbild Eichstätts mit seinen wienerisch-italienisch beeinflußten, vornehmen Bauten. "Das heiter-barocke Gepräge der kleinen Regierungshauptstadt ist wesentlich Gabrieli zu verdanken, der damit im Altmühltal ein Kleinod des süddeutschen Barocks hinterlassen hat" (R. Fiedler).

Dr. Claudia Grund


Bauwerke von Gabrieli in und um Eichstätt

 

  1. Klosterkirche Notre Dame du Sacre Coer, Am Graben 16-18 Heute: Sitz des Informationszentrums Naturpark Altmühltal
  2. Notre Dame, Volks- oder Mädchenschule, Am Graben 26
  3. Ehemalige Hofstallungen, Kardinal-Preysing-Platz 1-3 Gebäude "Aula" / Teilbibliothek 2 ehemalige Reitschule Katholische Hochschulgemeinde
  4. Domherrenhof Ostein, Luitpoldstraße 1
  5. Oberstjägermeisterei, Luitpoldstraße 36
  6. Dominikanerkloster - Treppenhaus, Luitpoldstraße 40
  7. Wohnhaus, Gabrielistraße 8
  8. Wohnhaus Gabrielis, Gabrielistraße 4
  9. Stadtpropstei, Westenstraße 1
  10. Wohnhaus, Pfahlstraße 25
  11. Domherrenhof Freyberg, Domplatz 5
  12. Domherrenhof Groß, Leuchtenbergstraße 1
  13. Domkapitelsche Apotheke, Domplatz 16
  14. Dom - Willibaldschorsakristei, Domplatz
  15. Dom Westfassade, Domplatz 10
  16. Hofkanzlei, Residenzplatz 2
  17. Residenzplatz Gesamtkonzept
  18. Ehemaliges Generalvikariat, Residenzplatz 4
  19. Kavalierhöfe im Südwesten des Residenzplatz, Residenzplatz 6, 8, 10, 12
  20. Fürstbischöfliche Residenz - Südflügel, Residenzplatz 1
  21. Kanonikerhöfe, Residenzplatz 9-15
  22. Domherrenhof Guttenberg, Residenzplatz 14
  23. Domherrenhof Dietrichstein, Residenzplatz 16
  24. Domherrenhof Ulm, Residenzplatz 18
  25. Domherrenhof Welden, Leonrodplatz 2
  26. Domherrenhof Schönborn, Pater-Philipp-Jeningen-Platz 5
  27. Gärtnerhaus mit Orangerie, Ostenstraße 22
  28. Fürstbischöfliche Sommerresidenz, Ostenstraße 24
  29. Hofgartenpavillons, Ostenstraße 24
  30. Lustschlößchen mit Gartenpavillon, Ingolstädter Straße 32
  31. Frauenberg-Kapelle, Frauenberg 50/52
  32. Wohnhaus Gulden, Weißenburger Straße 6
  33. Kloster Rebdorf - Konventflügel, Pater-Moser-Straße 3
  34. Grabmal Gabriel de Gabrielis, Ostenfriedhof

Aus: Gabriel de Gabrieli. Fürstbischöflicher Eichstätter Hofbaudirektor (1671-1747). Diözesanbauamt Eichstätt, 1997.