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BNE in der Hochschuldidaktik

Ab Herbst 2018 wird unter Leitung von Frau Prof. Dr. Ingrid Hemmer ein vom bayerischen Umweltministerium geförderter Modellversuch zu „Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Lehrerbildung“ starten.

Dieser wird angeboten für Hochschuldozierende (v.a. in der Lehrkräfteausbildung) und Seminarlehrkräften, um diese als MultiplikatorInnen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung“ zu schulen.


Am 8.10. und 12.10.2018 findet eine Fortbildung „BNE in der Hochschullehre“ statt, weitere Informationen entnehmen Sie bitte diesem Flyer.


Internationaler Austausch zu Bildung für Nachhaltige Entwicklung in der Hochschuldidaktik (9. April 2019)

Mit einem vom Bayerischen Umwelt­ministerium finanzierten Pilotprojekt erprobt und evaluiert die KU seit vergangenem Jahr Fortbildungsangebote für Hochschul­dozenten und Seminarlehrer, die sie als Multiplika­torinnen und Multiplikatoren im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung qualifizieren. Durch sie sollen wiederum unter anderem künftige Lehrkräfte Themen aus dem Bereich Nachhaltigkeit kompetent an ihre Schülerinnen und Schüler vermitteln können. Mit dem Projekt will die KU einen Beitrag dazu leisten, um ein Ziel des Weltaktionsprogrammes „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ (BNE) der Vereinten Nationen zu verwirklichen, laut dem BNE unter anderem auch in der Lehrerbildung fest verankert werden soll.

 

(v.l.) Zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Eichstätter Workshops gehörten Ina Limmer (KU), Veronika Lohr (Bayerisches Umweltministerium), Stefanie Frisch (Bayerisches Kultusministerium); Marie Döpke (KU), Richard Kromp (Universität für Bodenkultur, Wien), Leonie Bellina (Universität Tübingen), Karl Herweg (Universität Bern), Marco Rieckmann (Universität Vechta), Ingrid Hemmer und Christoph Koch (beide KU), Stefan Baumann (Pädagogische Hochschule Zürich), Maximiliane Schumm (KU) sowie Michael Stroh (Friedrich Alexander Universität Erlangen-Nürnberg). (Foto: Schulte Strathaus/upd)

 

Derzeit werden die unter Federführung von Prof. Dr. Ingrid Hemmer (Nachhaltigkeitsbeauftragte der KU und Geographiedidaktikerin) konzipierten fachübergreifenden Fortbildungen an sieben bayerischen Hochschuldidaktikzentren sowie an der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung (ALP) in Dillingen angeboten, so dass sie bereits auch über die Lehramtsausbildung hinaus ein breites Publikum erreichen. Gleichzeitig hat das Projekt „Fortbildungen von Hochschuldozierenden und Seminarlehrkräften in Bildung für nachhaltige Entwicklung (FOLE-BNE_Bay)“ auch einen über Bayern hinausreichenden Modellcharakter. Vor diesem Hintergrund trafen sich nun Didaktikerinnen und Didaktiker zu BNE aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an der KU zu einem Workshop, um sich über die Implementierung des Themas in Lehrkräftebildung und Hochschuldidaktik auszutauschen. Anwesend waren auch Vertreterinnen des Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und des Staatsministeriums für Unterricht und Kultus.

 

„BNE in der Hochschuldidaktik ist auch international noch ein Desiderat. Unser Workshop diente der Vernetzung der wenigen parallel stattfindenden Ansätze zur Hochschuldidaktik im deutschsprachigen Raum“, erklärt Prof. Dr. Ingrid Hemmer. Wie sich beim Treffen zeigte, konzentrieren sich hochschuldidaktische Fortbildungen sowohl in anderen Bundesländern als auch in Österreich und der Schweiz auf die eigenen Hochschulen. Dabei kommen von Vortragsreihen bis hin zum Einzelcoaching verschiedene Formate zum Einsatz, während das von der KU entwickelte Modell übergreifende Fortbildungseinrichtungen nutzt und ein einheitliches Programm bietet. Dieses richtet sich an alle Dozierenden und besteht aus zwei eintägigen Modulen sowie einem individuellen, begleitenden BNE-Coaching. Vor diesem Hintergrund war bei dem Eichstätter Workshop unter anderem auch die Verbreitung und Verstetigung von Angeboten ein Thema der Diskussionen. Darüber hinaus tauschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über didaktisch-methodische Fragen sowie Ansätze zur Evaluierung der Fortbildungen aus.

 

Weitere Informationen zu den Fortbildungen, die von der Geographiedidaktik und dem Nachhaltigkeitsteam der KU angeboten werden, finden sich unter www.ku.de/mgf/geographie/didaktik/fortbildungen-und-vernetzung/bne-fortbildungen



Pilotprojekt zur Weiterbildung im Bereich Nachhaltigkeit

Die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt wird in einem Pilotprojekt Konzepte für die Weiterbildung im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung entwickeln.

