Sie befinden sich hier: KU.de  Unsere KU  Preise  Preis der Liga-Bank-Stiftung

Preis der Liga-Bank-Stiftung


Der KU-Preis, gestiftet von der Liga-Bank-Stiftung, wird vergeben für Lehrveranstaltungen und Lehrprojekte, die als Best-Practice-Beispiele der KU gelten können. Ausgezeichnet werden Dozentinnen und Dozenten (Professorinnen und Professoren, Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Lehrkräfte für besondere Aufgaben oder Lehrbeauftragte der KU), die ein Lehrprojekt konzipiert und realisiert haben, das in besonderer Weise zur Profilbildung der KU beiträgt.

Preisträger 2019: Dr.  Valérie-Danielle Berner, Dr. Kilian Baur

Dr.  Valérie-Danielle Berner: Preis für gute Lehre

Die Lehrveranstaltung „Angewandte Entwicklungspsychologie: Kognitive Fragestellungen“ wurde als Wahlpflichtmodul des Masterstudiengangs Psychologie im Schwerpunkt „Entwicklung und Kognition“ von Dr.  Valérie-Danielle Berner auf Basis ihres (sozio-)kognitiv-konstruktivistischen Lehrkonzepts entwickelt. Sie hat dabei in überzeugender Weise innovative Elemente des Forschenden Lernens, interna­tionale Entwicklungen der Hochschuldidaktik und Präsenta­tionsformate von wissenschaftlichen Kongressen einbezogen.

Das Forschende Lernen steht beispielsweise bei den eingeplanten Round Tables und moderierten Postersessions im Fokus. Kognitive Fragestellungen der Angewandten Entwicklungspsychologie zu den am Lehrstuhl Entwicklungs- und Pädagogische Psychologie angesiedelten Forschungsschwerpunkten werden dabei erarbeitet.
Die Studierenden entwickeln daraus abgeleitet selbstständig die Konzeption und Planung einer Studie bzw. einer präventiven/interventiven Maßnahme; sie stehen dabei als Lernende und selbstständig Forschende im Vordergrund – immer mit der Möglichkeit, ihre Arbeit zu reflektieren, ohne in ihrer Eigenständigkeit eingeschränkt zu werden. Durch den begleitenden kritischen Diskurs unterstützt, können sich die Studierenden in der Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Theorien und Modellen sowie empirischer Evidenz eine eigene fachlich fundierte Meinung bilden bzw. diese weiterentwickeln.

Das Projekt ist so angelegt, dass die Studentinnen und Studenten nicht nur fachliche Kompetenz erwerben. Der Lernprozess bietet ihnen zudem die Möglichkeit, in ihrem wissenschaftlichen Habitus zu wachsen, Kooperationsfähigkeit weiterzuentwickeln und eigene Potentiale hinsichtlich Selbst-, Sozial-, und Methodenkompetenz zu entdecken und auszubauen.

Die Jury überzeugt das Lehrkonzept mit seiner konsequent am Stand der Wissenschaft orientierten erkenntnistheoretischen Grundlegung. Hervorzuheben ist unter anderem die gelungene Verknüpfung von studierendenzentriertem und forschungs-orientiertem Lehren und Lernen. Das Lehr-Lerngeschehen ist – mit hohem fachlichen und didaktischen Reflexionsniveau – in den Kontext des Lebenslangen Lernens eingebettet und vorbildlich disponiert. Das Lehrprojekt realisiert in allen Phasen, von der Vorbereitung bis zur passend abgestimmten Prüfungsform (Posterpräsentation), in exemplarischer Weise die Qualitätsmerkmale „guter Lehre“ an der KU.

Dr. Kilian Baur: Preis für innovative Lehre

Fast die Hälfte aller Deutschen spielt am Computer, dabei ist die Handlung eines erheblichen Anteils der Spiele in einem historischen Setting angesiedelt. Die Geschichtsdarstellung in Computerspielen erzielt dadurch eine erhebliche Breitenwirkung, die in keinem Verhältnis zur wissenschaftlichen Aufarbeitung des Phänomens steht. Diese Darstellung und ihre Vermittlung an eine interessierte Öffentlichkeit waren Gegenstand des von Dr. Kilian Baur im Wintersemester 2018/19 im Fachbereich Geschichte veranstalteten Seminars „Game Over? Das Mittelalter im Computerspiel“.

Durch das Seminar sollte bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein kritisches Bewusstsein für die Geschichtsdarstellung in Computerspielen gefördert werden. Zugleich übten sie eine zielgruppengerechte Wissenschaftskommunikation als elementare Tätigkeit von Historikerinnen und Historikern ein und konnten durch praktische Tätigkeiten Kompetenzen in der Medienproduktion erlernen.

Hierzu erarbeiteten die Studierenden auf Basis wissenschaftlicher Literatur aus den Game Studies, aus Kultur- und Medienwissenschaften den analytischen Rahmen zu den computerspielspezifischen Untersuchungsfeldern. Anschließend wandten sie die Analysekriterien selbstständig auf einzelne Spielegenres an. In Anbetracht des überschaubaren Forschungsstandes konnten und mussten die Studierenden eigene Theorien und Interpretationen erarbeiten, die sie im Seminar präsentierten und zur Diskussion stellten.

Zur Vermittlung der Ergebnisse an ein junges, computerspielaffines Publikum konzipierte das Seminar den Youtube-Kanal „Endgegner Mittelalter“, wobei auch dessen Corporate Identity gemeinsam geplant wurde. Parallel dazu erarbeiteten die Studierenden die Videos zu selbst gewählten Themen aus dem Seminarkontext. Mit technischer Unterstützung von KU.impact und „Mensch in Bewegung“ wurden die Videos gedreht, geschnitten und finalisiert. Der entstandene Youtube-Kanal wurde zum Abschluss in einer Abendveranstaltung öffentlich vorgestellt.

Der Fokus auf Lernerzentrierung und -aktivierung, die Aktualisierung fachwissenschaftlicher Inhalte durch gesellschaftlich relevante Fragestellungen, das Training in zielgruppengerechter Wissenschaftskommunikation, die interdisziplinäre Ausrichtung und die Produktorientierung überzeugten die Jury fachlich und
didaktisch.