Die bayerische Staatsregierung stellt 250.000 Euro zur Verfügung, damit an der KU neue Fortbildungsangebote für Hochschuldozenten und Seminarlehrer erprobt und evaluiert werden können. Die ersten Kurse werden Mitte des Jahres beginnen, der Modellversuch soll bis 2021 laufen. Ziel ist die Qualifizierung von Lehrkräften, damit an den Schulen das Thema Nachhaltigkeit kompetent vermittelt werden kann.


Hintergrund des Pilotprojekts ist das Weltaktionsprogramm der Vereinten Nationen zur „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) und ein im vergangenen Jahr verabschiedeter nationaler Aktionsplan, der das UNESO-Programm für

Deutschland konkretisiert. Demnach soll BNE unter anderem in den Lehrplänen und in der Lehrerbildung fest verankert werden. In Bayern ist dies im LehrplanPlus bereits verwirklicht: BNE ist dort als fächerübergreifendes Ziel formuliert.

Das Problem ist: Die Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer muss an den neuen Bedarf angepasst werden. Bisher ist das Thema noch nicht in den Lehramtsprüfungsordnungen verankert. Und es fehlen an den Hochschulen qualifizierte Erziehungswissenschaftler und Fachdidaktiker, die den angehenden Lehrkräften das Rüstzeug mitgeben, um später an der Schule Nachhaltigkeitsthemen kompetent vermitteln zu können. Hier setzt das Eichstätter Pilotprojekt an, das sich in erster Linie an Multiplikatoren wendet und bundesweit Modellcharakter besitzt.

Ein Projektteam unter der Leitung von Prof. Dr. Ingrid Hemmer (Professur für Didaktik der Geographie) wird unter anderem einen Basiskurs und einen Aufbaukurs entwickeln. Die Fortbildungsangebote richten sich vornehmlich an Hochschuldozierende, die an der Lehrerbildung mitwirken, sowie an Seminarlehrkräfte aller Schularten. Als Multiplikatoren sollen sie die angehenden Lehrkräfte und diese wiederum die Schülerinnen und Schüler für das Thema sensibilisieren.

 

Bild, links: Über den Projektzuschlag freuen sich KU-Präsidentin Prof. Dr. Gabriele Gien, Prof. Dr. Rainer Wenrich (Leiter des Zentrums für Lehrerbildung und Bildungsforschung), Prof. Dr. Ingrid Hemmer (KU-Nachhaltigkeitsbeauftragte), Tanja Schorer-Dremel (CSU-Landtagsabgeordnete) und KU-Kanzler Thomas Kleinert (von links).

Die Zertifikatskurse werden zweimal jährlich angeboten. Vermittelt werden Fachwissen und fachdidaktische Kompetenzen im Bereich BNE. Die Kurse werden innerhalb des bayernweiten hochschuldidaktischen Netzwerks ProfiLehrePlus angeboten, stehen also allen interessierten Dozenten aus Bayern. Kooperieren möchte das Projektteam der KU unter anderem mit dem Zentrum für Hochschuldidaktik, der Fortbildungseinrichtung bayerischer Schulen in Dillingen und der Universität Erlangen-Nürnberg. Ziel ist es die in Eichstätt entwickelten Konzepte später an andere Universitäten in ganz Deutschland zu vermitteln.

Die KU eignet sich für die Durchführung des Modellversuchs besonders. „Seit 2010 ist nachhaltige Entwicklung ein fest verankerter Bestandteil des Profils der Universität in Forschung, Lehre und Campusmanagement“, erklärt Prof. Dr. Ingrid Hemmer, die auch Nachhaltigkeitsbeauftragte der Hochschule ist. Die KU war die erste Universität in Bayern, die das EMAS-Zertifikat, das Öko-Audit der Europäischen Union, erhielt. Außerdem ist an der KU ein Masterstudiengang angesiedelt, der explizit auf die Ausbildung von BNE-Multiplikatoren ausgerichtet ist. Auch im Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung der KU ist BNE einer der Profilbereiche. Mehrere Lehrerfortbildungen widmeten sich bereits diesem Thema.

Aus diesem Grund setzten sich insbesondere Mitglieder des Arbeitskreises Umwelt der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag dafür ein, den Bereich „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ an der KU weiter zu stärken. „Wenn wir darüber nachdenken, wie wir unsere Lebensmittel erzeugen oder welche Flächen wir wie stark nutzen, so wird schnell klar, dass nachhaltiges Handeln in allen Bereichen wichtig ist“, sagt die Eichstätter CSU-Landtagsabgeordnete Tanja Schorer-Dremel. „Nur wenn bereits die Universitäten dieses Thema kompetent und ausführlich lehren, werden am Ende genügend Menschen dafür sensibilisiert sein.“ Das an der KU nun angesiedelte Pilotprojekt ist nach Meinung der CSU-Landtagsfraktion bestens geeignet, dem Gedanken von Bildung für nachhaltige Entwicklung in der gesamten Hochschullandschaft und insbesondere in der Lehrerbildung zum Durchbruch zu verhelfen. Das Ziel des Pilotprojekts ist für Abgeordnete Schorer-Dremel klar: „Ab 2030 soll jeder Lehrer in Bayern Grundlagenwissen im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung haben.“